Christina – Beim Motorrad muss es Liebe auf den ersten Blick sein

Christina und ihre Kawasaki Ninja - Liebe auf den 1. Blick
Christina und ihre Kawasaki Ninja - Liebe auf den 1. Blick

Hallo, wie heißt du bitte? Christina
Und wie alt bist du? 30 Jahre
Was ist dein Job? Ich bin Ausbildungsleiterin bei einer Krankenkasse
Seit wann fährst du Motorrad? Seit September 2019

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Ich hatte in meiner Jugend schon mal eine Phase, in der ich mir gerne eine 125er zugelegt hätte. Da ich jedoch früh erwachsen werden musste und mit 16 Jahren bereits meine eigene Wohnung hatte, blieb kein Geld dafür übrig. Nach dem Abitur folgte die Ausbildung, der Vollzeitjob, das Fernstudium nebenbei…mir fiel immer was Neues für meinen Karriereweg ein. Bis es am Ende meines Studiums dann Klick gemacht hat. Ach, da war ja was – dein Privatleben! Und so holte ich mit 28 Jahren einiges nach. Ich bin in dieser Zeit oft als Sozia mitgefahren und spürte schnell – das will ich selbst tun. Ich fing noch während dem Abschließen meiner Bachelorarbeit mit dem Motorradführerschein an, um noch im Sommer 2019 in meine Freiheit fahren zu können! Das war eine meiner besten Entscheidungen.

Wer kann einer Kawasaki Ninja auch widerstehen?
Liebe auf den ersten Blick! Wer kann einer Kawasaki Ninja auch widerstehen?

Welches Motorrad fährst du?

Ich fahre eine Kawasaki Ninja 650 – Black Edition (Kawasaki müsste mich eigentlich dafür steinigen, dass ich alle grünen Elemente entfernt habe).

Warum hast du diese Maschine gewählt?

Ich hatte damals ehrlich gesagt mehrere Motorräder im Blick, wusste aber dass es für den Anfang eine 650er mit sportlicher Vollverkleidung sein soll. Zudem wollte ich mir ein, zu dem Zeitpunkt, neues Modell aus 2019 zulegen. Zu meinen Favoriten gehörten die Honda CBR 650R, eine Yamaha R6 und die Kawasaki Ninja 650.
Im TV sieht man oft bei diversen Sendungen, wie Frauen Brautkleider aussuchen und sich ihren heimlichen Favoriten bis zum Schluss aufheben. So war es bei mir mit dem Bike. Ich habe mich als letztes auf die Ninja 650 gesetzt und sofort zu Hause gefühlt. Ich glaube bei einem Motorrad muss es einfach Liebe auf den ersten Blick sein und man muss fühlen was zu einem passt.

Christnas "ME Time" auf Kawasaki Ninja
Christnas „ME Time“ auf Kawasaki Ninja

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Motorradfahren ist meine ganz persönliche „ME-Time“. Es ist für mich eine wohltuende Flucht aus dem Alltag. Ich arbeite in meinem Beruf im Personalwesen den ganzen Tag mit Menschen zusammen, das kann für den Kopf manchmal ganz schön anstrengend sein. Ich mag es beim Motorradfahren einfach mal für mich zu sein und den Kopf auszuschalten. Ich konzentriere mich dann nur auf das Fahren und genieße die Natur. Am liebsten fahre ich alleine oder zu zweit. Aber auch wenn ich mich gerne zum Motorradfahren zurückziehe, habe ich, seitdem ich fahre, viele neue Kontakte geknüpft und sogar neue Freundschaften geschlossen. Denn wie bekannt: gemeinsame Hobbys verbinden.

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrerinnen?

Ich bewundere Motorradfahrerinnen, die regelmäßig auf der Rennstrecke fahren. Ich bewundere sie nicht nur, ich bin sogar neidisch. Ich war bisher noch auf keiner Rennstecke, da ich Angst vor dem Suchtpotenzial habe. Ich bin mir ziemlich sicher, wenn man das einmal gemacht hat, will man immer wieder und immer mehr.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Meine größte Herausforderung war meine kleine Körpergröße. Ich bin nämlich nur knapp 1,60m klein. Für mich kam das Tieferlegen einer Maschine aber nicht in Frage. Da hat ja jeder eine andere Meinung dazu, aber ich wollte in die Geometrie meines Bikes nicht eingreifen. Also habe ich überlegt wie ich mich selbst „höher legen“ kann.

Ich hatte mir bereits ganz normale flache Stiefel gekauft und während den Fahrstunden mit einer Yamaha MT07 festgestellt, dass ich keinen sicheren Stand habe. Das hat mich unglaublich genervt. Viele sagen ja: „Ach, rutsch halt ein bisschen hin und her beim Anhalten“. Aber das war mir nichts. Ich wollte auch an Bergen oder Straßen mit Schräglage sicher stehen können. Also kam mir die Idee, meine Stiefel anzupassen.

Motorradfahren immer mit ordentlicher Schutzausrüstung
Motorradfahren immer mit ordentlicher Schutzausrüstung

So bin ich zum Schuster und hab mir sowohl hinten als auch vorne 2,5 cm dicke Sohlen bzw. Absätze dranschustern lassen. Der Schuster hat alles perfekt angepasst und in der Mitte der Sohel ein wenig ausgespart. Da er selbst Motorrad fährt wusste er, dass ich so die Fußraste dazwischen setzen kann, ohne das mein Bein unbequem zu weit oben sitzt. Ich war so froh, dass ich das gemacht habe!

