Honda Africa Twin CRF1100L ab 2020

Ausgeprägte Balance zwischen Leistung und Leichtigkeit

Honda Africa Twin ab 2020 Wheeli
Die Honda Africa Twin ab 2020 kommt mit klarem Off-Road-Fokus. Für diesseits und jenseits von Afrika.

Die neue Africa Twin CRF1100L steigert in 2020 ihre Offroad-Performance. Das gelingt Ihr dank der Kombination aus leichterem und schlankem Chassis im Rallye-Stil, überarbeiteter Sitzposition und 5 kg weniger Gewicht sowie einem großvolumigeren Motor, der bereits die Abgasnorm Euro-5 erfüllt und mehr Leistung und höheres Drehmoment bietet. Die sechsachsige Inertial Measurement Unit (IMU) steuert nun die verschiedenen Fahrmodi, die Honda Selectable Torque Control (HSTC, Traktionskontrolle) sowie drei zusätzliche Systeme: Kurven-ABS, Wheelie-Control und Rear-Lift Control. DCT Modelle verfügen zusätzlich über eine Kurvenerkennungs-Funktion. Der 6,5 Zoll Vollfarben-TFT-Touchscreen integriert Apple CarPlay(r) und Bluetooth-Konnektivität. Tempomat sowie Dual LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht gehören zur Serienausstattung.

Honda Africa Twin ist fürs Abenteuer gemacht
Fürs Abenteuer gemacht. Die Honda Africa Twin.

Die Africa Twin – das steckt drin

Die neue Honda CRF1100L Africa Twin des Modelljahres 2020 hat einen klaren Offroad-Fokus, der sich im Look und Feel eines echten Rallye-Bikes zeigt. Kleiner, schlanker und 5 kg leichter, ist die Africa Twin jetzt noch athletischer. Der überarbeitete Motor bringt sieben Prozent mehr Spitzenleistung und ein um sechs Prozent höheres Drehmoment mit mehr Kraft über den gesamten Drehzahlbereich. Die Euro-5-Norm wird bereits erfüllt.

Das vollständig überarbeitete Chassis nutzt nun einen Hilfsrahmen aus Aluminium. Die Hinterrad-Schwinge aus demselben Material basiert auf jener des Honda Motocross-Bikes CRF450R.
Die Sechs-Achsen Intertial Measurement Unit (IMU) steuert die siebenstufige Honda Selectable Torque Control (HSTC), die neue dreistufige Wheelie-Control, die Rear Lift Control, das Kurven-ABS (mit Offroad-Modus) sowie die Kurvenerkennung des Doppelkupplungsgetriebes (DCT). Zusätzlich werden die bisher angebotenen Fahrmodi Urban, Tour und Gravel durch einen Offroad-Modus ergänzt.

Honda Africa Twin in der Wüste
Die neue Honda Africa Twin ab 2020. So schauts mal aus!

Styling & Ausstattung der Africa Twin

  • Kompaktes Design für den Offroad-Einsatz, mit schmalem Sitz und hohem Lenker
  • Multi-Information-Display (MID) mit 6,5 Zoll TFT-Touchscreen
  • Apple CarPlay(r) erlaubt Apple iPhone(r) Steuerung über das MID
  • Bluetooth-Konnektivität, Tempomat und Tagfahrlicht

Für die perfekte Kontrolle über die Africa Twin wurde der Sitzbereich schmaler gestaltet und der Lenker höher positioniert. Über das Vollfarben-Multi-Information-Display (MID) mit 6,5 Zoll TFT-Touchscreen können Africa Twin-Besitzer umfassend auf die vielfältigen Einstellmöglichkeiten des Bikes, auf Apple CarPlay(r) und die Bluetooth-Konnektivität zugreifen. Ein Tempomat gehört zur Serienausstattung. Dual-LED-Tagfahrlichter machen das Bike für andere Verkehrsteilnehmer sehr gut sichtbar und erhöhen die Sicherheit.

