LeMia – Es hat mich nie los gelassen

BMW F800-SHE is a RIDER
LeMia und ihre BMW F650 GS ... farblich abgestimmt und beide strahlen.

Dein Name: LeMia, man nennt mich auch Mia oder in Biker-Foren auch „coufi“ (sprich: tsofi)
Dein Alter: Baujahr 1974 😉
Dein Job: Account Managerin im Chemiehandel
Seit wann fährst Du Motorrad: seit 2004

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Ich wollte immer schon Motorrad fahren, Seit ich denken kann, haben mich Motorräder
fasziniert. Mit 14 bin ich, unerlauberterweise, mit dem Mofa meiner Mutter immer zum Bahnhof gefahren, um in die Arbeit zu kommen. Mit 18 wollte ich dann auch den Führerschein machen, da hatte aber mein damaliger Freund (und späterer Mann und Ex-Mann) etwas dagegen. Somit habe ich, seinetwegen, darauf verzichtet. Es hat mich aber nie los gelassen. Der Traum war immer da.

Als ich 30 wurde, sagte ich zu ihm: „So, jetzt bin ich erwachsen und will jetzt endlich Motorrad fahren, ob es dir paßt oder nicht“.  Nach einigem hin und her (weil er partout nicht fahren wollte), hab ich mich dann für eine 125er entschieden. Die Gründe „Schauen wir mal, wie es mir überhaupt nocht gefällt“ , „Zum in die Arbeit fahren reichts“, „Um allein in der Gegend herum zu fahren reicht es ebenfalls“ …

Wir (mein mittlerweile Ex-Mann) machten dann also gemeinsam die sechs Stunden für die 125er. Seine Intention dazu: Ich mach es nur, damit ich damit fahren darf – sollte mal was sein.
Drei Wochen später, stand seine eigene 125er bei uns daheim.

Zwei Saisonen, und ca. 30.000 km später machten wir beiden den großen Führerschein. Ich kaufte mir damals, noch ohne den Führerschein zu haben, eine BMW F 650 GS, genannt „Gisela“.
Tja und seither liebe ich es um so mehr.

BMW F800R SHE is a RIDER
Die BMW F1150 R in gelb hört auf den Namen Roudy.

Welches Motorrad fährst du?
Warum hast du diese Maschine gewählt?

Aktuell, seit 2014, fahre ich eine BMW F 800 R, Bj 2014 mit Namen „Franzi“.
Davor hatte ich eine R 1150 R, genannt „Roudy“ und davor meine Gisela.
Warum ich mich für diese Maschinen entschieden habe, ist ganz einfach gesagt: Es war mir immer wichtig, mit den Beinen einen guten Stand am Boden zu haben und ich mußte mich darauf wohl fühlen. Marke, Image etc. war mir nie wichtig.

Was bedeutet dir Motorrad fahren heute?

Es ist mein großes Hobby, ich liebe mein Bike . Auch wenn es nur eine kleine Runde ist, bin ich seelig und es ist der Ausgleich zu meinem Job und Alltag.

Was bewunderst du an anderen?

Eigentlich bin ich nicht der Mensch, der andere bewundert, was sie haben und können. Jeder Mensch ist wie er eben ist und das ist gut so. Was ich aber trotzdem „bewundere“ ist, daß sie sich oft mehr trauen als ich, wenn es um enge, uneinsichtige Kurven geht.

Was war deine größte Herausforderung bisher?
Wie hast du sie gemeistert und wie hat das dein weiteres (Biker) Leben beeinflußt?

Hmm … das ist schwer zu sagen. Jede fremde Tour ist eine neue Herausforderung, aber die wohl größte Herausforderung war die Stelvio, wo mir bergauf die R1150R abgestorben ist und ich überlegen mußte, wie ich sie wieder zum laufen bekomme. Absteigen und abstellen war nicht möglich an dieser Stelle, also mußte ich auf dem Bike sitzen bleiben und die Ruhe bewahren. Es ist mir gelungen. Kurz gewartet und neu gestartet. Die Höhenluft hat ihr wohl nicht gut getan. Beeinflußt hat mich diese Situation gar nicht, aber es hat mir bestätigt, was ich immer schon wußte: ich mag enge Straßen und Kurven nicht.
Ich bin die Stelvio zwar dann noch einmal gefahren, aber sie und ich, werden in diesem Leben keine Freunde mehr.

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation?
Was war es und wie hast du reagiert?

Also so eine wirklich gefährliche, brenzlige Situation hatte ich, Gott sei Dank, noch nicht.
Natürlich muß man immer aufpassen, mehr auf die anderen, als auf sich selbst. In Kreuzungsbereichen passe ich immer sehr auf oder wenn ich merke, daß ein Verkehrsteilnehmer unsicher ist oder sich komisch verhält.

BMW Motorrad SHE is a RIDER
LeMia auf ihrem BMW Motorrad in Kurvenlaune. Bild: Motorrad Magazin.

Was war dein schönstes Erlebnis?

Oh, da gab es sehr viele, aber das eindeutig Schönste war, als ich damals mit einem Freund den Pass Pordoi (wahrscheinlich zum x-ten Mal schon gefahren) hinauf gewedelt bin.
Es war ein perfekter Tag: Wetter super, nicht allzuviel Verkehr, wir konnten die Kurven so richtig schwungvoll genießen.
Oben angekommen, rissen wir uns den Helm vom Kopf und meinten beide „Alter war das jetzt geil“. Das war 2011 – und wir sprechen heute noch darüber.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren?
Warum reizt dich das?

Ich habe ehrlich gesagt keine Wunschstrecke. Ich würde gern mal in/nach/durch Spanien fahren.
Weil ich das Land mag und die Straßen auch toll sind.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du heute mit dem Motorrad fahren beginnen würdest?
Drei Tipps aus deiner persönlichen Erfahrung?

  • Niemals damit beginnen, nur weil es jemand anderer von dir möchte (z.b. der Mann, weil er selbst fährt und nicht mehr mit Sozia fahren will)
  • Spezielle Trainings für Frauen machen. Die bringen es wirklich. Frauen fahren einmal anders als Männer.
  • Fahre immer nur, wenn du körperlich und geistig in der Lage dazu bist. Wenn man in der Früh aufsteht und merkt, da ist der Hund drin, sollte man nicht aufs Bike steigen. Klar habe ich es auch schon gemacht, und manchmal war es sogar gut um den Kopf frei zu bekommen, aber meistens hakt es dann hinten und vorne und der Tag macht keinen Spaß.
She is a Rider
Manchmal muss Frau einfach durchtamen.

Warum sollte Frau Motorrad fahren?

Nur weil sie es möchte – aus sonst keinem anderen Grund. Und sie sollte sich ihr Bike aussuchen und nicht jemand anderes.
Ich habe mal ein Pärchen im Urlaub kennen gelernt, er ein Harley-Fahrer und sie mußte sich auch eine kaufen, weil er es so wollte. Sie hat mir erzählt, daß sie mit dem Bike nicht glücklich ist, zu unhandlich, zu schwer, sie hat Angst darauf, aber sie tut es für ihn.
Ich hab sie dann gefragt, ob sie denn überhaupt Spaß hätte zu fahren: Ja, aber nicht mit diesem Bike, aber ein anderes kommt für ihn nicht in Frage … ohne Worte.

In diesem Sinne
gute Fahrt, die rechte Hand zum Gruße und immer oben bleiben
LeMia

 

Teilen Sie diesen Post:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*