Janine – Scheiss auf die, die hinter dir sind

Scheiss auf die, die hinter dir sind
Janine - Scheiss auf die, die hinter dir sind!

Hallo, wie heißt du bitte? Janine
Und wie alt bist du? 32
Was ist dein Job? Beamtin
Seit wann fährst du Motorrad? Seit dem 27.08.2012

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Als Kind und Jugendliche bin ich mindestens zehn Jahre lang, beinahe täglich, mit der Straßenbahn zu meinem Training der Rhythmischen Sportgymnastik gefahren. Dabei fuhr ich jedes Mal an einem Motorradhändler vorbei, der an seiner Fassade eine giftgrüne Ninja abgebildet hatte. Und da habe ich mich in dieses Motorrad verliebt und zu mir gesagt: “Wenn ich groß bin, fahre ich genau so eine!”
Da mein Papa in jungen Jahren selbst gefahren ist und er mein größtes Vorbild war lag es nur Nahe, dass ich auch fahren wollte. Un nichts anderes als genau diese Ninja von der Fassade… in genau diesem grün!
So entstand der Wunsch, als Erwachsene nach der Leistungssportkarriere, selbst zu fahren. Dann lernte ich 2009 meinen heutigen Mann, welcher selber leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, kennen! Als wir ein Paar wurden, sagte er zu mir: “Wenn du wirklich willst, dann mach es!”
Und nun fahre ich seit 2012 Motorrad.

Motorradfahren und Rhytmische Sportgymnastik mit Kawasaki
Zehn Jahre rhythmische Sportgymnastik machens möglich!

Welches Motorrad fährst du? Warum hast du diese Maschine gewählt?

Mit meinem frisch erworbenen Führerschein ging ich zu dem oben erwähnten Motorradhändler und wollte eine Probefahrt mit der ZX6r machen. Doch auf den ersten Metern merkte ich bereits – das wird nichts. Sie passt nicht. Ich bin nichtmal vom Hof gefahren weil ich einfach zu klein war/bin. Nach einigen Tränen der Enttäuschung zeigte er mir meine jetzige Kawasaki ER-6f und was man aus ihr machen kann – mit ein paar Aufklebern. Da er der ehemalige Lehrling meines Papas war, hat er sich besonders viel Mühe gegeben, das Motorrad nach meinen Wünschen zu gestalten.
Und so ist Sie es geworden. Ich hätte es damals nicht gedacht, aber ich habe mich komplett in das Bike verliebt. Sie gefällt mir richtig gut und passt hervorragend zu mir! Den Traum von der Kawasaki Ninja habe ich aber noch nicht ganz aufgegeben.

Kawasaki ER-6f ist Janines Traumbike zum Motorradfahren - SHE is a RIDER
Die Kawasaki ER-6f ist Janines Traumbike geworden.

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Es bedeutet für mich vor allem Auszeit! Seit ich Mama bin, nutze ich täglich die 70 bis 80km (je nach Strecke) ins Büro zum Abschalten. So schaffe ich die Trennung zwischen Dienst und Zuhause, damit ich nichts von dem Gesehenen oder Erlebten mit Heim nehme. Ich lasse es irgendwo auf der Landstraße – meist merke ich in einem bestimmten Waldstück, dass der Kopf nun frei ist. Es ist meine “Me-Time” oder meine kleine Auszeit vom Alltag. Motorradfahren ist einfach etwas, was nur Motorradfahrer verstehen. Das Gefühl Motorradfahren zu können ist für mich fast unbeschreiblich, weil es so schön ist!

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrer/fahrerinnen?

Ich glaube da gibts nur zwei Dinge: Ich bewundere die Fahrer und Fahrerinnen die völlig entspannt auf der Rennstrecke ihr Knie oder Ellenbogen auf den Boden bekommen. Einfach die Leistung die sie dort erbringen. Ich bin der Meinung, dass das auf der öffentlichen Straße nix zu suchen hat. Obwohl ich es natürlich auch gern könnte!
(Ersteres ist vermutlich auch berufsbedingt!)

Und das Zweite, was ich bewundere, sind die Motorradfahrer, die sich im öffentlichen Straßenverkehr scheinbar völlig mühelos bewegen. Ich bin da leider zu sehr Kopfmensch und denke zu oft über “was kann jetzt hier und da passieren” nach.
Ich habe keine Angst aber für neue Strecken und Erfahrungen brauche ich viel Mut! Und vor allem: Niemals Zuschauer! Deswegen probiere ich Neues meist morgens 5 Uhr aus.

