Messetrubel, dieses typische Stimmengewirr, irgendwo läuft ein Motor an, Leder riecht nach neuer Motorradausrüstung – und ich stehe am Stand von RST. Gemeinsam mit Basti, Category Manager Ridr Gear, schaue ich mir die Damenkollektion für 2026 an. Drei Teile stechen dabei sofort heraus, weil sie zeigen, wohin die Reise geht: mehr Passform für Frauen, mehr Sicherheit, mehr Alltagstauglichkeit. Und genau das wollte ich wissen!
Ist das nur RST-Marketing – oder wirklich für Frauen gemacht?
Wir haben die Erwartungslatte für Motorradklamotten von RST somit schon mal hoch gelegt und wurden mit der Präsentation von spannenden Produkten belohnt.
RST Tractech Evo 5 – Rennstrecke – nicht nur für Profis
Der erste Blick fällt auf den Einteiler. Klassischer Racing-Look, aber laut Basti steckt hier deutlich mehr Konzept dahinter. Was mich sofort überzeugt, diese Lederkombi wurde tatsächlich von Frauen für Frauen entwickelt. In England sitzt ein Designteam, das zu rund 80 % aus Frauen besteht – und die fahren selbst Motorrad, viele davon auch Rennstrecke. Das merkt man an den Details an diesem Leder-Einteiler.
Tractech Evo 5 – Top-Features auf einen Blick:
- überarbeiteter Schnitt, besonders im Taillenbereich – spürbar körpernäher ohne einzuengen
- D3O-Protektoren in der gesamten Kollektion
- Airbag-Kompatibilität mit zusätzlichen Stretchzonen
- damit sich das System im Ernstfall sauber entfalten kann
- vorgeformte Arme und Beine für eine sportliche Sitzposition
- nichts zieht, nichts spannt, wenn man auf dem Bike nach vorn arbeitet
- nichts zieht, nichts spannt, wenn man auf dem Bike nach vorn arbeitet
Sicherheit
- Schutzklasse: AAA nach EN 17092
- Protektoren: Level 2
Größen
36 bis 50 – endlich eine Bandbreite, die nicht nur „Standardfahrerin“ bedient
Ein Designteam, das nicht versucht, Männergrößen zu schrumpfen, sondern wirklich eine eigene Passform für Motorradfahrerinnen hat. Das gibt erstmal ein Fleißkärtchen fürs gesamte Designerinnen-Team in UK.
Danach zeigt mir Basti die zweite Leder-Lösung: eine klassische Lederjacke mit passender Hose – aber eben kein starrer Zweiteiler.

RST Motorradjacke S-1
Die sportliche Lederjacke S-1 bietet Flexibilität statt festes Set. Und genau das ist die Idee:
Jacke und Hose sind frei kombinierbar. Der Verbindungsreißverschluss funktioniert dabei größenübergreifend. Zwei Größen Unterschied sind problemlos möglich, oft sogar drei. Diese Flexibilität bedeutet für dich beim Shopping und in der Praxis:
- kleinere Jacke, größere Hose? Kein Problem!
- andere Körperproportionen? Endlich egal!
Dazu kommen: - herausnehmbare Thermoweste für kühlere Tage
- Perforation zur Belüftung an wärmeren Tagen
- Stretchzonen für Beweglichkeit und Airbag-Kompatibilität
- D3O-Protektoren serienmäßig an Schultern und Ellenbogen, Level 1
- Rückenprotektor nicht enthalten!
- Rückenprotektor nicht enthalten!

Besonders angenehm fand ich die Details wie den Neoprenkragen und die weichen Abschlüsse an den Handgelenken. Keine scheuernden Reißverschlüsse und keine Druckstellen unter den Handschuhen – Kleinigkeiten, die auf langen Touren riesig werden. Das ist (k)eine reine Sportjacke. Das ist die Art Teil, die man morgens anzieht und erst abends merkt, dass man sie den ganzen Tag getragen hat.

Die Jegging-Hose – Motorrad trifft Alltag
Und dann hängt da noch etwas, das auf den ersten Blick gar nicht nach Motorrad aussieht: eine Jegging. RST nennt sie eine Kevlar-Skinny-Pant – und genau das ist sie. Optisch Alltag, technisch Schutzkleidung . Die wichtigsten Punkte:
- High-Waist-Schnitt – hinten bewusst höher, damit beim Sitzen nichts „freigelegt“ wird
- Kevlar-Verstärkungen an Popo, Hüfte und Knien integriert
- kein klassischer Verbindungsreißverschluss, dafür ein cleverer Adaptergürtel als Zubehör
- damit lässt sich die Hose trotzdem mit Jacken koppeln
- Für Komfort auf dem Motorrad, ohne nach Motorradhose auszusehen
Genau die Hose, die man auf dem Weg ins Café, ins Büro oder durch die Stadt tragen möchte, ohne sich verkleidet zu fühlen.