Aggressiv und kompakt: Diese beiden Worte beschreiben das neue Rallye-Design der Africa Twin. Der Grund: maximale Offroad-Tauglichkeit. Das fest montierte Windschild ist für ideale Geländeübersicht deutlich niedriger als bisher. Die Sitzhöhe beträgt weiterhin 850 bis 870 mm, der Lenker ist für eine aufrechtere Sitzposition nun um 22,5 mm höher positioniert. Das garantiert optimale Kontrolle über das Bike und maximalen Komfort, im Stehen und im Sitzen.

Die Heckpartie der neuen Africa Twin ist schlanker und der Sitz um 40 mm schmaler, um mit den Füßen einfacher den Boden zu erreichen. Die Sitzbank wurde ebenso sorgfältig neu konturiert, damit sich der Fahrer darauf einfacher vor- und zurückbewegen kann. Niedrigere (825 mm bis 845 mm) und höhere (875 mm bis 895 mm) Sitzbänke sind optional über das Zubehörprogramm erhältlich.

Honda Afrika Twin in felsigen Gelände.
Mit der Honda Africa Twin über Stock und Stein … und große Steine.

Die neuen, höher montierten LED-Doppelscheinwerfer liefern starkes Licht und verfügen über integrierte Tagfahrleuchten, die ihre Intensität automatisch an die Umgebungsbedingungen anpassen und so die Sicherheit verbessern. Handprotektoren zählen zur Serienausstattung.

Das Multi-Information-Display (MID) der neuen Africa Twin mit Vollfarben-TFT-Touchscreen in 6,5 Zoll garantiert eine einfache Kontrolle der Systemeinstellungen. Oben links im Bildschirm lassen sich zum Beispiel die verschiedenen Fahrmodi schnell anwählen. Das MID kann dabei individuell konfiguriert werden, etwa um unterschiedliche Informationen zum aktuellen Fahrmodus anzuzeigen. Dabei ist es problemlos mit Handschuhen bedienbar.

TFT-Farb-Display mit Touchscreen und mit Handschuhen zu bedienen
Das große (6,5 Zoll) Fard-TFT-Display mit Touchscreen ist auch mit Handschuhen zu bedienen.

Mit dem integrierten Apple CarPlay(r) lässt sich das iPhone(r) des Fahrers über den Touchscreen der Africa Twin nutzen. So kann beispielsweise auf Navigations-Apps zugegriffen werden, Anrufe können über das Bluetooth-Headset im Helm gesteuert werden. Das iPhone(r) selbst wird rechts am MID per USB angeschlossen. iPhone(r) und Android-Geräte können außerdem kabellos via Bluetooth verbunden werden, bedient wird das Smartphone über Tasten links am Lenker.

Die vorderen und hinteren Blinker verfügen über eine Emergency-Stopp-Signalfunktion. Plötzliche Vollbremsungen aus Geschwindigkeiten von über 50 km/h werden anderen Verkehrsteilnehmern über die Warnblinkfunktion angezeigt. Das Emergency-Stopp-Signal besitzt eine Auto-Cancel Funktion – diese wird nicht durch einen einfachen Timer ausgelöst, sondern mittels Überwachung der unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten an Vorder- und Hinterrad. So wird die Warnblinkfunktion situationsabhängig automatisch wieder abgeschaltet.

Um Fahrten über lange Strecken und auf Autobahnen angenehmer zu machen, ist ein Tempomat mit dem Modelljahr 2020 serienmäßig.

Mit der Afrika Twin durch die Wüste bis ans Ende der Welt
Bis ans Ende der Welt … oder bis ins Büro. Die Africa Twin bringt dich hin und wieder zurück.

