Fehlerbewältigung – Von bunten Glitzeraliens in Deinem Gesicht und mehr

Spiegelblick - Sabines Motorradkolumen auf she is a rider

Fehlerbewaeltigung mit Sabines Motorradkolumne
Fehlerbewältigung mit Sabines Motorradkolumne oder manchmal hilft auch ein buntes Alien weiter.

Jeder von uns macht mal einen Fehler. Das ist menschlich und gehört zum Leben dazu. Der Unterschied ist, dass wir unterschiedlich mit Fehlern umgehen. Darüber mache ich mir in meiner heutigen Motorradkolumne einmal Gedanken.

Fehlerbewältigung

In unserer Facebook Community geht es gerade heiß her. So viele Frauen, die gerade ihren Führerschein machen und/oder kurz vor der Prüfung stehen. Und bei der einen oder anderen geht dann auch die Angst um, sie könne versagen. Ein Fehler und – Aus der Traum bald alleine auf zwei Rädern unterwegs zu sein.

So Einige stecken dann in iher Gedankenspirale fest und kommen einfach nicht mehr raus. „Wieso passiert das immer mir?“ „Weshalb bekomme ich den langsamen Slalom einfach nicht hin?“ „Was werden die anderen denken, wenn ich die Theorie verhaue?“
Oh ja, ich kenne diese Gedanken. Ich habe damals auch nur einer Person erzählt, wann ich meine Prüfung habe. Wäre doch zu peinlich gewesen, unter Umständen gestehen zu müssen, dass ich die Praxis wiederholen muss.

Das Alien auf Deinem Gesicht

Was passiert da mit Dir? Du steckst in dieser Spirale und kommst einfach nicht wieder raus. Vielleicht lässt es sich ganz gut mit einem Bild erklären. Kennst Du den Film „Alien“? Dann kannst Du Dich sicher an die Szene erinnern, als dieses Viech dem ersten Astronauten ins Gesicht gesprungen ist und sich dort festkrallte.

Genauso ist es mit Deinen negativen Gedanken. Sie krallen sich in Dein Gesicht, sodass Du alles andere gar nicht mehr sehen kannst. Du hast nur diese Angst vor Deinen Augen. Egal wohin Du siehst, da ist nur dieses Alien in Deinem Gesicht.

Mehr Abstand bitte

Wie bekommst Du das Viech los, damit Du wieder die Freude am Motorradfahren zurückgewinnen kannst? Da hilft nur eins. Begib Dich in die Adlerperspektive und schau Dir Dein Alien mal von Außen an.

Wie sieht es aus? Welche Farbe hat es? Wo kam es ursprünglich her?

Und dann fange an, die Farbe des Aliens zu verändern. Wenn es zu Beginn dunkel und bedrohlich war, dann fange an, es in Deiner Lieblingsfarbe zu streichen oder doch lieber gleich den ganzen Regenbogen verwenden? Vielleicht kannst Du jetzt sogar schon leicht schmunzeln. Sieht ja auch zu komisch aus, Du mit diesem glitzerbunten Alien im Gesicht.

Mit dem Lachen kommt die Entspannung und damit auch die Möglichkeit, mal genauer zu betrachten, was Dir denn da Sorgen macht. Ist es wirklich die Angst, zu versagen oder vielmehr Dein Gefühl, nicht gut genug zu sein, vor anderen schlecht dazu stehen, wenn es nicht klappt?

Nicht nur beim Motorradfahren gibt es diese Ängste und Sorgen. Sie begleiten uns auch im Alltag und je besser Du Dich und Deine Ängste kennst, umso leichter kannst Du lernen, mit ihnen umzugehen bzw. sie abzubauen.

Nobody is perfect

Die wenigsten werden als Motorradfahrerin geboren und sitzen vom ersten Tag an auf der Maschine als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

In meinen Coachings erlebe ich es immer wieder, dass gerade Frauen ihre eigenen Fähigkeiten unterschätzen oder erst gar nicht erkennen. Imposter Syndrom nennt man das im Fachjargon. Jemand hat das Gefühl, nicht gut genug, eine Hochstaplerin zu sein. Und da ist es wieder das Alien, das sich festkrallt. Es könnte Dir jemand auf die Schliche kommen und erkennen, dass Du es gar nicht kannst.

Tja, und dieser jemand wäre dann in meinem Beispiel der Prüfer. Mit kennendem Blick scannt er Dich ab und weiß sofort, dass Du hier nichts verloren hast.
Bitte einmal Kopf heftig schütteln und diesen Gedanken wegschleudern.
Auch ein Prüfer hat irgendwann mal selbst seine Motorradführerscheinprüfung abgelegt und wenn er gut ist, dann kann er sich auch daran erinnern, dass er selbst nervös war und vielleicht Angst hatte, es nicht zu schaffen.

Also gestehe ihm zu, dass er Deine Nervosität kennt und weiß, dass die Sicherheit oftmals erst nach ein paar Minuten auf dem Motorrad kommt.

Operation Alienentfernung

Hier ein paar Tipps, wie Du Dein Alien loswerden kannst:

  1. Fehler gehören zum Leben dazu. Aus Fehlern lernen wird. Ohne Fehler hätten wir heute noch keine Post-Its.
  2. Gib nicht zu schnell auf. Als Du laufen lerntest bist Du auch öfter mal auf dem Hintern gelandet, bis es endlich mit der Fortbewegung auf zwei Beinen geklappt hat.
  3. Geduld ist Dein bester Freund. Erkenne an, dass manche Dinge einfach mehr Zeit brauchen als andere.
  4. Um locker zu werden, helfen Atemübungen und summen oder singen unter dem Helm. Ich hab beim Slalom immer den Schneewalzer gesummt.
  5. Schau Dir genau an, woher Deine Angst kommt bzw. wovor Du Angst hast. Manchmal will Dein Alien Dich davor schützen, leichtsinnig zu werden. Bedanke Dich bei ihm, sage ihm, dass Du verstanden hast und es jetzt gerne Dein Gesicht loslassen darf.

Freier Blick auf den Spaß

So ohne Alien auf dem Gesicht macht Motorradfahren einfach viel mehr Spaß. Der Blick in die Ferne ist frei und Du kannst Deine Fahrt genießen.

Denn darum geht es hauptsächlich. Auch eine Prüfungsfahrt ist eine Ausfahrt und Du darfst sie genießen.

Die Linke zum Gruß und bis in 14 Tagen zu meiner nächsten Motorradkolumne
Sabine


Sabine lebt in Prenzlauer Berg in Berlin. Zu ihrem 50. Geburtstag hat sie sich selbst den Motorradführerschein geschenkt und ist seitdem das ganze Jahr über auf zwei Rädern unterwegs. Sabine ist mit Life Coaching Berlin nicht nur lokal für ihre Kunden da, sondern führt auch online Coachingtermine durch. Gerne fährt sie auch mal mit ihrer Suzuki zu Terminen mit ihren Kunden. So kam sie auch auf die Idee, eine 14-tägliche Kolumne für SHE is a RIDER zu schreiben, in der Sabine die Erfahrungen aus ihren Coachings mit dem Motorradfahren verknüpft. Sabines Beiträge findest Du auf SHEisaRIDER.de unter Kolumne.

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