Marie – Das Biken ist für mich Sinnbild von Freiheit

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Marie und Ihre Yamaha. Für Sie ein tolles EInsteiger-Bike.

Hallo, wie heißt Du bitte? Marie
Und wie alt bist Du? 29
Seit wann fährst Du Motorrad? Seit 2015

Wie und warum bist Du zum Motorradfahren gekommen?

Ganz klassisch bin ich zum Motorradfahren durch meinen Freund gekommen. Nicht ganz so klassisch war die Art und Weise. Denn ich habe ihn recht leidenschaftslos, schon fast widerwillig, zu einer Motorradmesse Anfang 2015 begleitet. Er selbst wollte schon lange den Motorradführerschein machen, ich nicht, und sich auf der Messe informieren. Dort angekommen beschlich mich aber ziemlich schnell das Gefühl: das willst du auch können! Ich wusste zwar nicht, ob ich es kann; geschweige denn worauf ich mich einlasse. Aber mein Ehrgeiz war gepackt und das Motorradfahren sah einfach nach einer Menge Spaß aus! Eine innere Stimme sagte mir, dass da ein großes Abendteuer auf mich wartet. Also haben wir im Frühjahr 2015 gemeinsam mit dem Führerschein begonnen.

Welches Motorrad fährst Du? Warum hast Du diese Maschine gewählt?

Aktuell fahre ich eine Yamaha MT-07 und eine Honda Fireblade SP. Das klingt ziemlich verrückt. Und ist es auch. Denn wie bei so vielen Entscheidungen im Leben verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl. Während ich meine ersten drei Jahre unheimlich viel auf und mit der MT-07 gelernt habe (ein tolles Einsteigermotorrad!), beschlich mich dann langsam aber sicher der Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Dass es eine Fireblade wurde, war absoluter Zufalle, aber: Liebe auf den ersten Blick. Ich wollte nie eine Supersportler, schon gar nicht der Extraklasse, aber diese Maschine hat mich direkt vom Hocker gehauen. Also war ich spontan und offen, aber auch ein bisschen verrückt und bin meinem Herzen gefolgt. Auch die Fireblade lehrt mich wieder so unheimlich viel und lässt mich über mich selbst hinaus wachsen. Für mich hat sie eine Seele, die mich fordert, fördert und besser werden lässt.

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Marie und Ihre Honda Fireblade, Liebe auf den ersten Blick.

Was bedeutet Dir Motorradfahren heute?

Auch wenn ich sehr leidenschaftlich Motorrad fahre, füllt das Biken nicht mein komplettes Leben aus. Es ist wichtig, dass einen viele unterschiedliche Dinge im Leben Spaß bereiten und glücklich machen. Denn viel zu schnell kann eines dieser Hobbys wegbrechen und man dadurch in ein tiefes Loch fallen. Gerade bei uns Motorradfahrern. Dennoch ist das Biken für mich wie für so viele das Sinnbild von Freiheit, Stärke und Selbstbestimmung. Durch die Leidenschaft zur Geschwindigkeit und der Kontrolle über eine starke Maschine, also voller Respekt eins mit ihr zu werden, bekommt man unheimlich viel Selbstbewusstsein geschenkt. Und auf einem Motorrad ist man schließlich einfach cooler als alle anderen ;-). Punkt.

Was bewunderst Du an anderen?

Grundsätzlich bewundere ich an anderen Willenskraft, Leidenschaft und Positivität. Auf das Motorrad fahren gemünzt schaue ich daher zu den Menschen auf, die authentisch und selbstsicher unterwegs sind. Die wissen was sie tun und das Motorradfahren nicht zur Selbstdarstellung nutzen. Deine Knieschleifer können noch so abgenutzt sein, wenn du das aber bspw. aus reinem Gruppenzwang tust oder um dich vor anderen zu profilieren, habe ich nichts anderes übrig außer Mitleid. Denn dann tust du all das nicht aus Leidenschaft, sondern aus einem Leidensdruck heraus, dir selbst nicht genug zu sein.

Was war Deine größte Herausforderung bisher?
Wie hast Du Sie gemeistert und wie hat das Dein weiteres (Biker)Leben beeinflusst?

Meine größte Herausforderung war bisher, mich beim Motorradfahren nicht mehr unter Druck zu setzen. Dieser Prozess hat sehr lange gedauert. Direkt zu Anfang wollte ich immer zu viel. Wollte genauso gut sein wie die erfahrenen Biker, mit denen ich unterwegs bin. Wollte alles so im Griff haben, so schnell um die Kurven kommen oder so viel technisches Verständnis haben. Aber irgendwann erkennt man, dass nur 2% von uns als Rossi auf die Welt kommen. Die restlichen 98% der Motorradfahrer unterscheiden sich nicht im Talent, sondern nur in der Fahrpraxis und ihrer Leidenschaft zum Biken. Also habe ich mir angewöhnt, meine eigenen Leistungen wertzuschätzen. Unter anderem, dass ich überhaupt den Mut aufbringe, all das zu tun. Nach schlechten Tagen immer wieder in den Sattel zu steigen oder nach Fehlschlägen nicht aufzugeben. Seitdem fahre ich sehr, sehr viel befreiter. Durch Übung. In meinem Tempo. Ohne nach „links oder rechts zu schauen“. Ich lasse keinen Raum mehr für dieses Kräftemessen mit anderen UND mit mir selbst, sondern suche nur noch Spaß und Freiheit im Biken.

