Blick auf die Welt – Sabines Motorradkolumne

Spiegelblick - Sabines Motorradkolumne auf SHE is a RIDER

Motorradkolumne Spiegelblick auf SHE is a RIDER
Motorradkolumne Spiegelblick auf SHE is a RIDER

Karfreitag – eigentlich wollte ich jetzt auf dem Motorrad sitzen und gen Süden fahren. Doch meistens kommt es anders als Frau denkt. Weshalb das durchaus sein Gutes hat, darum geht es in meiner heutigen Motorradkolumne.

No Bike – no ride!

Der Wetterbericht war halbwegs gut und so habe ich meinen österlichen Familienbesuch auf zwei Rädern geplant. Tja – falsch gedacht. Erstens bin ich doch tatsächlich auf die geniale Idee gekommen, mir ein neues Motorrad zu kaufen und zweitens, habe ich die alte Maschine schneller verkauft als gedacht. So kommt es, dass ich jetzt erst einmal ohne Zweirad auskommen muss.

Alles eine Frage der Perspektive

Wer mich kennt, der weiß, dass ich meist versuche, das Positive zu sehen. Nicht nur in den Menschen, die mir begegnen, sondern auch in den Dingen, die mir so passieren. Also denke ich mir, es wird schon seinen Grund haben, dass ich Ostern ohne Motorrad verbringe und mit dem Zug in den Süden fahre.

Beim Blick auf die Temperaturanzeige heute morgen war ich dann doch froh, mich zwangsweise für die Zugfahrt entschieden zu haben. Fünf Stunden auf meiner Suzuki SV650 bei Temperaturen unter 10 Grad wären tatsächlich nicht so das Gelbe vom Ei gewesen. Zudem habe ich jetzt die Möglichkeit, gemütlich hier zu sitzen und meine Motorradkolumne zu schreiben, dabei Tee zu trinken und die vorbeifliegende Landschaft zu genießen.

Manchmal ist es gut, wenn Du gezwungen wirst, die Dinge von einer anderen Seite zu betrachten. Mir fällt das immer dann auf, wenn ich mal anstatt mit dem Motorrad, mit einem Auto unterwegs bin.
Auf dem Bike habe ich ein breiteres Sichtfeld und komme gefühlt schneller voran – gerade in Berlin. Wenn ich dann im Auto sitze, verstehe ich, weshalb ich manchmal als Motorradfahrerin übersehen werde. Auch ich bin da ab und zu mit den Gedanken woanders, abgelenkt und achte nicht zu 100 % auf meine Umgebung. Schon ist es passiert und eine Radfahrerin hebt wütend den Arm. Fahre ich dagegen Motorrad, achte ich viel mehr auf andere Verkehrsteilnehmer, alleine schon, weil ich immer mit dem Fehlverhalten der Anderen rechne.

Also – an die eigene Nase fassen und auch als Autofahrerin daran denken, zu 100 % auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten.

Mal über den Dingen schweben

Einen Perspektivwechsel vorzunehmen kann auch in anderen Lebensbereichen eine gute Sache sein. Im Coaching sagen wir, sich in die Meta-Ebene begeben. Also, eine Situation von außen betrachten. So, als würdest Du über der Situation schweben und beobachten was „da unten“ gerade passiert.
Das kann helfen, Dinge neu einzuschätzen und dadurch besser zu verstehen.

Wenn ich mich in die Rolle unterschiedlicher Personen – z. B. Verkehrsteilnehmer – begebe, dann bekomme ich ein besseres Verständnis für jeden Einzelnen.

Ich bin weit davon entfernt, dies immer perfekt umzusetzen. Doch ich arbeite täglich daran.

Das Leben – ein ewiges Staunen und Lernen …

Die Linke zum Gruß und bis in14 Tagen zu meiner nächsten Motorradkolumne
Sabine


Sabine lebt in Prenzlauer Berg in Berlin. Zu ihrem 50. Geburtstag hat sie sich selbst den Motorradführerschein geschenkt und ist seitdem das ganze Jahr über auf zwei Rädern unterwegs. Sabine ist mit Life Coaching Berlin nicht nur lokal für ihre Kunden da, sondern führt auch online Coachingtermine durch. Gerne fährt sie auch mal mit ihrer Suzuki zu Terminen mit ihren Kunden. So kam sie auch auf die Idee, eine 14-tägliche Kolumne für SHE is a RIDER zu schreiben, in der Sabine die Erfahrungen aus ihren Coachings mit dem Motorradfahren verknüpft. Sabines Beiträge findest Du auf SHEisaRIDER.de unter Kolumne.

2 Kommentare

  1. “Einen Perspektivwechsel vorzunehmen kann auch in anderen Lebensbereichen eine gute Sache sein.”

    Vollkommen richtig. Nachdem ich mit mal mit meinem Wagen auf der Autobahn nur noch mit 70 vorankam, weil die Elektronik meinte, Notlauf wäre eine gute Idee, habe ich ganz schnell meine Meinung über “verd.. Schleicher” geändert.

    Danke für den erneuten Denk-Anstoss, und Allzeit Gute Fahrt!

  2. Ich finde diesen Bericht echt super, wie oft habe ich schon einem Autofahrer ins Gesicht gesehn, und der fährt einfach los als ob es mich nicht gäbe. Deine Sicht das mal selbst zu sehn finde ich gut.

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