Die Berge Albaniens – BMW GS Trophy 2022 Tag 2

Kurs: 164 km - Von der Burg Berat zum Ohridsee

Der Ruf der Berge Albaniens ist laut und staubig. BMW GS Trophy 2022
Der Ruf der Berge Albaniens ist laut und staubig. BMW GS Trophy 2022

Ohridsee, Albanien. Die Berge Albaniens waren heute die große Herausforderung für die Fahrerinnen der BMW Motorrad International GS Trophy 2022. Lange neun Stunden auf Bergtrails galt es zu „genießen“. Die Strecke führte durch das Zentralgebirge ostwärts bis an die Grenze zwischen Albanien und Mazedonien und endete am Ufer des Ohridsees.

Die GS Trophy-Fahrer:innen standen wieder einmal im Morgengrauen auf, doch heute ging es nicht direkt hinaus, sondern direkt hinein – in die erste Sonderprüfung des Tages, der Metzeler Challenge auf dem Gelände der Burg von Berat.

Sonnenaufgang in den Bergen Albaniens
Sonnenaufgang in den Bergen Albaniens

Hier erwartete die Teams die Aufgabe, das Vorderrad einer BMW R 1250 GS auszubauen, mit ihm zu einer Kompressorpumpe zu laufen, den Reifen auf exakt 2,0 bar aufzupumpen und das Rad dann wieder einzubauen.

Zum Schluss musste das Motorrad über die Ziellinie geschoben werden. Nichts leichter als das! Doch um dabei schnell zu sein, muss man seine Werkzeuggröße kennen, manche Dinge im Kopf haben, z. B. auf welcher Seite sich der ABS-Ring befindet, und außerdem muss man wissen, dass man für eine sichere Fahrt das Bremspedal pumpen sollte. Vertut man sich bei nur einem dieser Punkte, handelt man sich Strafpunkte ein. Und im Eifer des Gefechts können selbst den geübtesten Teams Fehler unterlaufen – und genau das passierte auch!

Radwechsel an der BMW GS
Radwechsel an der GS für Ruhm, Ehre und Punkte bei der BMW GS Trophy 2022

Rad drann und weiter durch die Berge Albaniens

Nach dem Radwechsel machten sich die GS-Fahrer:innen auf den Weg in den Tomorr-Nationalpark, der für seine einzigartige Artenvielfalt bekannt und inzwischen auch geschützt ist. Die sich durch Buchen- und Kiefernwälder schlängelnden Trails, die aus einem Mix aus Kalksteinbrocken, Felsen, Sand und Schlamm bestanden, waren stellenweise von den Hinterlassenschaften der geschützten Wildtiere wie Wölfen und Wildschweinen übersät. Die erste Hälfte des Trails dominierte der beeindruckende Tomorr. Später führte der Trail hinunter in die breite Talsohle des Flusses Osum und bot eine ständig wechselnde, immer wieder überraschende Abfolge von Wildnis und ländlichen Ausblicken.

Akrapovic Challenge

Um die Mitte des Tages erwartete die Fahrer:innen, mitten in den Bergen Albaniens, auf einer Hochweide in Gramsh die zweite Sonderprüfung, die Akrapovic Challenge – eine technische Trial-Prüfung gegen die Uhr mit den üblichen Strafen für Stöße, Kursabweichungen, Stürze usw. Der steile Auf- und Abstieg stellte die Geschicklichkeit und Nerven der Fahrer:innen auf die Probe und konfrontierte sie mit dem ewigen Dilemma, entweder langsamer zu fahren und Fehler zu reduzieren oder schneller zu fahren und die Strafen hoffentlich durch eine schnelle Zeit auszugleichen.

Die Landschaft ist unglaublich schön. Das kann man sich im Kopf nicht ausmalen. Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben.

Teresita Rivas, Frauenteam Lateinamerika

Am Nachmittag stand eine dreistündige Trail-Ausfahrt auf dem Programm, die erneut hinauf in die Berge des Zentralgebirges führte. Nach einem anstrengenden, steinigen Steigung erreichte der Trail mit 1.524 m die höchste Höhe des Tages. Danach verlief er über eine Hochweidelandschaft, in der Hirten ihre Schafe hüteten. Nach der Durchquerung eines Waldes mit vielen Schlammlöchern und Felspartien – die für ein Höchstmaß an technischer Raffinesse sorgten – begann schließlich eine lange, einstündige Abfahrt zum Ziel und zum zweiten UNESCO-Welterbe der GS Trophy, dem Ohridsee, dem ältesten See Europas.

Damen Team Frankreich GS Trophy 2022
Nicht ärgern lassen und die Berge Albaniens genießen – So macht es auch die GS-Pilotin aus Team Frankreich.

Testergebnisse des Tages

Bei den Frauen konnte das deutsche Team seine gute Form bestätigen und die Führung ausbauen. Team Mexiko hat Team Südafrika vom zweiten Platz verdrängt.

In der Männerwertunghaben wir einen neuen Spitzenreiter. Nachdem das britische Team heute in beiden Tests satte Strafen kassiert hat, führt nun das thailändische Team den Wettbewerb an. Gleichzeitig hat das amtierende Siegerteam Südafrika zu den Führenden aufgeschlossen.
 
Morgen steht den GS-Fahrer:innen eine 200 km lange Strecke in Richtung Süden durch die Berge bevor, die nahe der Grenze zu Griechenland endet, auf der die GS Trophy die Erkundung dieses faszinierenden Landes fortsetzt. Die Berge Albaniens sind für alle Fahrer eine Herausforderung.

Albanien Tag 2, Gesamtwertung:

Frauenteams:

  1. Deutschland 76
  2. Mexiko 66
  3. Südafrika 64
  4. Frankreich 62
  5. Lateinamerika 54
  6. Brasilien 42

Männerteams:

  1. Thailand 66 Punkte
  2. Vereinigtes Königreich 62
  3. Südafrika 52
  4. Deutschland 37
  5. China 2022 37
  6. Korea 36
  7. Japan 35
  8. Niederlande 32
  9. China 2020 31
  10. USA 29
  11. Lateinamerika 28  
  12. Indien 26
  13. Brasilien 23
  14. Mexiko 18
  15. Frankreich 17

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