Volle Fahrt voraus – auch im Zyklus!

Moto Mama Talk - Die Kolumne für Mütter und Väter

Moto Mama Talk. Motorradfahren als Mutter
Moto Mama Talk. Motorradfahren als Mutter. Warum eine Babypause machen, wenn das Bike vor der Tür steht?

Wie du deinen weiblichen Rhythmus verstehst und trotzdem auf deine Kurven kommst.

Ein sanfter Blick auf den weiblichen Zyklus – und wie er unser Fahrgefühl prägt. Es gibt Tage, da sitzt du auf deinem Motorrad, und alles fühlt sich leicht an: Die Linie stimmt, der Grip passt, dein Körper arbeitet mit dir, nicht gegen dich. Und dann gibt es andere Tage – da wirkt selbst die Lieblingskurve zäh, der Kopf ist voll, die Reaktionen verlangsamt, der Rücken zieht, und du fragst dich:

Wenn der Rhythmus nicht nur vom Motor kommt

Viele von uns kennen dieses Auf und Ab, ohne es wirklich zu benennen. Wir schreiben es dem Stress zu, dem Wetter, der Laune. Aber was, wenn es mehr ist? Was, wenn der Schlüssel zu unserem Fahrgefühl tiefer liegt – in einem inneren Rhythmus, den wir oft nicht ernst genug nehmen?
Der weibliche Zyklus begleitet uns leise, aber kraftvoll. Und er beeinflusst nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere Art zu fahren. Unser Energielevel, unser Fokus, unser Mut, unser Körpergefühl – sie verändern sich von Woche zu Woche. Nicht immer sichtbar. Aber spürbar, wenn wir genau hinsehen.
Es ist Zeit, darüber zu sprechen. Ohne Tabus. Ohne Scham. Und vor allem: ohne Druck.

Kurve, Körper, Konzentration – wie der Zyklus dein Fahrverhalten beeinflusst

Menstruation, Follikelphase, Eisprung, Lutealphase – jede dieser Etappen bringt ihre ganz eigenen körperlichen und emotionalen Dynamiken mit. Und ja, sie wirken sich auch aufs Motorradfahren aus.

  1. Menstruation – die Rückzugsphase
    Müdigkeit, Krämpfe, ein emotionales Tief – in diesen Tagen ist oft weniger mehr. Vielleicht ist jetzt nicht die Zeit für aggressive Kurvenhatz. Stattdessen: Kurze Ausfahrten, leichte Strecken, sanftes Cruisen. Oder einfach das Bike putzen, ein Schraubprojekt angehen und sich Gutes tun.
  2. Follikelphase – Aufbruchsstimmung
    Du tankst Energie, fühlst dich klar, leistungsbereit und lernfähig. Dein Kopf ist frei, dein Körper geschmeidig – jetzt ist die ideale Zeit für Training, neue Strecken und anspruchsvollere Touren.
  3. Eisprung – Topform mit Vorsicht
    Du bist stark, fokussiert und voller Selbstvertrauen – aber Achtung: Viele neigen jetzt dazu, mehr Risiko einzugehen. Genieße die Kraft, aber bleib achtsam. Du bist gut, auch ohne den Adrenalinkick zu erzwingen.
  4. Lutealphase – Achtsamkeit statt Angriff
    Hormone sorgen für emotionale Höhen und Tiefen. Reizbarkeit, Unsicherheit oder Unruhe sind keine Schwäche – sie sind Signale. In dieser Phase kann Motorradfahren helfen, die innere Balance zu finden. Ideal für entspannte Touren oder eine Pause in der Schrauberwerkstatt.

„Fahren mit der Periode – darf man das?“

Natürlich darfst du – aber es ist okay, wenn es anstrengend ist.
Gerade während der ersten Tage kann Motorradfahren mit Periodenschmerzen zur Herausforderung werden. Aber mit ein paar simplen Hilfsmitteln wird’s deutlich angenehmer.

Tipps für die Fahrt während der Menstruation:

  • Periodenunterwäsche: Bequem, zuverlässig, ohne Einwegmüll – ideal für längere Fahrten.
  • Menstruationstasse oder Disc: Langlebig, diskret, und muss nicht ständig gewechselt werden.
  • Frauenurinal (z.?B. „PippiLotta“): Toilettengang ohne Komplettausziehen – Gold wert mit Kombi oder Einteiler.
  • Wärmepflaster: Gibt’s hauchdünn – helfen bei Krämpfen während der Fahrt.
  • Notfall-Kit im Tankrucksack: Ersatzwäsche, Binden/Tampons, Feuchttücher – vorbereitet ist entspannter.

Fahr selbstbestimmt – mit deinem Körper, nicht gegen ihn

Du bist nicht zu viel. Du bist nicht zu wenig. Du bist eine Frau – mit einem komplexen, kraftvollen Körper, der dich jeden Tag durchs Leben trägt. Dein Zyklus ist kein Makel, kein Hindernis – er ist ein innerer Taktgeber, ein Spiegel deiner Stärke.

Motorradfahren ist mehr als Technik. Es ist ein Gefühl. Freiheit. Selbstbestimmung. Und genau das beginnt nicht erst, wenn der Motor startet – es beginnt in dir. In dem Moment, in dem du dich entscheidest, nicht gegen deinen Körper zu kämpfen, sondern mit ihm zu gehen.

Zieh den Helm auf – nicht trotz deines Zyklus, sondern gerade deshalb.
Weil du gelernt hast, wann du Gas gibst – und wann du dir Pausen gönnst.
Weil du weißt, dass Selbstliebe kein Stillstand ist – sondern der Anfang von echter Bewegung.
Weil du deinem Rhythmus vertraust – und dir selbst.

Du bist stark, wenn du weich bist.
Du bist schnell, wenn du in dir ruhst.
Du bist Rider – jeden Tag im Monat.

Mach dich bereit. Für den nächsten Ride. Für dich. Für dein Gefühl. Für deinen Weg.

SHE is a RIDER – und das bist du.

DlzG- Jule

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