Can-Am Ryker und Spyder – Dreiräder mit viel PS für Erwachsene

Can-Am testen in Südfrankreich
Can-Am testen auf kurvigen Straßen in den Bergen Südfrankreichs

Can-Am testen an der Cote d’Azur. Als ich die Einladung im Posteingang fand, wusste ich zunächst nicht, dass es sich dabei um motorisierte Dreiräder für Erwachsene handelt. Auf der Webseite von Can-Am fand ich dann nicht nur Informationen zu den einzelnen Modellen, sondern auch „Frauen voll in Fahrt“. Auf diesen Seiten spricht Can-Am speziell die weibliche Klientel an. Jetzt war ich erst recht neugierig auf das motorisierte Dreirad.

So ging es an einem kühlen Samstagmorgen auf nach Nizza, um in wunderschöner Umgebung die unterschiedlichen Modelle zu testen. Überrascht war ich, als ich feststellen musste, dass ich – neben der Ansprechpartnerin von Can-Am – die einzige Frau in der Runde war. Ich war davon ausgegangen, dass es darum ging, Frauen als Käuferinnen der Can-Ams zu gewinnen. Nun gut – falsch gedacht 😉

Mit dem Can-Am Roadster Ryker 900 durch Nizza
Mit dem Can-Am Roadster Ryker 900 durch Nizza

Can-Am Ryker 900 und Spyder F3

Auf dem Parkplatz des Hotels warteten bereits der Ryker 900, Spyder F3 und Spyder RT darauf mit mir und den Kollegen anderer Magazine auf Tour zu gehen.
Mir hatte es besonders der sportliche Roadster Ryker 900 angetan. Mit kurzem Lenker und knalligem blau mit grünen Akzenten wirklich ein Schmuckstück. Anders als bei üblichen Trikes haben die Modelle von Can-Am zwei Räder vorn und eins hinten.

Autoführerschein genügt!

Bevor ich losfahren konnte, wurde das Dreirad auf meine Bedürfnisse angepasst. Wie das geht? Die Fußrasten lassen sich mit ein paar leichten Griffen auf die richtige Position einstellen, sodass ich sehr bequem sitzen konnte. Ufit nennt sich dieses System, mit dem auch der Lenker in die richtige Position gebracht werden kann.

Sabine und ihr CanAm Spyder F3
Sabine und ihr Spyder F3

Nichts für empfindliche Hinterteile

Upps – ein leichtes Drehen am Gas und schon schießt der Ryker nach vorn. Nach einer sehr kurzen Proberunde auf dem Parkplatz des Hotels ging es zunächst Richtung Zentrum von Nizza. Und hier zeigte sich für mich, dass da doch ein gewaltiger Unterschied zu meinem Motorrad besteht. Der Ryker hat keine Servolenkung und das bedeutet, dass der Kraftaufwand zum Lenken für mich deutlich spürbar war. Das für mich ausgewählte Modell hatte zudem einen sportlichen Lenker, der kürzer als der Originallenker war. Dadurch wurde das Lenken für mich zur sportlichen Aktion. Für mich fühlte es sich an, als wäre ich mit einem Go-Kart unterwegs. Nach ein paar Kilometern hatte ich mich daran gewöhnt und es ging etwas leichter. Zudem war es für mich hilfreich, mich auf dem bequemen Sitz zu bewegen, wenn ich durch eine Kurve wollte. Da halfen meine Motorradkenntnisse.

Ungewohnt war für mich auch, dass der Can-Am Ryker nur mit einer Fußbremse ausgestattet ist und dank der Semi-Automatik kuppeln nicht erforderlich war. So fing ich an, die Fahrt immer mehr zu genießen und traute mich immer schneller durch die Kurven zu fahren. Dank des Fahrzeugstabilisationssystems VSS bestand nie die Gefahr, ins Kippen zu kommen, wenn es doch mal flotter in die Kurven ging. Bei der knapp dreistündigen Tour überwiegte der Fahrspaß. Eine lange Tagestour möchte ich mit dem Ryker nicht machen. Dafür ist die Federung zu sportlich und der Fahrtkomfort entsprechend gering.

Bequemes Reisen mit dem Spyder RT

Für lange Touren oder gar eine Urlaubsreise bietet sich für Alleinreisende der Spyder F3 und zu Zweit der Spyder RT an, den ich am nächsten Tag testen durfte.
Zusätzlich zu den bereits benannten Features wartet dieses Modell mit einem Rückwärtsgang auf und jeder Menge Stauraum, sogar eine USB-Buchse ist mit an Bord.

Optisch wird der Spyder im Vergleich zum Ryker bulliger. Wenn ich mal sexistisch sein darf, dann ist der Ryker optisch mit einem sportlichen Sprinter und der Spyder mit einem muskulösen Bodybuilder vergleichbar.