Der Motor der Africa Twin

  • Auf 1.084 cm3 vergrößerter Hubraum als Basis für 75 kW (102 PS) Spitzenleistung und 105 Nm Drehmoment
  • Mehrleistung durch neue Zylinderköpfe, Nockenwellensteuerung, Drosselklappen und überarbeitetes Abgassystem
  • Weniger Gewicht durch optimiertes Getriebe
  • Endschalldämpfer mit Exhaust Control Valve (ECV) für verbesserten Sound im niedrigen Drehzahlbereich und mehr Leistung im hohen Drehzahlbereich

Die Grundarchitektur des 8-Ventil-Zweizylinder-SOHC-Motors bleibt auch im neuen Modelljahr unverändert. Der Hubraum steigt von 998 cm3 auf 1.084 cm3. Das ermöglicht eine Leistungssteigerung von 70 kW auf 75 kW (bei 7.500 U/min) sowie ein von 99 Nm auf 105 Nm gewachsenes Drehmoment (bei 6.250 U/min). Dieses Plus macht sich schon ab 2.500 Touren bemerkbar und bringt spürbar mehr Durchzug bis in den oberen Drehzahlbereich hinein.

Um dieses Hubraumplus bei gleicher Bohrung von 92 mm zu erzielen, verlängerte Honda den Hub von 75,1 mm auf 81,5 mm. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 10,1:1. Die Zylinderlaufbuchsen bestehen nun aus Aluminium. In Verbindung mit dem manuellen Schaltgetriebe wiegt der modifizierte Motor 66,4 kg und damit insgesamt 2,5 kg weniger als bisher. Mit DCT kommt das System auf 74,9 kg und ist damit 2,2 kg leichter. Dazu beigetragen haben Gewichtseinsparungen beim Getriebe und an weiteren Stellen.

Im Motor wurden die Kurbelwelle mit 270°-Hubzapfenversatz und die unregelmäßige Zündfolge beibehalten. Das sorgt für das charakteristische Pulsieren des Antriebs und für ein perfektes Feeling der Traktion am Hinterrad. Die Zylinderköpfe sowie die Drosselklappen wurden vollständig überarbeitet, letztere verfügen über einen Durchmesser von 46 mm. Bohrung und Zylinderabstände wurden ebenfalls aneinander angepasst, um ein gleichmäßiges Ansaugprofil zu schaffen. Weitere Modifikationen betrafen den Einspritzwinkel und die elektronische Steuereinheit (Electronic Control Unit, ECU). Das ermöglicht es, den Kraftstoff noch direkter in die ebenfalls überarbeiteten Brennräume mit Doppelzündung zu injizieren.

Der Honda Unicam-Ventiltrieb stammt aus dem Wettbewerbs-Motocross-Bike CRF450R, die tief positionierte Nockenwelle trägt zur Kompaktheit des Zylinderkopfes bei. Für das Modelljahr 2020 wurden die Ventilsteuerung optimiert sowie der Ventilhub ein- und auslassseitig vergrößert (Einlass: 10,1 mm statt 9,2 mm; Auslass: 9,3 statt 8,6 mm).

In Abstimmung mit dem verbesserten Ansaugtakt und der höheren Leistung (und damit dem höheren Gasstrom), verfügt die Auspuffanlage nun über ein variables Abgasventil (Exhaust Control Valve, ECV). Dieses öffnet sich bei hohen Drehzahlen, ähnlich jenem System, das in der CBR1000RR Fireblade verwendet ist. So verbessern sich nicht nur Leistung und Effizienz des Motors bei höheren Drehzahlen; dieser bekommt damit auch einen speziellen, „pulsierenden“ Sound bei niedrigen Drehzahlen.

Mit der Honda Africa Twin durchs Gelände.
Mit der Honda Africa Twin unterwegs. Mit Technik aus Japan durch den Rest der Welt.

Hinzu kommen konstruktive Details wie ein vertikal geteiltes Kurbelwellengehäuse, eine effizient ins Kupplungsgehäuse integrierte Wasserpumpe und ein Thermostat, der im Zylinderkopf sitzt. Die Kurbelwellengehäuse für das manuelle Schaltgetriebe und für DCT unterscheiden sich nur äußerlich minimal. Die Ausgleichswelle des Motors treibt jeweils die Wasser- und Ölpumpe an.

