BMW G 310 GS im Praxistest und auf Tour durch die Oberlausitz

Auf der kleinen GS durch die Oberlausitz

BMW G 310 GS im Test
BMW G 310 GS im Test auf SHE is a RIDER

Mit der BMW G 310 GS auf Tour. Vor mir liegt eine mehrtägige Motorradtour mit der kleinsten aller GS-Modelle. Mit ihren 34 PS wird sie gerne als Einsteiger-Enduro für Führerscheinneulinge empfohlen. Mal sehen, ob sie für Anfänger und vielleicht nicht nur für die geeignet ist. Deshalb freue ich mich darauf, die 310 GS auf unserer Tour durch die Oberlausitz testen zu dürfen.

Mein Erster Eindruck von der BMW G 310 GS

Im schicken schwarz-gelben Look, der eine Hommage an die erste und inzwischen legendäre R 100 GS ist, und dem bekannten Entenschnabel steht die kleinste Reise-Enduro von BMW vor mir.

Erste Sitzprobe auf der 310 GS direkt am BMW Werk in Berlin.

Für mich immer spannend, die erste Sitzprobe. Unser Testbike ist mit der niedrigen Sitzbank ausgestattet und hat somit eine Sitzhöhe von 820 mm. Mit meinen 165 cm (Innenbeinlänge 80 cm) komme ich mit meinen normalen Stiefeln nur mit den Zehenspitzen auf den Boden. Zum Glück habe ich auch Motorradstiefel mit Erhöhung. Mit diesen ist die Höhe für mich kein Problem und ich fühle mich wohl auf der Maschine. Die schmale Sitzbank tut ihr Übriges dazu.

Ich sitze angenehm aufrecht auf der GS, Kupplung- und Bremshebel lassen sich in 4 Stufen optimal einstellen, sodass auch Fahrerinnen mit kleineren Händen hier problemlos schalten und bremsen können.

Das große Display, unter einem sehr minimal ausgestaltetem Windschild, zeigt mit Gang, gefahrenen Kilometern, verbleibende Reichweite, Drehzahl- und Geschwindigkeit alles an, was Frau wissen muss.

Der erste Eindruck ist gut und jetzt bin ich mal gespannt, wie sich die Reise-Enduro fahren lässt.

310 GS Display und schmale Taille
Ein aufgeräumtes Monochrome-Display zeigt dir alles an. Hier fällt auch die schmale Taille der Maschine auf.

Autobahn – wenn es sein muss

Vier Tage Oberlausitz liegen vor mir und der BMW G 310 GS. Mal sehen, wie das mit 34 PS funktionieren wird. Ich bin sicher kein Raser, doch ich fahre gerne zügig.

Mit Tankrucksack und vollgepackter Hecktasche geht es zunächst durch den dichten Stadtverkehr Berlins Richtung Autobahn. Hier zeigt sich, dass die kleine BMW durchaus stadttauglich ist. Wendig und leicht lassen sich die gerade mal 175 kg navigieren.

Ich bin gespannt, was ich auf der Autobahn aus der Maschine herausholen kann. Mein Kollege fährt mit seiner Tiger 800 voraus und ich muss kräftig am Gashahn ziehen und die Gänge bis zum Drehzahlbegrenzer ausfahren, um mithalten zu können. Bei 142 km/h ist Schluss. Mehr lässt sich aus dem Einzylinder nicht herausholen. Spaß fühlt sich anders an.

Bereits bei Geschwindigkeiten ab 120 km/h vibriert der Lenker unangenehm. Durch das kleine Windschild habe ich ein leichtes Naked Bike Feeling auf der Maschine. Trotzdem zerrt der Wind nicht zu sehr an meinem Kopf.
Beim ersten Tankstopp fällt mir auf, dass die Maschine noch etwas nachkippt, wenn ich sie auf den Seitenständer abstelle. Zu Beginn habe ich zunächst Bedenken, dass sie mir umkippt. Mit der Zeit gewöhne ich mich daran.

LED Scheinwerfer und Blinker an der 310 GS
LED Scheinwerfer und Blinker inklusive – So macht auch das kleine Schnabeltier ’ne Menge her.