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Marie hat auf Ihrer Yamaha viele schöne Erfahrungen gemacht, die Sie geprägt haben.

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast Du reagiert?

Die gab es natürlich schon. Glücklicherweise hatte ich noch keinen heftigen Sturz. Sehr erschrocken bin ich aber bspw., als ich mit zügiger Geschwindigkeit bei einer kurvigen Autobahnauffahrt über eine Bodenwelle fuhr und kurzzeitig die Kontrolle über meine Maschine verlor. Damals hatte ich nicht genug fahrerisches Können, um das zu korrigieren und bin auf die nächste Aufbringerspur geraten. Hätte sich in diesem Moment dort ein anderes Fahrzeug aufgehalten, wäre es wohl unschön ausgegangen. Aber es ging alles gut. In solchen Momenten ermahne ich mich, mein Glück und meinen Schutzengel nicht zu sehr herauszufordern, den Respekt beim Motorradfahren niemals zu verlieren und immer am Ball zu bleiben, die eigene Fahrtechnik zu verbessern.

Was war Dein schönstes Erlebnis?

Durch das Motorrad fahren erlebe ich wirklich unheimlich viele schöne Momente. Vor allem auch mit mir selbst. Es ist erstaunlich, wie sehr dieses Hobby meinen Charakter im positiven Sinne prägt. Und es ist toll, dass ich einen Weg gefunden habe, dass auch mit anderen teilen zu können. Unter www.motorradmieze.de habe ich mir in den vergangenen zwei Jahren einen Blog aufgebaut und teile dort sowie auf Instagram viele Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken. Damit anderen Mut zu machen, sich auch für den Motorradführerschein zu entscheiden und all die damit einhergehenden Herausforderungen anzugehen, freut mich unheimlich. Das ist eigentlich der schönste Aspekt in die Öffentlichkeit zu treten. Nicht sich selbst dazustellen, sondern als Sinnbild für eine Leidenschaft zu stehen, die dich im Leben auf so vielen Ebenen weiterbringen kann.

Wo oder welche Strecke würdest Du gern einmal fahren? Warum reizt Dich das?

Auch wenn man das bei meiner Wahl zur Fireblade nicht glauben mag, bin ich wenig rennstreckenaffin. Das hat verschiedene Gründe. Aber aktuell passt es nicht in mein Konzept wie ich das Motorradfahren leben will. Aus der Erfahrung heraus kann sich das jedoch noch ändern.

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Marie freut sich auf die vielen neuen Erlebnisse mit Ihrer Honda Fireblade.

Was würdest Du Dir selbst raten, wenn Du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?
Drei Tipps aus Deiner persönlichen Erfahrung?

  • Lass die anderen labern und zieh deinen eigenen (Motorrad-)stiefel durch! Habt verdammt nochmal Spaß! Viel zu oft erlebe ich, dass sich Biker – leider auch vor allem Bikerinnen – unter Druck setzen. Mich inbegriffen. Schneller, tiefer, weiter. Für den Hobbymotorradfahrer sollte das Ganze zu keinem Wettbewerb werden. Es soll Alltagsausgleich sein und Spaß bringen. Hier ist Stress, Selbstkritik im zu hohem Maße und Hadern fehl am Platz. Sich selbst und sein Können beim Motorrad fahren zu reflektieren ist wichtig. Druck war noch nie ein guter Lehrer.
  • Nur Übung macht den Meister. Du wirst nicht besser und vor allem sicherer, wenn du nicht fährst, fährst, fährst. Außerdem erachte ich Trainings als wichtige und richtige Sache. Dort übt man brenzlige Situationen nicht in der Heftigkeit eines Ernstfalles, aber Abläufe werden im Gehirn bereits einprogrammiert. Außerdem lernt man sein Motorrad besser kennen und baut dadurch Vertrauen zu ihm auf. Sehr wichtig, um im Fall der Fälle souverän und voller Selbstvertrauen zu agieren.
  • Denk im Straßenverkehr für alle anderen mit. Halte den steten Blickkontakt zu Autofahrern, fahre den Straßenbedingungen angepasst und sei immer und jederzeit bremsbereit. Konzentration ist außerdem das A und O. Lieber eine Pause mehr als zu wenig. Lieber nicht auf das Motorrad steigen, wenn du ein mulmiges Gefühl hast, deine Kumpels dich aber trotzdem überreden wollen. Lieber nicht an die Grenzen gehen, wenn das möglicherweise dein aktuelles Können übersteigt. Genau das sind wir denjenigen schuldig, die zu Hause auf unsere Rückkehr warten.

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Weil wir es können! 🙂

Marie schreibt auf Ihrem Blog Motorradmieze über’s Motorradfahren.

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