Caro – Mach das, was Dich glücklich macht

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Das ist Caro auf Queeni, ihrer Honda Africa Twin.

Hallo, wie heißt Du bitte? Carolin vom Blog ‘Caro Unterwegs’
Und wie alt bist Du? 30
Was ist Dein Job? Künsterlin und Kämpferin, aber klassisch ausgebildet bin ich als Erzieherin und Schauspielerin
Seit wann fährst Du Motorrad? Oktober 2017

Wie und warum bist Du zum Motorradfahren gekommen?

Schicksal. Bis zu meinem 29 Lebensjahr hatte ich rein gar nichts mit Motorrädern oder Bikern zu tun. Dann lernte ich über meinen Kampfsport einen Trainer kennen, bei dem ich ganz spontan als Sozia mitfuhr. Diese Fahrt hat mich so geflasht, dass ich quasi reflexartig den Führerschein gemacht habe.

Wer mich nicht kennt: Ich bin eher so der autonome Freiheitstyp, der sein Leben ungern in andere Hände legt. Deswegen war klar – dat Mädel muss an den Lenker statt hinten drauf mitzufahren.

Erste Fahrschule: ”Komm im nächsten Frühjahr nochmal wieder, wir machen jetzt im Winter nur Theorieunterricht”.
Zweite Fahrschule: ”Klar, kannst direkt anfangen”. Und zwei Monate später war ich dann die glücklichste Motorradfahrerin, die es im Winter 2017 gab.

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Das ist Caro: Motorradfahrerin, Künstlerin, Kämperin. Bild: Chris Feith

Welches Motorrad fährst Du? Warum hast Du diese Maschine gewählt?

Natürlich das schönste, kultigste, abenteuergeeignetste, unkaputtbarste Reisemotorrad und Trainingsgerät dieser Welt! `Ne Honda Africa Twin RD 07 – liebevoll Queeni genannt, in Anlehung an ihren Ruf ‘Königin der Wüste’.

Der Name erklärt schon das „Warum“. Ich möchte nämlich in die Wüste Gobi fahren. Da mein Motorrad mit ihrem Vorbesitzer schon dort war, und er mir die Maschine noch während ich den Motorradführerschein machte zum Kauf angeboten hatte, hab’ ich nicht lange überlegt.

Andere Motorräder sind sicher auch schön, kultig etc., nur habe ich mit denen in den 16 Monaten, die ich jetzt fahre, so gut wie keine Erfahrung gemacht. Kommt alles noch. Und solange schwärme ich für die Africa Twin, denn auf ihr habe ich das Fahren lieben gelernt. Ich glaube, das verbindet uns tief.

Was bedeutet Dir Motorradfahren heute?

Es ist Auslöser und Inhalt meines Lebensabschnitts:
‘Lebe-Dein-volles-Potenzial-und-mach-verdammt-nochmal-was-DICH-glücklich-macht-denn-das-Leben-kann-jeden-Moment-vorbei-sein!’
Inhalt: Die eigene (Schöpfer-)Kraft erweitern, Freiheit leben, die Welt entdecken und sich selbst dabei besser kennenlernen.

Sicherheitshinweis: Vorsicht, kann glücklich machende Elemente enthalten und zu allergischen Reaktionen im Umfeld führen.

Sicherheitsmaßnahme: Sich von anderen nix ausreden lassen! (Never be limited by others limited imaginations)
 
Okay, ich gebe zu, ES IST EINE GROßE LIEBE (Aber pssssst!)
Motorradfahren ist eine Herausforderung, die mir viel Mut und Sicherheit gibt, aber auch abverlangt. Ich könnte mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.

Was bewunderst Du an anderen?

Ihr Wissen im technischen Bereich, ihre abenteuerlichen und lebensbereichernden Erfahrungen was Reisen betrifft.
Den Mut und die Hingabe, den Jemand für eine Sache aufbringt, die seinem Herzenswunsch entspricht.
Eine positive, vertrauensvolle Lebenseinstellung.

Und einiges andere, wo ich noch Entwicklungspotenzial habe, wie z.B. Geduld, Rennstrecken- und Offroaderfahrungen u.a.

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Caro fokussiert sich auf das Leben nah an der Natur und das Reisen mit dem Motorrad.

Was war Deine größte Herausforderung bisher?
Wie hast Du Sie gemeistert und wie hat das Dein weiteres (Biker)Leben beeinflusst?

Mich von alten Einflüssen frei zu machen, meine Träume zu visualisieren und mein Leben so umzugestalten, dass ich mehr von dem machen kann, was mich glücklich macht.
Sprich: Meinen sicheren Job zu kündigen und auf einen Campingplatz zu ziehen, um mich voll und ganz auf meine persönlichen Ziele, also das Schreiben, Videos machen, Motorradfahren und Reisen fokussieren zu können.

Gemeistert mit Hilfe von einigen wundervollen Menschen an meiner Seite und harter Arbeit an mir selbst, d.h. an meinen Zielen, meinen Werten, meiner Vergangenheit und dem, wer ich bin.

Mein Bikerleben kann nun erst so richtig losgehen, besonders das als Motorradabenteurerin und Reisende. Es bekommt zwar auch einen ‘ernsteren Touch’, denn es ist nicht mehr nur Leidenschaft und Spaß, sondern auch ‘Arbeit’. Aber ich habe mir das ganz bewusst so ausgesucht, weil diese ‘Arbeit’ mich erfüllt, persönlich weiterbringt und stärkt. Es tut einfach gut. Das waren quasi die ersten herausfordernden Schritte auf dem Weg zu meinem Ziel der Selbstverwirklichung. Jetzt geht die Reise weiter …

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast Du reagiert?