Mehr Kurven = mehr Spaß

In der Oberlausitz angekommen darf die kleine Enduro zeigen, wofür sie gemacht ist. Kurvige Straßen, die sich durch die Landschaft schlängeln, hier zeigt die BMW ihre Stärken. Sie kippt fast schon von selbst in die Kurven, verzeiht auch mal einen Fahrfehler und kann locker mit den großen Bikes mithalten. Das zeigt sich vor allem, als wir auf den Jeschken mit seinen 1.012 Höhenmetern fahren. Hier überholen mich auf den ersten Kurven nur ein paar Supersportler.

Trotzdem schmerzen mir nach dem ersten Tag die Hände vom vielen Schalten. Auf den Geraden musste ich oft in einen niedrigeren Gang wechseln, damit ich genug Beschleunigung hatte, um mit den Kollegen mitzuhalten.
Nachdem die Maschine bereits eingefahren und ich somit keine Rücksicht auf die Drehzahl nehmen musste, habe ich die BMW am zweiten Tag beim Beschleunigen hochdrehen lassen, bis der Drehzahlbegrenzer einschritt und bin sie grundsätzlich bei 7.000 – 8000 Umdrehungen gefahren. Mit soviel Drehzahl-Schwung macht auch der Einzylinder Spaß!

BMW G 310 GS Off-ROad
Wo GS draufsteht, ist auch GS drin. Auch Off-Road macht die kleinste aller GS-Modelle richtig Spaß

Zum Glück haben wir einen ortskundigen Tourguide dabei, der uns auch über nicht so gut ausgebaute Straßen führt. Schließlich will ich wissen, wieviel Endurofeeling in der kleinen GS steckt. So geht es auch mal über Schotter- und Feldwege. Hier schluckt die BMW die Unebenheiten gut weg. Ein kurzer Ausflug auf einen unbefestigten Weg, der durch den vorangegangenen Regen ziemlich aufgeweicht ist, zeigt, dass die Maschine auch für Fahrten durch Matsch geeignet ist. Allerdings fühle ich mich dabei nicht so sicher wie auf der wesentlich schwereren BMW GS 1250.

Verbrauch

Obwohl ich das Motorrad in den vier Tagen ziemlich getreten habe, lag der durchschnittliche Verbrauch gerade mal bei knapp über 3 Litern.

Soziatest

Natürlich habe ich mich auch mal auf den Soziussitz begeben, um auch hier Erfahrung aus erster Hand weiterzugeben.
Die Sitzbank ist sehr klein und die Sozius-Fußrasten sind sehr hoch angebracht. Dadurch sitzt es sich alles andere als bequem auf der BMW Enduro. Für kurze Strecken ist das in Ordnung. Eine mehrtätige Tour als Sozia würde ich mit diesem Bike definitiv nicht machen wollen.

Was kostet die BMW G 310 GS ?

ab 6.180 Euro (DE) geht der BMW Enduro-Spaß los

Mein Fazit zur BMW G 310 GS

Die G 310 GS ist das ideale Bike für Fahranfängerinnen und Fahrerinnen, die es gerne ruhiger angehen lassen, hauptsächlich in der Stadt unterwegs sind und kurze Touren auf Landstraßen lieben.

Wer gerne zügig unterwegs ist, mit Sozia/Sozius fährt oder längere Touren plant ist mit einer größeren Maschine besser bedient.

In Summe ist die BMW G 310 GS eine schöne kleine Maschine, leicht in der Handhabung und auch für Fahranfängerinnen geeignet.

BMW G 310 GS 40 Years GS Edition
Die BMW G 310 GS in der 40 Years GS Edition
ProKontra
Sitzposition
Durch die aufrechte Sitzposition sind auch längere Strecken angenehm zu bewältigen
Windschild
Minimal vorhanden und gibt mehr ein Naked Bike-Feeling
Kupplung- und Bremshebel
Lassen sich jeweils in vier verschiedenen Positionen verstellen
Lauf(un)ruhe
Ab 120 km/h wird es ungemütlich, da der Lenker stark vibriert
Verbrauch
Gerade mal 3,3 Liter/100 km
Bashplate aus Kunststoff
Wirkt bilig und nicht allzu vertrauenserweckend
Wenn du die 310 GS auch mal Probefahren willst, dein BMW Motorradhändler hilft dir gern.


Disclaimer: Mit freundlicher Unterstützung vom BMW Werk Berlin

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*