Bereits nach den ersten Metern ist spürbar, dass der Spyder über eine bessere Dämpfung verfügt. Entspannt sitze ich auf dem Dreirad und genieße die Fahrt.

Sozia sein mit viel Komfort

Can-Am Spyder RT mit viel Komfort für Fahrer und Sozius
Üppige 177 Liter Stauraum bieten viel Platz für alles, was man unterwegs brauchen und vielleicht gebrauchen könnte.


Als es später in die Berge geht, verzichte ich wegen meiner Höhenangst darauf, den Lenker in die eigenen Hände zu nehmen und übe mich als Sozia. Denn da habe ich die Möglichkeit, die Augen zu schließen, wenn mir der Abgrund doch zu tief erscheint. Doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Auch der Soziussitz ist bequem und ich sitze mit angenehmen Kniewinkel hinten auf dem Gefährt.

Flott ging die Fahrt durch die Berge hinter Nizza. Auch beim Spyder genügte ein kurzer Griff am Gas, um ihn nach vorne schnellen zu lassen. Das konnten wir auf den Geraden immer wieder testen. Auch die engen Kurven der Gorges du Verdon nahm der Spyder mühelos. Als Sozia konnte ich die beeindruckende Landschaft in vollen Zügen genießen, auch wenn ich zwischendurch dann doch die Augen schließen musste, weil mir der Abgrund dann doch zu nah kam.

Es ist kalt, es ist nass und der CanAm Spyder RT geht wie auf Schienen durch die Kurve
Es ist kalt, es ist nass und der CanAm Spyder RT geht wie auf Schienen durch die Kurve

Mein Fazit

Mit den Can-Am Modellen kann Frau nach kurzer Eingewöhnung viel Spaß haben. Mein subjektiver Eindruck ist jedoch, dass sich jemand ohne Motorraderfahrung zu Beginn etwas leichter tut.

Wer ein bequemes Gefährt für längere Touren oder den Urlaub zu zweit sucht, der ist mit dem Spyder RT gut bedient. Für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder kurze Wege würde ich zum Ryker greifen.

Can-Am Modellübersicht

Sowohl den Ryker als auch die Modelle Spyder F3 und Spyder RT gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Eine große Auswahl an Farben rundet das Portfolio ab.

Can-Am bietet viele Farbvarianten und Designs für den Ryker
Can-Am bietet viele Farbvarianten und Designs für den Ryker

Can-Am Rkyer

  • Wahlmöglichkeit zwischen Rotax Motoren mit 600 oder 900 ccm
  • Sicherheit: Twist-and-Go-Automatikgetriebe, Fahrzeugstabilisierungssystem und Kraftstofftankschloss
  • Wartungsarmer Antriebsstrang mit Antriebswellentechnologie
  • Ergonomische Anpassung von Fußrasten und Lenker mit werkzeugloser Verstellbarkeit
  • Viele Individualisierungsmöglichkeiten
  • ECO-Modus und Sport-Modus (für mehr Spaß beim Driften auf befestigten Straßen) erhältlich, mit der Möglichkeit, sich für einen 900 ccm-Motor zu entscheiden

Preis: ab 10.675 EUR

Can-Am Spyder F3 hier in der Special Series Variante
Can-Am Spyder F3 hier in der Special Series Variante

Can-Am Spyder F3

  • Motor Rotax 1330 ccm (115 PS) mit Halbautomatikgetriebe, Fahrzeugstabilisierungssystem und Eco-Modus
  • Entspannte Cruiser-Sitzposition mit UFit-System
  • 24,4 Liter Stauraum
  • Frontkotflügel mit integrierten LED-Leuchten
  • 11,4 cm breite Digitalanzeige

Preis: ab 20.351 EUR

Can-Am Spyder RT in der Limited Edition
Can-Am Spyder RT in der Limited Edition

Can-Am Spyder RT

  • Motor Rotax 1330 ccm (84 kW/115 PS) mit Halbautomatikgetriebe, Fahrzeugstabilisierungssystem und Eco-Modus
  • Ultimativer Komfort für 2 mit automatischer Niveauregulierung hinten, integrierter Rückenlehne für den Beifahrer, beheizten Sitzen und Handgriffen für Fahrer und Beifahrer.
  • 177 Liter Stauraum mit LinQ kompatiblem Topcase
  • BRP Premium-Audiosystem mit 6 Lautsprechern und 19,8 cm breites Vollfarb-LCD-Display
  • Inkl. BRP Connect

Preis: ab 31.251 EUR

Viele weitere Infos zu den Can-Am Modellen und die Buchungsmöglichkeit zur Probefahrt findet ihr hier.

Südfrankreich ist immer gut für eine Motorradtour. Mehr Reisegeschichten findest du hier.

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