Suzuki V-Strom 1050 Test- und Fahrbericht

Eine tolles Motorrad, mit dem sich entspannt überall fahren lässt

Suzuki VStrom 1050 Test
Suzuki VStrom 1050 Test mit Sabine im Juli 2020 in Berlin und Brandenburg.

Die V-Strom 1050 wird uns per Spedition direkt vor die Redaktionstüre geliefert. Eine Woche im Juli darf ich die V-Strom 1050 Modelljahr 2020 in grau-schwarz testen und habe mir schon mal schöne Strecken im Berliner Umland ausgesucht. Auf gehts zum Suzuki VStrom 1050 Test.

Suzuki V-Strom 1050 XT im Gebirge
Richtig, das ist die Suzuki V-Strom 1050 XT und das ist auch nicht in Brandenburg. Trotzdem ein schönes Foto.

Erster Eindruck

Wer sich mit der Geschichte der Suzuki Adventure Bikes beschäftigt hat, der erkennt sofort den Entenschnabel, der an die legendäre DR Big aus den Jahren 1990 – 1999 erinnert. Die Sitzhöhe ist mit 855 mm (niedrige Sitzbank 825 mm, hohe Sitzbank 880mm) stattlich und für meine Größe am obersten Limit. Ich schaffe es gerade mal mit den Zehenspitzen auf den Boden.
Das monochrome LCD-Multifunktionsdisplay lässt sich auch bei strahlendem Sonnenschein gut ablesen. Dominant wird die Drehzahl angezeigt, daneben u. a. Geschwindigkeit, Gang, Kilometerzahl, und die Uhrzeit. Die Kontrollleuchten für Drehzahl, Frostwarnung, Blinker, Fernlicht, Traktionskontrolle, ABS-Kontrolle und Neutralstellung werden rechts und links am Display angezeigt.

Links am Cockpit (seitlich) befindet sich auch der USB-Port.

Suzuki V-Strom-1050 Cockpit mit LCD
Das Cockpit der Suzuki V-Strom 1050 wird vom LCD dominiert. Auch be grellem Sonnenlicht ist alles gut lesbar. Links unten der USB-Port.

Das Windschild ist groß und scheint einer längeren Autobahn-Etappe gewachsen zu sein. Leider lässt es sich bei der V-Strom 1050 nur mit Werkzeug verstellen. Wer es komfortabler möchte, sollte sich die Suzuki V-Strom 1050 XT gönnen.

Der Gepäckträger am Heck bietet genug Platz für Reisegepäck, zudem können Seitenkoffer montiert werden. Zubehör gibt es entweder direkt bei Suzuki oder diversen Anbietern.

Infos zum Suzuki V-Strom Top-Alu-Koffersystem oder passendes Zubehör bei Hepco&Becker

Dann wollen wir mal los

Ein kurzer Druck auf den Startknopf und der Motor startet. Wie bei Suzuki inzwischen üblich verfügt die Maschine über einen Assistenten für niedrige Drehzahlen, der die Leerlaufdrehzahl überwacht und diese automatisch beim Anfahren oder Langsamfahren erhöht, um ein Absterben des Motors zu verhindern.

Dann wollen wir mal testen, wie sich die Maschine im Stadtverkehr bewegen lässt. Trotz ihrer 236 kg habe ich nicht das Gefühl auf einem schweren Motorrad zu sitzen. Durch die schmale Sitzbank fühle ich mich auf der Maschine wohl und auch mit dem hohen Gewicht lässt sich die V-Strom gut durch den Verkehr manövrieren.

Alle Bedienelemente sind gut erreichbar und das Schalten geht problemlos.
Besonders gut gefällt mir dabei auch das SCAS (Suzuki Clutch Asssist System), durch das die Bedienung der Kupplung wesentlich erleichtert wird und dank des Drehzahlassistenten komme ich gut durch den Feierabendverkehr in Berlin. Trotzdem zieht es mich raus aus der Stadt.

Wenn es mal schnell gehen muss …

… dann darf es auch mal die Autobahn sein. Deshalb fahre ich den ersten Teil meiner geplanten Strecke auf der A10. Hier habe ich die Möglichkeit, mal richtig am Gashahn zu drehen und bin erstaunt, dass die Maschine selbst im 6. Gang noch richtig an Fahrt zunimmt.

Der Suzuki VStrom 1050 Test zeigt, Geschwindigkeiten von 200 km/h sind kein Problem und das Windschild leitet den Wind bei meiner Größe von 165 cm wunderbar über meine Kopf hinweg. Selbst bei hoher Geschwindigkeit bleibt die V-Strom 1050 ruhig, zieht sauber ihre Bahn und es ist kein Pendeln zu spüren. Ohne den Blick auf den Tacho hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell unterwegs bin.

Suzuki VStrom1050 Cockpit in der Kurve
So sieht man als Suzuki-Fahrerin die Landschaft an sich vorbeifliegen.

Kurvige Landstraßen und auch mal Gelände

Am nächsten Tag zieht es mich dann auf die Landstraße. Ich habe mir eine schöne kurvige Strecke in Brandenburg ausgesucht, die mich auch mal auf unbefestigte Straßen führt. Hier will ich sehen, wieviel Adventure in der V-Strom 1050 steckt.
Schnell stellt sich heraus, dass die Maschine sich hier am wohlsten fühlt. Kurvenfahren macht so richtig Spaß und die über 1000 ccm und 107 PS im V2-Motor kommen richtig zur Geltung. Es bewährt sich, dass Suzuki den zuverlässigen, bewährten Motor aus der SV 1000 in die Adventure Bikes übernommen und immer weiter entwickelt hat.
Auch bei niedrigen Drehzahlen hat die Maschine immer genug Power, damit ich entspannt und ruhig cruisen kann. Schon ab 2.000 Touren geht die Maschine vehement voran.