Ehrlich gesagt, die gefühlt brenzligste Situation war, als mir Queeni in den ersten Wochen des Fahrens beim Warten an einer Ampel umgekippt ist. Merkste selbst, war Kinkerlitzchen.

Aber frage mich Ende 2019 nochmal, wenn ich einige Offroadtrainings und den ACT Portugal hinter mir habe…

Was war Dein schönstes Erlebnis?

Allein und ohne große Planung, 16 Tage, mit Queeni und Zelt durch Süddeutschland, Schweiz, Frankreich und Italien. Mein erstes Mal länger mit dem Motorrad unterwegs und das erste Mal Frankreich – Cote d’Azur & Vogesen … das war pures Glück und Freiheit.

Sich einfach auf den Weg machen ist das Beste, auch ohne große Planung! Denn wer dem Weg vertraut, hat sein Ziel bereits erreicht.
Als sich dann eines Abends bei einem Regenguss herausstellte, dass mein Zelt undicht ist und einfach alles unter Wasser stand, ich mitten in der Nacht von dem dumpfen Fallgeräusch meines Motorrads geweckt wurde, das wegen dem eingsunkenem Seitenständer auf mein Zelt gekippt war und ich am nächsten Tag keine trockenen Klamotten und Papiere hatte, wurde mir klar: Intensives Leben bedeutet für mich auch, die Komfortzone zu verlassen, denn das sind die Momente, in denen ich mich besonders lebendig fühle.

Außerdem und grundsätzlich, immer wenn ich auf’s Motorrad steige oder eine schöne Strecke fahre und unter meinem Helm laute Freudenschreie mache, weil sich das Leben in diesem Moment so deutlich von seiner schönsten Seite zeigt .

Und das erste Erwachen in meinem Wohnwagen, den ich nach der Frankreichreise gekauft habe, um auf dem Campingplatz zu leben. Draußen war der erste Schnee des Jahres gefallen, den ich von meinem warmen Bett aus durch die Fenster in meinen Garten fallen sehen konnte.
Da war dieses Gefühl: Du hast es geschafft, deinen Traum vom naturnahen, unabhängigen Wohnen im Eigentum wahr zu machen und es ist noch schöner als Du es Dir erträumt hattest.

Ich könnte jetzt noch mehrere Seiten mit schönen Erlebnissen vollschreiben. Es gab einfach sehr viele davon, seit ich Motorrad fahre.

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Caro und Queeni auf dem Weg gen Wüste Gobi … so irgendwie halt.

Wo oder welche Strecke würdest Du gern einmal fahren? Warum reizt Dich das?

Die ganze Welt! Weil sie mir noch unbekannt ist und ich meinen Horizont erweitern und viel erleben möchte!

Okay, jetzt mal klein anfangen: Die Mongolei. Einmal in der Wüste Gobi sein, die Weite erleben, die Natur, die Wildnis, die Stille und Ruhe (abgesehen von dem lauten Pochen meines Herzens, was mit jedem Schlag ‘Caro, wir haben’s geschafft’ rufen wird).

Was würdest Du Dir selbst raten, wenn Du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest? Drei Tipps aus Deiner persönlichen Erfahrung?

  • Fahr, so oft du kannst, denn nur das macht Dich sicherer.
  • Such Dir Leute, die es besser können und lerne von ihnen. Facebookgruppen und Trainings können hilfreich sein, um Kontakte zu knüpfen, wenn Du wie ich vorher nix mit der Motorradszene zu tun hattest.
  • Ängste sind okay und gehören dazu, lass Dich nur nicht von Ihnen beherrschen. Hör auf Dein Herz und vertraue, es wird Dir schon das Richtige sagen. Und wenn es mal nicht so aussieht, dann sollst Du daraus etwas lernen. Alles hat einen Sinn.
     

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Warum sollte Frau nur ein angenehmes und sicheres Leben haben, wenn sie ein mega erfahrungsreiches, erfülltes, inspirierendes, buntes, intensives Leben haben kann, an dessen Ende sie sich sagen wird: Ich habe mich ausgelebt! (Gilt auch für Mann!)

Wer Motorrad fährt,

  • sieht mehr von der Welt,
  • hat immer frischen Wind um die Nase,
  • fühlt Freiheit, lebt intensiver und gestärkt,
  • darf permanent lernen und sich neuen Herausforderungen stellen,
  • findet schnell und überall Anschluss,
  • hat ein Hobby was verbindet und gleichzeitig autonom bleiben lässt, wer das möchte.

Mit jedem Kilometer zieht ein Stück Erlebtes an Dir vorbei und gleichzeitig sammelst Du einen Haufen neuer Erfahrungen für eine bereichernde Zukunft.

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2 Kommentare

  1. Liebe Caro, ich bin durch “Zu-fall” auf deinen Artikel gestoßen und beeindruckt. Mit jedem deiner Worte kann ich deine Freiheit, dein Leben, dein Gefühl und deinen Traum spüren. Deine Geschichte berührt und erfüllt. Das ist einfach nur wundervoll. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, noch einen wundervollen, intensiven, Freiheitserfüllenden Weg. Herzensgrüße Melanie

    • Melanie, ganz wunderschön Deinen Kommentar zu lesen. Es erfüllt mich mit Freude zu erfahren, dass ich Dich und hoffentlich auch viele andere so positiv mitnehmen kann. Ich danke Dir von ganzem Herzen dafür und wünsche Dir alles Gute!

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