Mishelle – Lass dir nicht einreden, dass du zu klein zum Motorradfahren bist

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Das ist Mishelle, oder auch Mishugga, mit Lola. Lola ist eine ausgewachsene Kawasaki Z650.

Hallo, wie ist dein Name bitte? Mishelle, online kennt man mich allerdings als mishugga.
Und wie alt bist du? Mein Alter ist ein wohlgehütetes Geheimnis…
Was ist dein Job? Ich bin im Vertrieb bei einem IT Konzern tätig.
Seit wann fährst du Motorrad? Genau seit meinem letzten Geburtstag, Ende August 2018.

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Die meisten Frauen gehen zum Friseur, wenn sie eine Beziehung beendet haben. Ich hingegen habe mich dazu entschieden, Motorrad zu fahren. Nach meiner 4,5 jährigen Beziehung (an dieser Stelle sei erwähnt, dass es eine sehr harmonische war) wollte ich endlich einmal wieder etwas haben, was nur mir gehört. Also habe ich meinen Motorradführerschein gemacht und mir mein erstes Motorrad gekauft.

Welches Motorrad fährst du?

Eine bezaubernde Kawasaki Z650 namens Lola.

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Ein Naked Bike und ein Lederkombi. Das ist für Mishelle Motorradfahren pur. Ihre Kawasaki Z650 heißt Lola.

Warum hast du diese Maschine gewählt?

Als Münchnerin habe ich viele tollen Strecken mit Seen, Bergen und atemberaubenden Landschaften vor der Haustür. Deswegen kam für mich immer nur ein wendiges Naked Bike in Frage. Bei meiner Statur (158 cm und unteres Normalgewicht) durfte das Motorrad zusätzlich auch nicht zu schwer oder zu hoch sein. Insgesamt bin ich drei Maschinen Probe gefahren, bis ich auf Lola traf und sofort wusste, dass ich sie mit nach Hause nehmen werde.

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Es stimmt, was alle sagen: Das Motorradfahren schenkt einem das Gefühl von Freiheit. Beim Fahren gibt es nur mich und die Straße. All meine Gedanken sind dabei nur auf diesen Moment fokussiert und genau das empfinde ich als unglaublich befreiend.

Was bewunderst du an anderen?

Definitiv, dass sie schon weitaus mehr Kilometer als ich fahren durften! Wenn ich als Fahranfängerin schon so unfassbar viel Freude am Fahren habe, wie fühlen sich wohl die Bikerinnen, die bereits seit Jahren fahren und somit mit viel mehr Sicherheit und Routine unterwegs sind?

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Mishelle hat sich ganz einfach Ihrer Herausforderung gestellt. Aufstehen und weiterfahren.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Meine größte Herausforderung war tatsächlich nach einem Sturz wieder aufzustehen und konzentriert weiterzufahren. Da hatte ich noch nicht einmal 500 km auf dem Tacho…

Wie hast du Sie gemeistert und wie hat das dein weiteres (Biker-)Leben beeinflusst?

Nach dem ersten Schock war mir klar: Wenn ich mich jetzt nicht wieder aufs Motorrad setze und weiterfahre, werde ich aus Angst vielleicht nie wieder fahren. Ich wollte in dem Augenblick einfach nicht, dass meine Motorradgeschichte schon vorbei ist, bevor das erste Kapitel überhaupt richtig angefangen hatte.
An diese Situation denke ich übrigens oft, wenn ich mich aufs Motorrad setze. Dieses Hobby ist zweifellos gefährlich, aber nicht jeder Sturz muss zwingend in einer Tragödie enden.

Gab es schon einmal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast du reagiert?

Solche Situationen gab es bisher leider sehr oft, denn die Sicherheit der Motorradfahrer ist eben nicht nur von uns selbst abhängig, sondern auch vom Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Bei meinem Sturz lag mein Motorrad auf der Straße und ich habe das erste Mal meine körperlichen Grenzen zu spüren bekommen. Ich war voller Adrenalin und wusste genau, dass ich mein Bike von der Fahrbahn runter holen musste. Leider war ich dazu körperlich nicht in der Lage und kann mich heute noch genau an meinen Frust in dem Moment erinnern. Besonders sauer war ich, als einige Autofahrer mich einfach umfahren haben, statt mir zu helfen. Am Ende ist aber doch noch ein älterer Herr aus seinem Wagen gestiegen und hat mit mir gemeinsam das Motorrad wieder aufgestellt.

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Mishelle genießt jede Kurve mit ihrer Kawasaki auf allen Strecken durch Bayern.

Was war dein schönstes Erlebnis?

Ich bin mit einem Bekannten ins Sudelfeld (Berglandschaft der bayerischen Alpen) gefahren und der Weg dorthin war bereits unglaublich schön. Dort angekommen bin ich allerdings beim Anblick der Alpen etwas von meinen Gefühlen überwältigt worden. Ohne das Motorradfahren hätte ich die Schönheit Bayerns nie so erleben und sehen können. Es fühlte sich in diesem Augenblick alles einfach nur richtig an.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren? Warum reizt dich das?

Es gibt sicherlich viele anspruchsvolle und tolle Strecken, die jeder einmal gefahren sein sollte. Für 2019 habe ich mir u.a. eine Tour in die Dolomiten vorgenommen, weil ich Lust auf Strecken durch die Natur und einmalige Landschaften habe. Außerdem kenne ich niemanden, der bereits dort war und nicht begeistert wiederkam.

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Mishelle rät Dir, lass Dir von niemanden irgendwas einreden.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du heute mit dem Motorradfahren beginnen würdest? Drei Tipps aus deiner persönlichen Erfahrung?

  • Bevor du auf’s Motorrad steigst, lass alle irrelevanten Gedanken Zuhause. Das macht das Fahren nicht nur sicherer, sondern auch viel spaßiger.
  • Überstürze nichts – besonders wenn du noch Fahranfängerin bist. Wir müssen keine Wheelies machen, den Knieschleifern nacheifern oder den Speedjunkies hinterherjagen. Sicheres und routiniertes Fahren durch zurückgelegte Kilometer sollte das Ziel sein.
  • Lass dir von niemandem einreden, dass du zu klein, zu schwach oder sonstwas bist, um Motorrad zu fahren!

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Aus dem selben Grund, weswegen jeder Motorrad fahren sollte, der es möchte: Because it’s a shit load of fuckin‘ fun!

MehrGeschichten von Mishelle findest Du auch unter mishugga auf Instagram.

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1 Kommentar

  1. Stimmt. Lass dir auch von niemanden sagen, dass du zu ALT bist. Ich habe mit 64 den A-Schein gemacht und fahre jetzt schon 4 Jahre unfallfrei und mit viel Spaß in einer 4er Seniorengruppe. Habe die letzten 35 Jahre p.a. 60tkm pro Jahr im Pkw gefahren und versuche mit dem Moped zu vorausschauend zu fahren wie mit dem Auto

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