Kawaski Kuss auf Tank
“Heute morgen habe ich meinem Schatz noch einen zärtlichen Kuss gegeben.”

Was war deine größte Herausforderung bisher? Wie hast du sie gemeistert und wie hat das dein weiteres (Biker)Leben beeinflusst?

Schwierige Frage. Ich denke die größte Herausforderung war, dass wieder aufsteigen in 2018 nach einem Sturz und eingegipsten Unterschenkel. Denn wenn man zulange wartet entsteht Angst und die sollte niemals mitfahren. Mein Unfall hat mir einfach gezeigt, dass man niemals denken sollte: “Ach, ich habe Vorfahrt!” Denn manche Autofahrer interessiert das nicht.
Man kann hinfallen aber man sollte immer wieder aufstehen. Klingt kitschig ist aber so! 

Gab es schon mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast du reagiert?

Der eben erwähnte Unfall 2018. Ich war auf einer abbiegenden Hauptstraße unterwegs und weil ich eh gerade erst losgefahren war, noch recht langsam. Im Augenwinkel sah ich von rechts ein Auto nahen, dass keine Vorfahrt gehabt hätte. Und wie im Affekt habe ich beide Bremsen gezogen – großer Fehler ich weiß – und es kam wie s kommen musste. Wir legten uns mit rund 10km/h hin und rutschten ein bisschen über den Asphalt. Der Autofahrer hat natürlich nicht angehalten und hätte mich, wenn ich nicht so abgestiegen wäre, voll mitgenommen. Das Ergebnis waren viele Kratzer am Bike, ein verbogener Kupplungshebel und bei mir ein vier Wochen lang eingegipster Unterschenkel. Ich weiß nicht mehr, warum ich trotz Vorfahrt so langsam unterwegs war, aber heute weiß ich: zum Glück!

Was war dein schönstes Erlebnis?

Da gibt es mehrere. Eins ist noch gar nicht so lange her:  Das erste Mal auf den großen Feldberg in Hessen. Ich habe mich überwunden und war so glücklich danach und vor allem Stolz! So stolz, dass ich ihn danach noch mehrfach morgens zum Sonnenaufgang gefahren bin!
Ich habe mir für das erste Mal einfach Zeit gelassen und die Strecke völlig ohne Stress und Druck befahren. Ich bin einfach gefahren und dann stand ich plötzlich oben. Die berühmte Applauskurve war dann gar nicht so spektakulär. Aber es hat Spaß gemacht. Und was hat es mir gezeigt?: Neues wagen lohnt sich!
Die anderen schönen Erlebnisse waren als Boxenmauerschildhalterin für ein kleines Hobbyrennteam auf dem Nürburgring. Und irgendwann fahre ich auch mal vor der Boxenmauer lang und stehe nicht nur dahinter!

Boxenmauerschildhalterin - SHE is a RIDER
Außerdem ist Janine qualifizierte Boxenmauerschildhalterin – SHE is a RIDER

Wo und welche Strecke würdest du gern einmal befahren?

Ganz klar: den Nürburgring! So oft schon dort gewesen aber nie mit einem Bike auf der Strecke. Die Strecke reizt mich weil ich mit ihr viele lustige Tage, Abende und gute Freunde in Verbindung bringe. Und  damit ich endlich auch so gut fahren kann wie die, die ich bewundere, ist ein Kurven- und Rennstreckentraining fast überfällig!

Was würdest Du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest? Drei Tipps aus deiner persönlichen Erfahrung!

  • Schalte den Kopf aus! 
  • Genieß es!
  • Scheiss auf die, die hinter dir sind! Denke nicht drüber nach was die über dich denken könnten!
Kawasaki ER 6f und rotes Kleid
Traumbike und Traumfrau. Janine kann beides!

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Weil es viel zu schön ist, um es allein den Männern zu überlassen! Außerdem sind Frauen, die Motorradfahren, etwas ganz Besonderes und Einmaliges!

Ist da noch etwas, was Du unseren Leserinnen gern mitteilen möchtest?

Fahrt niemals ohne Schutzkleidung! Egal wie heiß es ist – es gibt keinen guten Grund, in Tshirt und/oder Jeans zu fahren!

Wenn du mehr über Janine und ihr Mädchen Nr2 wissen möchtest, dann folge ihr hier.

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