Mo – Motorradfahren ist das Beste, was ich jemals getan habe

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Mo auf derSuzuki 1400 Intruder, ihrem ersten Motorrad.

Hallo, wie heißt Du bitte? Mo, von Mo’s Bike Blog
Und wie alt bist Du? 48
Was ist Dein Job? Content- und Social Media Managerin
Seit wann fährst Du Motorrad? 2013

Wie und warum bist Du zum Motorradfahren gekommen?

Ich habe 1989 schon einmal mit dem Motorradführerschein angefangen. In der Zeit waren Frauen auf Motorräder eine absolute Seltenheit. Die Fahrschulen hatten entsprechend keine Motorräder für kleine Menschen. So habe ich meine Fahrstunden auf einer 80er begonnen und bin dann auf eine BMW R 65 gewechselt. Die BMW und ich – wir haben aber nicht zusammengepasst. So habe ich nach 10 Fahrstunden abgebrochen und das ganze Thema ad acta gelegt.

Warum ich dann 2013 doch wieder das Projekt rausgekramt habe? Weil das meine Therapie war, mich von einem privaten Schicksalsschlag zu kurieren. Es war an der Zeit, endlich wieder etwas für mich zu tun. Und es war das Beste, was ich bis zu diesem Zeitpunkt jemals getan habe.

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Auf der Indian Scout Sixty in weiß macht sich die Tank-Lackierung besonders gut.

Welches Motorrad fährst Du?

Ich fahre seit 2016 eine Indian Scout Sixty, eins der ersten Scout Sixties, die es auf dem deutschen Markt gab.

Warum hast Du diese Maschine gewählt?

Meine über 20 Jahre Suzuki 1400er Intruder war zwar genau das Motorrad, das ich immer haben wollte, doch ist das Fahrvergnügen mit so einer alten Custom-Maschine auf Dauer nicht sehr prickelnd. Da ich am Rand der schwäbischen Alb wohne, sind die Strecken hier sehr kurvig und eine Intruder will eben überredet werden, die Kurven in einer angemessenen Geschwindigkeit zu fahren. Das war mir irgendwann zu anstrengend. Etwas „Handlicheres“ sollte her.
In einer Ausgabe der „Motorrad News“ aus 2014 habe ich zum ersten Mal die Indian Scout gesehen und mich gleich verliebt. Doch es sollten noch zwei Jahre ins Land gehen, bis ich meine Probefahrt auf einer Scout genießen durfte. Und die hat mich vom Hocker gehauen. Es war ein riesen Spaß und ich wusste, dass das meine Maschine ist. Damit stand nur noch die Entscheidung an: die „große“ mit 1130 ccm oder die „kleine“ mit 1000 ccm. Ich habe mich dann für die „Kleine“ entschieden, da die Unterschiede der Leistungsmerkmale nicht so gravierend sind und den „gesparten“ Betrag in eine andere Auspuffanlage investiert.

Was bedeutet Dir Motorradfahren heute?

Motorradfahren ist meine Leidenschaft, mein Hobby, meine Therapie. Es hat mir meinen Ehemann beschert, der ebenso leidenschaftlich gern Motorrad fährt wie ich. Es ist der Ausgleich zu stressigen Tagen im Büro.

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Mo macht auf ihrer Indan Scout Sixty eine hervorragende Figur.

Was bewunderst Du an anderen?

Motocrosser, Stuntfahrer und Supersport-Rennfahrer finde ich sehr faszinierend. Was die mit ihren Maschinen anstellen, ist höchste Kunst – absolute Beherrschung der Maschine.

Was war Deine größte Herausforderung bisher?
Wie hast Du Sie gemeistert und wie hat das Dein weiteres (Biker)Leben beeinflusst?

Meine größte Herausforderung war, mit meiner Intruder in die Alpen zu fahren. Da habe ich gelernt, mein Motorrad durch alle möglichen und unmöglichen Kurven zu zirkeln, an Autoschlangen mit meinem 1,10 m breiten Lenker vorbeizuschleichen, ohne die Außenspiegel der Autos zu beschädigen und gefühlt endlose Kilometer auf der Autobahn herumzuhoppeln. Man sollte einfach mit einem Custombike nicht meinen, bequem lange Strecken zu fahren.

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation?
Was war es und wie hast Du reagiert?

Brenzlig kann man nicht unbedingt sagen. Es gibt immer mal Situationen, wo mein Adrenalinspiegel plötzlich mal ansteigt, doch „brenzlig“ würde ich das nicht nennen. Aber es gab eine Situation in der Fahrschule, die mir einige blaue Flecken eingebracht hat. Ich bin beim Linksabbiegen von hinten abgeschossen worden: Zum Linksabbiegen habe ich mich ordnungsgemäß links blinkend straßenmittig eingeordnet, mein Fahrlehrer war nicht direkt hinter mir, da gerade viel in der Stadt los war. Als im Gegenverkehr eine Lücke aufriss, fuhr ich an, doch ich kam nicht weiter, da auf meiner linken Seite ein Renault Twingo an mir vorbei wollte – wollte – da war ich bei dem schon auf seiner Beifahrerseite eingeschlagen. Er fuhr noch ein Stück, ich schrammte ihm seine Seite von vorne bis hinten mit dem Lenker auf und schlussendlich hat’s mich dann umgehauen.
Nachdem die Polizei den Unfall aufgenommen hatte, mein Fahrlehrer feststellte, dass an der Maschine nichts Gravierendes kaputt war, habe ich meine Fahrstunde noch beendet und die Kiste wieder auf dem Fahrschulparkplatz geparkt.

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Mo, Mann und zwei Intruders. So fuhr Mo durch den Schwarzwald.

Was war Dein schönstes Erlebnis?

Nach bestandener Fahrprüfung die erste gemeinsame Ausfahrt mit meinem Freund (und jetzt Mann), wir hatten uns erst vier Wochen vorher kennengelernt. Er ist mit seiner Intruder vorne weg und ich mit meiner kleinen 535er Virago hinterher. Wir sind von meinem damaligen Wohnort in Mittelfranken nach Eichstätt zum Eisessen gefahren. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt und war doch so herrlich!

Wo oder welche Strecke würdest Du gern einmal fahren?
Warum reizt Dich das?

Ich würde mich gerne mal in Richtung Osten aufmachen: Kroatien, Slowenien, Rumänien, weil da noch nicht so viel Motorradtourismus unterwegs ist. Doch nicht mit der Scout. Da müsste dann etwas Langstreckentaugliches her. Meine Scout wird nach 400 km äußerst unbequem, da ich weder Windshield noch andere Reiseannehmlichkeiten an meiner Maschine habe. Ich mag das an dieser Art Motorrädern einfach nicht.

Was würdest Du Dir selbst raten, wenn Du heute mit dem Motorradfahren beginnen würdest?  Drei Tipps aus Deiner persönlichen Erfahrung:

  • Nicht nachdenken, draufsetzen und einfach machen.
  • Wie ich oben schon erwähnte: Den Kopf ausschalten, nicht darüber nachdenken, wie irgendwas funktioniert oder nicht.
  • Ich habe festgestellt in den letzten Jahren, dass sich Frauen heute immer noch viel zu oft darüber Gedanken machen, ob das, was sie tun richtig ist, ob sie eine „große“ Maschine fahren können und sich einreden (oder einreden lassen), etwas nicht zu können.

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Diese Frage stellt man doch auch keinem Mann. Wer Spaß daran hat, sollte es tun. Fertig!

Mo schreibt über Frauen, und „Eisenhaufen“ auf Ihrem Blog.

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