Der Motor hat eine Semi-Trockensumpfschmierung, mit einem Ölreservoir im unteren Teil des Kurbelwellengehäuses. Dies ermöglicht eine flachere Ölwanne und damit eine insgesamt geringe Bauhöhe des Motors. Da die Druckpumpe direkt im Öltank sitzt, entfallen Druckleitungen. Schwingungen zweiter Ordnung werden über die gegenläufigen Kolbenbewegungen ausgeglichen, zweiachsige Ausgleichwellen im Motorgehäuse absorbieren Vibrationen erster Ordnung und Kupplungsschwingungen.

Für das neue Modelljahr wurde die Präzision der Ausgleichswellen verbessert, so dass deren Antriebszahnräder nun ohne Gegenräder auskommen. Um Fehlzündungen zu erkennen, wurde ein Kurbellwellen-Sensor ergänzt. Dies ist wichtig, um die Anforderungen sowohl hinsichtlich der Euro 5-Abgasnorm als auch der On-Board-Diagnose der zweiten Generation (OBD-2) zu erfüllen. Ebenfalls wichtig für Euro-5: Anstelle von Lambda-Sonden messen Linear-Air-Fuel (LAF)-Sensoren im Abgaskrümmer das Gemisch, um das Luft-Kraftstoff-Verhältnis präziser bestimmen zu können.

Die Kupplungsnabe und die Druckplatte aus Aluminium nutzen „Powernocken“ für einfacheres Hochschalten sowie „Slipper-Nocken“ für Herunterunterschalten und Bremsen. Die neue Kupplung hat einen kleineren Durchmesser und eine geringere Federspannung, so dass sich der Kupplungshebel leichter betätigen lässt. Die Zahnräder wurden überarbeitet und bestehen jetzt aus widerstandsfähigerem Material. Ein Quickshifter ist optional erhältlich.

Motor- und Chassis-Elektronik

  • IMU-gesteuerte Traktionskontrolle für Offroad-Einsatz optimiert
  • Dreistufige Wheelie-Control, IMU-unterstützt
  • Der neue Fahrmodus Offroad ergänzt die bisherigen Tour, Urban und Gravel
  • Zwei User-Fahrmodi zur individuellen Anpassung

Für das Modelljahr 2020 wurde das Gesamtsystem stark weiterentwickelt: Es arbeitet jetzt mit den Daten der Sechs-Achs-IMU.

Die Leistung kann in 4 Stufen und die Motorbremswirkung in 3 Stufen eingestellt werden. Die HSTC kann wie bisher in 7 Stufen eingestellt werden, aber die Wirkung jedes Levels wurde jedoch deutlich verbessert, da die HSTC jetzt Echtzeitdaten (Roll- und Gierwinkel sowie -rate) der IMU verarbeitet. Die Unterschiede der einzelnen Stufen sind nun deutlicher zu spüren, so dass Fahrer beispielsweise das Rutschen des Hinterrads im Offroad-Einsatz optimal dosieren können. Die Traktionskontrolle lässt sich bei Bedarf auch komplett abschalten.

Ein weiteres neues Feature ist die Wheelie-Control: Hier liefert die IMU Informationen zum Neigungswinkel des Bikes und kontrolliert die Drehzahl über das TBW-System. Drei Stufen sind hier wählbar. In Stufe eins ist ein absichtliches Abheben des Vorderrads möglich, ein schnelles Hochreißen wird aber verhindert. Auf Stufe drei wird jeglicher Kontaktverlust des Vorderrads mit dem Untergrund unterbunden. Stufe zwei liegt zwischen den beiden anderen Stufen. Die Wheelie-Control kann ausgeschaltet werden.

