Der Müllbeutel am Gasgriff – warum Frauen anders fahren als Männer

Claudias Motorradkolumne bei SHE is a RIDER

Er steht da. Direkt neben der Tür. Sichtbar, gut platziert, auf dem Weg nach draußen. Der Müllbeutel. Und natürlich denkt sie: „Den sieht er. Den nimmt er mit!“ Tut er aber nicht. Warum? Weil er ihn dank Tunnelblick, nicht sieht. Nicht weil er nicht will – sondern, weil er ihn einfach nicht wahrnimmt.

Tunnelblick

Was sich im Alltag an der Haustür abspielt, setzt sich auf der Straße fort. Männer haben regelhaft einen deutlich ausgeprägteren Tunnelblick. Zielgerichtet, schnurgeradeaus, Fokus pur. Frauen dagegen nehmen viel mehr Details wahr, besonders im peripheren Bereich. Sie sehen, was rechts und links passiert, bemerken Bewegungen, Farben, kleine Veränderungen. Auch unterwegs. (Männer, das ist der Grund warum SIE mehr zu erzählen hat😉)

Das führt dazu, dass eine Frau sich bei Tempo 80 fühlt, als wäre sie im Tiefflug unterwegs – während ihr männlicher Beifahrer sich fragt, warum sie „so schleicht“. Sie spürt einfach mehr. Sie nimmt mehr Reize auf, verarbeitet mehr.

Selektive Wahrnehmung

Aber es ist kein Defizit, es ist eine andere Art zu fahren. Und eine wunderbare Gelegenheit, gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Vielleicht sogar Beziehungskrisen zu lösen – durch das einfache Wissen: Er sieht den Müllbeutel nicht. Und sie spürt jede Böe, jeden Kieselstein und sieht zahlreiche Details an den Seiten der Straße.

Vielleicht sollten wir ihm den Müllbeutel einfach an den Gasgriff hängen. Dann nimmt er ihn ganz sicher mit.

Hauptsache heil zuhause. Und das ohne Stress und Ärger über den anderen.

DLzG!
Claudia

Schöne Motorradtouren zum gemeinsam fahren findet ihr hier.

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