Claudia traf auf der Intermot in Köln Ralf von Zero Motorcycles – und der hatte einiges im Gepäck: die gesamte neue 2026er Modellpalette des kalifornischen Elektro-Pioniers. Von der kleinen 45-km/h-Enduro bis zum fetten Flagship-Tourer war alles dabei. Wir haben uns die Modelle genau angeschaut.
Aller Anfang ist klein aber oho. So viel Spaß kann eine Zero machen. Wir beginnen mit der …

Zero XB – Die kleine Light Enduro für die Stadt
Klein, leicht, elektrisch – und mit Mofa-Führerschein fahrbar: Die Zero XB ist eine der drei komplett neuen Modelle für 2026 und richtet sich an alle, die mit einem AM-Führerschein (früher Mopedführerschein) unterwegs sein wollen. Die XB ist auf 45 km/h begrenzt und entspricht damit der 50-Kubikzentimeter-Klasse.
Der 2,4-kWh-Akku bringt die kleine Enduro rund 75 km weit – für den Alltag in der Stadt oder auf dem Land absolut alltagstauglich. Laden geht ganz unkompliziert: entweder das Motorrad direkt über den Ladeanschluss an der normalen Haushaltssteckdose einstöpseln (Ladezeit ca. 3 Stunden) oder den Akku mit dem Zündschlüssel schnell entnehmen und separat zuhause, im Büro oder sonstwo laden. Zwei Kabel lösen, Batterie rausziehen – fertig. Dass der Akku dabei kein Federgewicht ist, gehört zur Wahrheit dazu. Aber wer regelmäßig wechselt, spart das Fitnessstudio.
Die XB ist europaweit homologiert und mit dem kleinen Versicherungskennzeichen ganz einfach zuzulassen. Hier bietet Zero Motorcycles einen unkomplizierter Einstieg in die elektrische Zweiradwelt.
Zero XB Höchstgeschwindigkeit 45 km/h Leistung 7,5 kW / 10 PS (Spitze) Drehmoment 373 Nm (Hinterrad) Gewicht 63 kg Preis (UVP) ab 4.400 €

Zero XE – Die große Schwester fürs Gelände
Wer etwas mehr Power und die 125er-Klasse anpeilt, greift zur Zero XE. Mit A1-Führerschein fahrbar und auf unter 11 kW gedrosselt, ist sie europaweit homologiert und in der 125er-Klasse zugelassen.
Der größere 4,3-kWh-Akku ermöglicht eine Reichweite von rund 100 km auf der Straße – im Gelände sogar deutlich mehr, weil Elektromotoren dort besonders effizient arbeiten. Ralf berichtete von einem ganzen Tag Fahrspaß in einer Kiesgrube mit einer einzigen Akkuladung. Das Drehmoment am Hinterrad: satte 635 Nm. Im Sportmodus ist man quasi dauerhaft auf dem Hinterrad unterwegs. Die drei Fahrmodi Eco, Standard und Sport machen die XE vielseitig einsetzbar.
Wie bei der XB lässt sich auch hier der Akku entnehmen – etwas aufwendiger über die Sitzbank und eine Klappe vorne, aber ähnlich simpel. Mit Batterie wiegt die XE 101 kg, ohne sind es rund 80 kg – leicht genug für den Fahrradträger am Auto oder den Transport im Wohnmobil. Genau diese Kombination macht die XE übrigens auch bei Wohnmobilistinnen beliebt: kein Benzingeruch, keine auslaufenden Betriebsstoffe, und in manchen Wohnmobilen sogar direkt unterwegs aufladbar.
Aber auch Forstbehörden, Grenzschutz und militärische Einheiten interessieren sich für die XE – die Geräuscharmut und die Tatsache, dass ein Umfallen keinerlei Umweltschäden verursacht, machen sie taktisch attraktiv.
Zero XE Höchstgeschwindigkeit 85 km/h Leistung 15,5 kW / 21 PS (Spitze)
11 kw Dauerleistung (A1)Drehmoment 635 Nm (Hinterrad) Gewicht 101 kg Preis (UVP) ab 6.400 €

Zero LS1 – Der erste Roller in der Zero-Geschichte
Ein echter Meilenstein: Mit dem LS1 baut Zero zum ersten Mal einen Roller. Er ist das dritte Modell im „All Access”-Programm, das auf Fahrzeuge unter 10.000 Euro setzt und den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern soll. Insgesamt sechs Modelle sind für die nächsten zwei Jahre geplant – drei sind jetzt vorgestellt, drei weitere folgen.
Der LS1 fährt ebenfalls in der 125er-Klasse und ist mit A1-Führerschein fahrbar. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/h – wobei das Thermomanagement nach einigen Minuten auf 85 km/h regelt, was im urbanen Alltag aber vollkommen irrelevant ist.
Zwei Batterien à ca. 8 kg stecken serienmäßig im Roller und liefern etwas über 100 km Reichweite. Wer mehr will, kann unter dem Helmfach eine dritte Batterie einbauen und kommt damit auf 170 km. Das Helmfach selbst ist großzügig dimensioniert – ein Integralhelm passt locker rein. Die Batterien lassen sich mit einem Handgriff entnehmen und separat laden. Praktisch, leicht, alltagstauglich.
Auf der EICMA in Mailand und hier auf der Intermot hat der LS1 laut Ralf voll ins Schwarze getroffen – die Nachfrage ist enorm.
Eckdaten Zero LS1
Zero LS1 Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (dauerhaft: 85 km/h) Leistung 8,4 kW / 11,4 PS (Spitze)
11 kw Dauerleistung (A1)Drehmoment 240 Nm (Hinterrad) Gewicht — Preis (UVP) ab 5.185 €