Viele Anzeigemöglichkeiten im TFT-Display arbeiten die Infos für jeden Geschmack verständlich auf.
Das Cockpit mit individuell gestaltbarer Anzeige. Da findet sich für jede Fahrerin das passende Info-Level.

4+2 Fahrmodi

Es gibt vier voreingestellte Fahrmodi: Tour, Urban, Gravel und Offroad. Diese decken die meisten Fahranforderungen ab. Zwei weitere Fahrmodi lassen sich individuell vom Fahrer definieren. Aber auch die voreingestellten Modi lassen sich variieren – die Honda Selectable Torque Control in sieben Stufen, die Wheelie-Control in drei Stufen (plus Abschalten), und das optionale Doppelkupplungsgetriebe im S-Modus in drei möglichen Schaltmustern.

Tour liefert maximale Leistungsentfaltung (1) für Touren mit Sozius und Gepäck, eine mittelstarke Motorbremswirkung (2) und ein aktives Kurven-ABS für Asphalt.

Urban bietet für eine Vielzahl von Anforderungen mittlere Leistungsentfaltung (2), mittlere Motorbremse (2) und ein aktives Onroad-Kurven-ABS.

Gravel ist der Modus mit der geringsten Leistungsentfaltung (4) und Motorbremswirkung (3). Das Kurven-ABS ist in einer Offroad-Einstellung aktiv. Das ABS der Hinterradbremse lässt sich nicht abschalten.

Offroad nutzt niedrige bis mittlere Leistungsentfaltung (3) und die geringste Motorbremswirkung (3). Das Kurven-ABS ist in einer Offroad-Einstellung aktiv. Das ABS am Hinterrad kann abgeschaltet werden.

User 1 & 2 lässt zwei personalisierte, kombinierte Setups zu. Die Leistungsentfaltung ist jeweils in den Stufen 1 bis 4 einstellbar, die Motorbremse in den Stufen 1 bis 3. Zudem lassen sich On- und Offroad-ABS individualisieren.

Doppelkupplungsgetriebe

  • Superschnelle Gangwechsel im manuellen Modus (MT) sowie in den Automatikmodi D und S
  • Dreistufiger S-Modus lässt höhere Drehzahlen zu und schaltet früher zurück als der D-Modus: ideal für sportliches Fahren
  • G-Switch für spezielle, traktionsoptimierte Offroad-Abstimmung
  • Steigungserkennung passt Schaltvorgänge automatisch an
  • IMU-gestützte Kurvenerkennung für verbessertes Schalttiming

Das einzigartige DCT sorgt für gleichmäßige, nahtlose und superschnelle Gangwechsel und wird für den Fahrer so schnell zum selbstverständlichen Tool. Es verwendet zwei Kupplungen: Eine zum Anfahren und für die Gänge eins, drei und fünf, die andere ist für den zweiten, vierten und sechsten Gang zuständig. Für eine kompakte Bauweise sind die beiden Hauptwellen ineinandergesteckt.

Jede Kupplung wird unabhängig von der anderen durch einen eigenen elektrohydraulischen Kreislauf gesteuert. Beim automatischen Schalten wählt das System den jeweils nächsten Gang mithilfe der gerade offenen Kupplung vor. Diese schließt dann elektronisch, während die andere öffnet – der neue Gang steht bereit.

Das Ergebnis sind gleichmäßige und schnelle Gangwechsel ohne spürbare Schaltpausen. Auch die Zugkraft und das Drehmoment am Hinterrad werden bei DCT-Gangwechseln nur minimal unterbrochen, die Ruck- und Nickbewegungen der Maschine nahezu eliminiert.

Ein klarer Vorteil ist auch die lange Lebensdauer des Systems, denn es kommt zu keinen unsauberen Schaltungen mehr, welche die Zahnräder schädigen können. Zudem ist das Abwürgen des Motors mit DCT nicht möglich. Im Stadtverkehr fährt sich ein Doppelkupplungs-Bike somit deutlich angenehmer, und sein Fahrer ermüdet nicht so schnell.