Von da an hatte ich in jeder Situation einen sicheren Stand und musste mir nie wieder, kurz vor dem Anhalten, irgendwelche Gedanken machen. Ich weiss noch wie mein Fahrlehrer mich damals belächelt hat, als ich den ersten Tag mit meinen neuen „Dockers“ zur Fahrstunde kam. Aber letztendlich waren wir beide froh, dass ich einen Weg gefunden habe, sicher Motorrad fahren zu können!

DIY - Motorradstiefel mit Absatz
DIY – Motorradstiefel mit Absatz

Sieht professionell gemacht aus und hat mich in Summe 40 Euro gekostet. So kann sich jeder seine Lieblings-Motorradstiefel kaufen und diese anpassen lassen!

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation?

Ich habe zum Glück noch nie einen richtigen Motorradunfall gehabt. Die einzige brenzlige Situation, die ich mal erleben musste, war als mir ein Autofahrer zu schnell entgegenkam und er mir meinen Spiegel abgefahren hat. In diesem Moment hatte ich zum Glück keine Schräglage mehr und habe mich einfach nur an meine Maschine geklammert, um dem Aufprall Stand zu halten. Ich habe zwar meinen Spiegel mit voller Wucht am Schlüsselbein abbekommen, aber bis auf einen kurzen Schock und eine Prellung ist zum Glück nichts weiter passiert. Ich bin nach diesem Vorfall mit Freudentränen nach Hause gefahren, weil ich wirklich Glück hatte, dass ich nicht gestürzt bin. Zudem fuhr hinter mir noch eine Motorradfreundin. Das hätte bei einem Sturz für uns beide böse enden können.

Burg Eltz im Sonnenuntergang
Burg Eltz im Sonnenuntergang. Eine tolle Erinnerung.

Was war dein schönstes Erlebnis?

Mir fallen viele schöne Erlebnisse ein. Aber eingebrannt hat sich besonders der Sonnenuntergang bei der Burg Eltz in Rheinland-Pfalz. Ich treffe mich jährlich mit einer sehr guten Freundin, die ich durch das Motorradfahren kennen gelernt habe, zu einem Ausflug an die Mosel. Bei unserem ersten gemeinsamen Wochenendtrip sind wir an einem schönen Sommerabend mit unseren Motorrädern bis vor die Tür der Burg Eltz gefahren. Wir waren an dem Abend ganz alleine dort und konnten wunderschöne Bilder machen. Der schöne Sonnenuntergang, unsere Motorräder vor der atemberaubenden Burg Eltz und dieses Erlebnis mit einer Freundin zusammen teilen zu können, sind mir in toller Erinnerung geblieben.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren?
Warum reizt dich das?

Ich habe innerhalb von Deutschland schon viele Strecken gesehen und entdecke sehr gern neue Orte. Ich nehme mir jedes Jahr eine neue Gegend vor, denn auch Deutschland hat viele schöne Ecken, die man mit dem Motorrad wunderbar erkunden kann. Außerdem verbinde ich das Reisen mit dem Bike immer mit meinem 2. Hobby dem Fotografieren, sodass ich mir immer wieder neue Orte zum Knipsen suche.

Was ich auf jeden Fall mal machen möchte ist quer durch die Schweiz fahren. Normalerweise bin ich eher der Typ für Urlaub am Meer im Süden, aber für das Motorradfahren in meiner Lederkombi bevorzuge ich die kühleren Regionen mit idyllischen Landschaften, Seen und Bergen.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?

  • Lass dir nicht reinreden.
    Hör dir gerne Tipps und Tricks rund ums Motorradfahren von erfahrenen Motorradfahrenden an, aber finde deinen eigenen Weg
  • Kaufe dir ordentliche Schutzkleidung.
    Ich finde es geht nichts über qualitative Schutzkleidung. In meinen ersten Fahrstunden bin ich gerne mal beim engen Rechtsabbiegen wie ein Sack Kartoffeln umgefallen. Mit meiner dicken Lederkombi habe ich davon nichts gemerkt.
  • Fahre deinen eigenen Stil und denke nicht zu viel nach.
    Ich weiss noch wie ich mal nach einem Training total verkopft war mit verschiedenen Ansagen zum Anfahren einer Kurve, sodass ich daraufhin totalen Quatsch zusammengefahren habe. Fahre nach Gefühl und wie mein Trainer sagte: „Guckst du scheisse – fährst du scheisse“.
Finde deinen eigenen Weg. Christinas Rat zum Motorradfahren.
Finde deinen eigenen Weg. Christinas Rat zum Motorradfahren.

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Wenn eine Frau den brennenden Wunsch hat, selbst Motorrad zu fahren und keine Angst davor hat, sollte sie es definitiv tun. Ich finde nur dann sollten Frauen auch fahren. Wichtig ist, finde ich, dass man es nicht für andere macht, wie z.B. für den Freundeskreis oder den Partner.

Ist da noch etwas, was du unseren Leserinnen gern mitteilen möchtest?

Ich kann allen Motorradfahrenden nur empfehlen, mal ein Motorrad-Kurventraining oder Sicherheitstraining zu machen. Es macht unglaublich viel Spass und man bekommt ein besseres Gefühl für sein Motorrad, seinen Körper und seine eigenen Grenzen.

Hier kannst du Christina und ihrer Kawasaki Ninja 650 folgen.

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