Zero S – Das ausgewachsene 125er-Motorrad
Jetzt kommen die richtigen Motorräder. Die Zero S sieht aus wie ein vollwertiges Straßenmotorrad – und ist es auch, nur eben mit 11 kW Dauerleistung im Fahrzeugschein und damit in der 125er-Klasse. Damit ist die Zero S entweder mit A1-Führerschein oder der B196-Erweiterung des Autoführerscheins fahrbar.
De facto leistet die Zero S aber bis zu 45 kW / 60 PS und ist auf 135 km/h Höchstgeschwindigkeit abgeregelt. Das Drehmoment liegt bei 132 Nm – die S ist ein echter Renner.
Der 15,6-kWh-Akku (für 2026 aufgerüstet von 14,4 kWh) sitzt tief im Rahmen und geht nicht mal eben raus – das ist hier Mechaniker-Territorium. Muss aber auch nicht sein: Die Reichweite liegt bei rund 200 km, im Eco-Modus auch schonmal bei 230–250 km. Damit taugt die S durchaus für kleinere Touren.
Geladen wird über einen Typ-2-Anschluss – kompatibel mit allen öffentlichen E-Auto-Ladesäulen. Mit dem optionalen Rapid Charger ist der Akku in etwas über einer Stunde wieder voll. Eine halbe Stunde Laden zwischendurch bringt rund 100 km Reichweite nach. So kommen Tagesetappen von 350 bis 400 km locker in Reichweite.
Die Zero S ist kein neues Modell für 2026 – sie war schon 2025 im Programm. Neu ist der größere 15,6-kWh-Akku und ein 3,3-kW-Bordladegerät. Die Farbe Weiß wurde zurückgebracht, weil sie sich in der Vergangenheit sehr gut verkauft hat.
Zero S Höchstgeschwindigkeit 139 km/h Leistung 45 kW / 60 PS (Spitze)
11 kw Dauerleistung (A1/B196)Drehmoment 132 Nm (Hinterrad) Gewicht 185 kg Preis (UVP) ab 17.280 €

Zero SR/F – Das ausgewachsene Kraftpaket
Gleicher Rahmen, gleiche Sitzposition, gleiche Dimensionen wie die Zero S – aber eine ganz andere Leistungsklasse. Die Zero SR/F spielt in der A-Führerschein-Liga und bringt 190 Nm Drehmoment mit. Ein echtes Beschleunigungsmonster.
Das 2026er Modell von Zero Motorcycles ist leicht erkennbar an den neuen Winglets mit der eingeprägten Zahl „06″ – ein Verweis auf das Gründungsjahr 2006 von Zero Motorcycles in Santa Cruz, Kalifornien. 2026 wird Zero 20 Jahre alt – da darf man gespannt sein, was noch kommt.
Der 17,3-kWh-Akku bringt auch hier rund 220 bis 230 km Reichweite – je nach Fahrmodus und Gasfuß. Die etwas höhere Leistung zieht naturgemäß etwas mehr Energie. Geladen wird wie bei der S über Typ 2, mit Rapid Charger in etwa einer Stunde.
Zero SR/F Höchstgeschwindigkeit 200 km/h Leistung 83 kW / 113 PS (Spitze) Drehmoment 190 Nm Gewicht 227 kg Preis (UVP) ab 20.980 €

Zero DSR/X Black Forest Edition – Das Flagschiff
Und dann war da noch dieses Motorrad: Groß, schwarz, vollbepackt – die Zero DSR/X in der Sonderedition „Black Forest”. Ausstattungsseitig kommt sie mit SW-Motech-Koffersystem (Topcase + zwei Seitenkoffer), Tourenscheibe, Sturzbügeln, Aggressive Footpegs und Nebelscheinwerfern. Das Basismodell DSR/X von Zero Motorcycles hat die gleiche Leistung, verzichtet aber auf dieses Touring-Paket.
229 Nm Drehmoment – damit zählt das DSR/X zu den drehmomentstärksten Serienmotorrädern der Welt. Das Gewicht liegt bei knapp 250 kg, aber: Batterie (90 kg) und Motor (20 kg) sitzen extrem tief und mittig. Das ergibt einen niedrigen Schwerpunkt, der das Handling bemerkenswert handlich macht. Ralf bezeichnete es als eines der leichtesten Motorräder, die er je bewegt hat – trotz des Gewichts. Kein Kuppeln, kein Schalten. Einfach Gas aufdrehen, durch die Kurven ziehen und immer als Erste aus dem Kurvenscheitel heraus sein. In den Alpen gibt es laut Ralf nichts Besseres.
Die Reichweite liegt auch hier bei etwas über 200 km, Laden wieder über Typ 2 Stecker. Für alle, die nicht an der Ladesäule warten wollen: 20 Minuten reichen für genug Energie bis zum nächsten Stopp – ob das jetzt ein Biergarten, ein Café oder ein Motorradtreffpunkt ist, der mittlerweile häufig eine Wallbox hat.
Zero DSR/X Black Forest Edition Höchstgeschwindigkeit 180 km/h Leistung 75 kW / 102 PS (Spitze) Drehmoment 229 Nm Gewicht 247 kg Preis (UVP) ab 26.740 €
Zero Motorcycles hat mit der 2026er Palette wirklich für jede Zielgruppe etwas dabei – vom Berufseinsteiger mit Mofa-Führerschein bis zur erfahrenen Tourenfahrerin, die ein vollelektrisches Alpenabenteuer sucht. Wir sind gespannt, welche Modelle wir bald auf den Straßen sehen werden – und welche davon bei euch ganz oben auf der Wunschliste landen.
Zur Probefahrt mit einer Zero Deiner Wahl geht es hier entlang.
Viele weitere Infos zu Zero gibt es hier.

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