Für DCT stehen drei wählbare Betriebsmodi bereit. Im MT-Modus schaltet der Fahrer manuell über Tasten am Lenker (aber ohne zu kuppeln). Der D-Automatikmodus bietet maximale Effizienz und ist ideal für Stadt- und Autobahnfahrten. S-Automatik ermöglicht ein sportlicheres Fahren in drei Stufen. Die ECU lässt den Motor vor dem Hochschalten höher drehen und schaltet für mehr Motorbremswirkung früher zurück.

Auch im D- oder S-Modus kann der Fahrer jederzeit eingreifen, indem er über die Auf- und Ab-Tasten am linken Lenker den gewünschten Gang wählt. Zum passenden Zeitpunkt, je nach Drosselklappenwinkel, Fahrzeuggeschwindigkeit und Gang wechselt das Doppelkupplungsgetriebe dann wieder nahtlos zurück in den Automatikbetrieb.

Ein Drücken der G-Taste auf dem TFT-Touchscreen-Display aktiviert einen zusätzlichen Offroad-Modus. Durch weniger Schlupf beim Schalten erhält der Fahrer im Gelände ein besseres Gespür für den verfügbaren Grip und für die Kontrolle über das Bike.

Zudem hat das DCT-System eine Neigungserkennung integriert, die das Schaltverhalten je nach Steigung beziehungsweise Gefälle der Straße oder des Geländes optimiert und so beste Kontrolle ermöglicht.

Neu am Doppelkupplungsgetriebe der CRF1100L Africa Twin ist die zusätzliche Kurvenerkennung. Das Schaltprogramm passt sich automatisch an, wenn die IMU erkennt, dass das Motorrad eine Kurve durchfährt.

Fahrwerk

  • Zentrale sechsachsige Inertial Measurement Unit (IMU)
  • Überarbeiteter, leichterer Rahmen mit steifem Aluminium-Hilfsrahmen
  • Leichtere und steifere CRF450R-Hinterradschwinge verbessert Hinterrad-Traktion und Feedback
  • Kurven-ABS für sicheres Fahrgefühl und mit spezieller Offroad-Einstellung
  • Neue Dämpfungs- und Federrate der Showa-Federung vorne und hinten

Grundlage der verbesserten On- und Offroad-Performance der Africa Twin ist die Inertial Measurement Unit (IMU) des Typs MM7.10 von Bosch. Zentral in der Maschine positioniert, erfasst die IMU Rollwinkel und -rate, Neigungswinkel und -rate sowie Gierwinkel und -rate in Echtzeit. Sie steuert die Hinterrad-Traktion über TBW und HSTC, die Bremsleistung am Vorderrad über das Kurven-ABS, den Bodenkontakt des Vorderrads durch die Wheelie-Control und den Schlupf des Hinterrads über die Rear-Lift-Control.

Ergänzend dazu überarbeiteten die Entwicklungsingenieure den Doppelschleifen- Stahlrohrrahmen der Africa Twin für das Modelljahr 2020 komplett. Ziel war, die Geländetauglichkeit deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die Allround-Eigenschaften auf der Straße zu verbessern.

Auch die Steifigkeit des Lenkkopfs wurde erhöht, damit der Fahrer eine bessere Rückmeldung über die Gripverhältnisse vorne bekommt. Die schlankeren und geraderen Hauptholme machen außerdem die vorderen Querstreben überflüssig. So ist der Rahmen um 1,8 kg leichter als bisher.

Ein rotlackierter, verschraubter Aluminium-Hilfsrahmen ersetzt die bisherige Stahlkonstruktion. Mit insgesamt nur 195 mm Breite ist die neue Lösung um 40 mm schmaler. Das ist entscheidend für besseren Bodenkontakt. Die Monoblock-Hinterradschwinge aus Aluminium ist neu und 500 g leichter. Sie basiert auf dem in der CRF450R verwendeten System. Die höhere Steifigkeit verbessert die Traktion am Hinterrad und das Fahrgefühl.

