Deutsches Fahrzeugmuseum Fichtelberg ist heute eins unserer Ziele. Mitten im Fichtelgebirge, eingebettet in waldige Hügel und das Gefühl von Roadtrip-Freiheit, steht ein Museum, das nach Motorenöl, Abenteuer – und Geschichte riecht. Als wir heute die heiligen Technikhallen betreten, empfängt uns Constantin, der hier mit spürbarer Leidenschaft durch mehr als ein Jahrhundert Mobilitätsgeschichte führt. Und schon beim ersten Rundblick wird klar: Hier schlägt nicht nur das Herz von Autonarren, Petrolheads und Flugzeugfans höher.

Auch Motorradfahrerinnen finden schnell Geschichten, die dir direkt das Benzin ins Blut treiben. Und Constatin ist der Herr der Geschichten. Er kennt wirklich alle Exponate und deren Werdegang, bis sie irgendwann hier in Fichtelberg angekommen sind.

Wo alles begann: Die Geburtsstunde des Automobils
Constantin blickt uns an, als wolle er sicherstellen, dass wir die Antwort kennen, bevor er fragt: „1886 – sagt euch das was?“
Natürlich. Das Jahr, in dem Karl Benz den Patentmotorwagen anmeldete. Doch die Anekdote, die Constantin danach erzählt, ist die, die uns wirklich einfängt:
Berta Benz, die 1888 kurzerhand die erste Langstreckenfahrt der Welt unternahm – ohne Erlaubnis, aber mit Mut, zwei Söhnen auf der Rückbank und einer Vision. Eine Frau, die Geschichte schreibt, indem sie einfach losfährt. Große Herausforderung damals: Tankstellen. Die gab es noch nicht! Und wo tankte Berta jetzt? Apotheken boten die Lösung und Waschbenzin war der Treibstoff … SHE is a RIDER – schon damals!
Von V8-Biestern und waghalsigen Visionen
Doch wir sind nicht nur der Vergangenheit wegen hier. Constantin führt uns zu einem Motorrad, das allein durch seine Präsenz den Raum füllt: eine Boss Hoss aus dem Jahr 2007. OK, auch Vergangenheit.
- 502 PS.
- 8,2 Liter V8.
- 750 Newtonmeter Drehmoment.
Das ist ein absolutes Vernunftfahrzeug. Ein Monster auf zwei Rädern – das Gegenteil von dem, was als Nächstes kommt.
Denn nach dem Motorzilla macht Constantin mit uns einen Zeitsprung, der kaum größer sein könnte: zurück in die Nachkriegsjahre. Deutsches Fahrzeugmuseum Fichtelberg … hier findest du alles!

50 Kubik, 1 PS – und eine Idee, die ein Land bewegte
Wir stehen vor einem unscheinbaren, fast filigranen Zweirad. Ein Fahrrad mit Motor. Ein Moped – oder besser: das Moped. Baujahr 1952, Marke Rex.
Nach dem Krieg lag Deutschland in Trümmern, Mobilität war Luxus. Die Lösung? Ein Gefährt, das sich jeder leisten konnte: leicht, einfach, zuverlässig.
Und plötzlich ergibt auch der Begriff Moped Sinn:
Motor + Pedale.
Constantin erklärt, wie der kleine 50-Kubik-Motor per Riemen das Vorderrad antrieb, wie es kaum Regeln, keine Helmpflicht und keine Versicherung gab – nur die Beschränkung auf 33 Kilogramm, das Gewicht eines Kohlesacks. Und wie diese Regel später fiel, weil die Fahrzeuge immer schneller wurden und die zarten Rahmen der neuen Power nicht standhielten.
Was folgte, war die Geburtsstunde der Sportmopeds – 1957, eine Ära, die bis heute Legenden schreibt.

Geschichten aus Stahl und Gummi
Während wir durch die Mopedausstellung gehen, wird klar: Jedes einzelne Exponat hier könnte ein Kapitel füllen. Es sind Maschinen, die nicht nur gebaut, sondern erlebt wurden – und deren Geschichten man irgendwie noch hören kann.
Zum Schluss bedanken wir uns bei Konstantin für die kleine Zeitreise – und dafür, dass er uns gezeigt hat:
Ob 1 PS oder 500 – die Faszination beginnt immer mit dem ersten Dreh am Gasgriff.

Deutsches Fahrzeugmuseum Fichtelberg
Mitten im idyllischen Fichtelgebirge befindet sich das Deutsche Fahrzeugmuseum Fichtelberg – ein echtes Ausflugsziel für alle, die Motor und Mobilität lieben. Es ist mehr als nur eine Ausstellung: Hier erlebst
du (Automobil)geschichte hautnah, cross über vier Räder, zwei Räder, Fluggeräte, Landmaschinen und Exoten.

Warum das Museum perfekt für Riderinnen & Rider ist
- Die Sammlung deckt alle Epochen ab – von den Anfängen um 1896 bis
zur Neuzeit. - Neben Autos findest du unter anderem Motorräder, Flugzeuge,
Traktoren und Dampfmaschinen – also auch starke Schnittmengen zu
Zweirädern. - Gute Erreichbarkeit, viel Platz zum Staunen – ideal nach einer
Kurvenfahrt durchs Gebirge. - Auch barrierefrei: Alle Hallen sind laut Webseite mit Rollstuhl
befahrbar.

Was erwartet dich im Deutschen Fahrzeugmuseum Fichtelberg?
- Mehr als 1.000 Exponate – vom Oldtimer über Youngtimer bis hin zu
Raritäten. - Thematisch breit: Nicht nur „Autos“, sondern auch Motorräder,
Feuerwehrfahrzeuge, Traktoren, Flugzeuge, Dampfmaschinen. - Drei Hallen plus überdachtes Freigelände – genug Raum für Entdecker.
- Direkt daneben: Restaurant mit Biergarten – perfekt für eine Pause
nach dem Rundgang.
Praktische Infos
- Adresse: Nagler Weg 9‑10, 95686 Fichtelberg.
- Öffnungszeiten: In der Regel Samstag & Sonntag 10.00–17.00 Uhr; in
Ferienzeiten Di–So geöffnet.
Ideal in Kombination mit einem Motorradausflug: Kurvenreiches Gebirge, Museumspause, Rückfahrt im Licht der Nachmittagssonne!

Tipp für deinen Besuch
Pack dir eine Kamera oder dein Smartphone ein – und nimm dir Zeit. Nicht
nur die großen Marken glänzen, sondern auch die kleinen Geschichten
zwischen den Maschinen. Zwischen kolossalen V8s und filigranen Mopeds
findest du genau das, was SHE is a RIDER ausmacht: Leidenschaft, Technik
– und Fahrgefühl.
Viele weitere Infos zum Deutschen Fahrzeugmuseum Fichtelberg findest du hier.
Wir sind dann mal raus … für dieses Mal.

Disclaimer: Mit freundlicher Unterstützung von Tourismusverband Fichtelgebirge

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