Mein Eindruck nach dem Gespräch mit RST
Was ich bei RST spannend fand, war weniger ein einzelnes Produkt – sondern die klare Richtung:
Nicht einfach „Damenversionen“ bestehender Kleidung.
Sondern eigenständige Entwicklung mit echtem Praxisbezug.
Mehr Passform.
Mehr Kombinierbarkeit.
Mehr Alltag.
Und genau das ist es doch, was wir brauchen: Ausrüstung, die sich unserem Leben anpasst – nicht umgekehrt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Teile 2026 auf der Straße anfühlen werden. Auf der Messe jedenfalls haben sie schon mal gezeigt, dass sie verstanden haben, worauf es uns ankommt.
RST – Die Geschichte hinter der Marke
RST (Road Safety Technology) stammt aus Großbritannien und wurde Ende der 1980er-Jahre gegründet. Die Idee war von Anfang an klar: Motorradschutzkleidung entwickeln, die nicht nur auf dem Papier sicher ist, sondern sich im realen Einsatz auf der Straße und Rennstrecke bewährt.
Während viele Hersteller damals entweder stark modegetrieben oder rein technisch orientiert waren, setzte RST früh auf eine Kombination aus:
- praxisnaher Entwicklung
- enger Zusammenarbeit mit Fahrer:innen
- bezahlbarer, aber hochwertiger Schutzbekleidung
Der Name „Road Safety Technology“ ist dabei Programm geblieben – Sicherheit war nie ein Marketingbegriff, sondern Kern der Marke.
Entwicklung über den Rennsport
RST wuchs vor allem durch seine Nähe zum internationalen Rennsport. Die Marke stattete über Jahre Fahrer in Serien wie:
- Isle of Man TT
- British Superbike Championship
- Road Racing Szene
Gerade im extremen Road-Racing-Umfeld wurden Produkte unter Bedingungen getestet, die härter kaum sein könnten: hohe Geschwindigkeiten, wechselnde Wetterlagen, lange Renndistanzen.
Dieses Feedback floss direkt zurück in die Serienprodukte – ein Ansatz, den RST bis heute verfolgt:
Rennstrecke als Labor, Straße als Einsatzort.
Produkthighlights der Marke
Über die Jahre hat sich RST besonders in drei Bereichen einen Namen gemacht:
1) Lederkombis mit Rennsport-DNA
RST-Kombis gelten als besonders robust und funktional, mit Fokus auf:
- ergonomischer Vorformung für sportliche Sitzposition
- hoher Abriebfestigkeit
- praxistauglicher Protektorintegration
Später erfolgte die Integration moderner Materialien wie D3O und Airbag-Systeme. Gerade im Road-Racing-Bereich wurden diese Kombis vielfach eingesetzt.
2) Zugängliche High-Performance-Bekleidung
RST verfolgt bewusst eine Strategie: High-End-Schutz nicht nur für Profis, sondern für eine breite Fahrerschaft verfügbar machen.
Das bedeutet oft:
- technische Features aus dem Rennsport
- aber zu Preisen, die auch Alltagsfahrerinnen erreichen
3) Wachsende Damenlinie
In den letzten Jahren wurde die Entwicklung speziell für Frauen stark ausgebaut – nicht als verkleinerte Männerkollektion, sondern mit:
- eigenständigen Schnitten
- angepasster Ergonomie
- gezielter Einbindung weiblicher Designerinnen und Testfahrerinnen
Die Vision: Schutzkleidung, die wirklich benutzt wird
RST formuliert seine Markenphilosophie vergleichsweise pragmatisch:
Schutzkleidung muss getragen werden wollen – sonst schützt sie nicht.
Deshalb liegt der Fokus auf:
- funktionalem Komfort
- realistischen Passformen
- Alltagstauglichkeit neben Rennsporttechnik
- Integration moderner Sicherheitssysteme wie z.B. Airbag-Kompatibilität
RST sieht sich dabei weniger als Lifestyle-Label, sondern als Ausrüster für aktive Biker und Motorradfahrerinnen.

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