Einfach mehr Bums – für entspannte Langstrecken, weil immer genug Leistung da ist.

Sabine, Suzuki-Tester

Lediglich beim Runterschalten habe ich mit der Motorbremse am Anfang so mein Thema. Wenn ich vor der Kurve zwei Gänge runter schalte, um die Motorbremse zu nutzen um nach der Kurve wieder satt heraus beschleunigen zu können, dann greift die Drehzahlerhöhung ein, um die Maschine (wie oben beschrieben) vor dem Absterben zu bewahren. Das führt kurzzeitig zu einem erneuten Vorschub der Maschine. Nach einigen Kilometern habe ich mich jedoch daran gewöhnt.

Apropos Bremsen, die greifen bei der VStrom sofort und sicher, so dass ich alle Situationen gut meistern kann. Das ABS spricht sehr dezent und effektiv an.
Die V-Strom verfügt über drei Fahrmodi, die sich einfach wechseln lassen. Zum gemütlichen Fahren über Landstraßen reicht die Stufe C. Diese ist auch der Fahrmodus der Wahl bei Regen. Die Stufen A und B lassen eine sportlichere Fahrweise zu.

Schotterwege, egal ob in Brandenburg oder in den Bergen, machen der Suzuki VStrom 1050 nichts aus und der Fahrerin großen Spaß.

Das im Berliner Umland durchaus oft anzutreffende Kopfsteinpflaster stört die Suzuki kein bisschen. Hier ist sie richtig in ihrem Element und spielt ihr Fahrwerk perfekt aus. Locker fährt sie darüber hinweg. Auch unbefestigte Straßen lassen sich mit dem Adventure Bike gut befahren und ich lasse jeden meckernden Fahrer auf seinem Sportbike hinter mir. Die Fußrasten sind optimal angebracht, so dass sich auch längere Passagen gut im Stehen fahren lassen. Aufgrund des Gewichts ist sie auf Dauer jedoch nicht für unwegsames Gelände, Sandwege etc… geeignet.

Im Fahrwerk steckt genug Enduro, um die Landstraßen Brandenburgs glatt zu bügeln.

Sabine, SHE is a RIDER

Beim Parken macht sich die Größe des Motorrads dann doch bemerkbar. Ich muss mir eine ebene Stelle suchen und das Motorrad so hinstellen, dass ich sofort losfahren kann. Rangieren ist für mich aufgrund von Höhe und Masse der Maschine kaum möglich.

Dann mach ich mal Suzuki-Sozia

Vielleicht sind Einige von Euch auch mal mit Sozius unterwegs, deshalb habe ich mich mal hinten draufgesetzt und den Praxistest gemacht.
Auch hier ist der Sitz angenehm weich und ich fühle mich sofort wohl. Nach ca. einer Stunde machen sich jedoch die relativ hoch angebrachten Fußrasten und somit der Kniewinkel bemerkbar. Trotz meiner geringen Körpergröße fangen meine Beine an zu schmerzen und es wird unbequem.
Ich fahre dann doch lieber selbst.

Suzuki VStrom 1050 Test auf SHE is a RIDER mit Sabine
Sabine, Suzuki-Testerin und “lieber selbst-Fahrerin”. Mit Sabines sportlichen 165cm ist das Motorrad-Rangieren ein wenig Schwerstarbeit.

Suzuki VStrom 1050 Test – Mein Fazit

Positiv hervorheben lässt sich die angenehm weiche, für meinen Geschmack genau richtig gepolsterte Sitzbank und die aufrechte Sitzposition, die entspanntes Fahren auch auf langen Strecken möglich machen. Das LCD-Display ist gut ablesbar und die Bedienung ist einfach.

Der Spritverbrauch ist mit knapp 5 Litern/100 km ebenfalls ein Pluspunkt.
Einziger Störfaktor ist das Gewicht. Rangieren mit der Maschine wird für mich „Knirps“ dadurch zur Schwerstarbeit.

In Summe ist die Suzuki V-Strom 1050 eine tolle Maschine, mit der sich entspannt überall fahren lässt:
Du kannst über die Landstraße bummeln, längere Autobahnetappen zügig fahren und auch kurze Ausflüge ins Gelände sind möglich.

ProKontra
Sitzposition
Durch die aufrechte Sitzposition sind auch längere Strecken angenehm zu bewältigen.
Sitzhöhe
Für kleinere Personen ist die Sitzhöhe ungeeignet. Hier hilft nur eine Tieferlegung.
Sitzpolster
Angenehm weich, so dass auch längere Touren problemlos möglich sind.
Design
Langweilige Farbauswahl

Display-Kontrast
Die Anzeige lässt sich auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesen.
Display
Nur Monochrom
Kupplung
Leichtgängig dank SCAS
Emotionen
Toller Sound & satter Durchzug

Wer unsere Erfahrungen aus dem Suzuki VStrom 1050 Test selbst erleben will, der sollte beim Suzuki-Motorradhändler seines Vertrauens eine Probefahrt machen. Alle Infos hier.

Disclaimer
Mit freundlicher Unterstützung von Suzuki Deutschland GmbH.

Teilen Sie diesen Post:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*