Die Bodenfreiheit beträgt unverändert 250 mm, der Radstand 1.575 mm. Bei einem Lenkkopfwinkel von 27,5° hat die Gabel 113 mm Nachlauf. Das Gewicht wurde mit 226 kg vollgetankt um 5 kg reduziert.

Die überarbeitete 45 mm Upside-Down-Gabel von Showa bietet einen 230 mm langen Federweg für Top-Performance auf und abseits der Straße. Zug- und Druckstufe sind stufenlos einstellbar. Eine obere Gabelbrücke aus Aluminiumguss und eine geschmiedete untere – beide verbunden durch eine hohle Alu-Lenkachse – fixieren die Gabelbeine mit je zwei Schrauben oben und unten.

Auch die Hinterrad-Dämpfung wurde entsprechend überarbeitet: Der Showa-Dämpfer bietet 220 mm Federweg, eine 45 mm Cartridge und ein Extra-Reservoir für eine anhaltend gute Dämpfung auch in extremem Gelände. Die Federvorspannung kann am Dämpfer eingestellt werden; Zug- und Druckstufe sind ebenfalls anpassbar.

Honda Africa Twin im Sonnenuntergang.
Bei der ganzen Technik darf man nicht vergessen: Die Honda Africa Twin ist ein sehr schönes Motorrad.

Die Innenplatten des Schwingenlagers (nun aus hochfestem 600 MPa-Stahl) und das obere Querverbindungsrohr dienen (via Kugelgelenk) als Befestigungspunkt der Hinterraddämpfung. Dadurch erhält der Fahrer eine bessere Rückmeldung vom Hinterrad.

Um den Bremsdruck über das ABS ideal einzustellen, analysiert die IMU den Neigungswinkel der Maschine in Schräglage, die Verzögerung (über Drehzahlsensoren an Vorder- und Hinterrad) und die Schlupfrate an Vorder- und Hinterrad. Bei plötzlichem Anheben des Hinterrads reguliert sie sie die Bremskraft so, dass sich die Maschine stabilisiert. Das hintere ABS lässt sich für Offroad-Fahrten deaktivieren, wenn das Motorrad steht.

Am Vorderrad wirken schwimmend gelagerte 310 mm Wave-Doppelscheiben mit 4-Kolben-Radialzangen und Sintermetall-Bremsbelägen. Die 256 mm Wave-Bremsscheibe hinten ist gelocht. Auf die Edelstahl-Speichenräder (21 Zoll vorne; 18 Zoll hinten) sind Reifen in den Dimensionen 90/90-21 und 150/70-18 aufgezogen. Als Stollenreifen dürfen Continental 90/90-21M/C 54S und 150/70B 18M/C 70Q montiert werden, ausgelegt für 180 km/h und 160 km/h.

Zubehör für die Africa Twin

Das Angebot an Honda Originalzubehör für die Africa Twin wurde um verschiedene Gepäck-Optionen erweitert. Zur Verfügung stehen zum Beispiel ein hochwertiges 42 Liter-Topcase und Seitenkoffer aus Aluminium sowie ein 58 Liter fassendes Topcase und Seitenkoffer aus Kunststoff – jeweils inklusive maßgeschneiderter Innenpacktaschen. Für die individuelle Fahrerposition auf dem Bike sind Sitzbankalternativen in zwei zusätzlichen Höhen nachrüstbar. Die niedrigere deckt den Bereich von 825 bis 845 mm ab, die höhere jenen von 875 bis 895 mm. Weiter werden Tourenscheibe, Kühlerschutz, Motorschutz, Sturzbügel sowie erweiterte Handprotektoren, Heizgriffe und eine 12-V-Steckdose angeboten.

Und wenn du mit Profis das Fahren im Gelände üben willst, dann sind die Honda Sicherheitstrainings Fun & Safety vielleicht was für Dich.

Teilen Sie diesen Post:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*