Erika – Lebe im Hier und Jetzt

Erika - SHE is a RIDER - Kawasaki Ninja
Erika lebt im hier und jetzt und in Litauen. Vor einigen Jahren war sie noch als LKW-Fahrerin in Europa unterwegs, heute fährt sie eine Kawasaki Ninja.

Hallo, wie heißt du bitte? Erika
Und wie alt bist du? 40
Was ist dein Job? Seit acht Jahren arbeite ich als Buchhalterin aber davor war ich LKW-Fahrerin
Seit wann fährst du Motorrad? Seit 2018, da habe ich das erste Mal den Lenker selbst in die Hand genommen.

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Meine Motorradgeschichte begann bereits in 1997. Da hatte ich zwar noch keinen Motorradführerschein aber mein damaliger Freund – und heutiger Mann – und bei dem bin ich immer als Sozia mitgefahren. Das Gefühl von Freiheit und Geschwindigkeit war unglaublich und ich war begeistert.

Leider folgte dann etwas, das ich niemandem wünsche: Ein schwerer Unfall. Ich flog 30 m durch die Luft, brach mir den Oberschenkel und musste 3 Stunden lang operiert werden. Danach lag ich 2 Monate im Krankenhaus und konnte mich gar nicht bewegen. Nach einer langen Reha und einer weiteren Operation hatte ich es aber überstanden. Die Narben an meinem Körper und das nun 1,5 cm kürzere Bein erinnern mich immer noch an dieses unschöne Ereignis.

Aber es erinnert mich auch an die schönen Seiten des Motorradfahrens – trotz allem! Ich sage das, weil ein Jahr später saß ich wieder auf dem Bike und alle meine Freunde konnten es kaum glauben.

Gemeinsam haben wir beschlossen, das Motorradfahren erstmal zu pausieren, weil wir eine Familie gründen wollten. So kam es und heute haben wir zwei wundervolle Söhne.

Erika hat nie ihr Ziel aus den Augen verloren: Motorradfahren!

Aber da war immer noch diese Begeisterung und diese Leidenschaft fürs Motorradfahren. Und in 2015 traf ich die Entscheidung, nichts mehr auf „morgen“ zu verschieben.
Ihr fragt mich warum? Leider bekam mein Mann eine dramatische Diagnose. Er war unheilbar krank (mehr möchte ich dazu nicht sagen).

Ich verstand die Notwendigkeit im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht darauf zu freuen, was einmal sein könnte. Also, machte ich meinen Motorradführerschein. Heute fahre ich mit meinem Motorrad durch Litauen und genieße die bewundernden Blicke der Menschen. Denn ich kann etwas, dass hier in Litauen nicht viele können: Motorradfahren! Leute, Frauen, glaubt mir, das ist ein tolles Gefühl!

Welches Motorrad fährst du?

Ich fahre eine Kawasaki Ninja ZX6R (Bj. 2005). Natürlich hätte ich gern eine neuere Maschine, aber ist eben das, was ich mir leisten kann. Sei’s drum, die Ninja läuft hervorragend und ich bin mit ihr sehr glücklich.

Warum ich mir einen Supersportler gekauft habe?

Wie gesagt, ich mag die Leistung und die Geschwindigkeit – Und solche Motorräder können auch von Frauen ganz einfach gefahren werden!

Heute sage ich mit vollem Stolz, dass Frauen genau das Gleiche können wie Männer – und noch viel mehr. Ich kann große LKWs fahren, eine gute Mutter sein und auch noch fantastisch kochen!

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Das kann ich schlecht in Worte fassen, man muss es einfach fühlen.

Erika lebt die Freiheit beim Motorradfahren.

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrern/Fahrerinnen?

Auf jeden Fall, dass wir alle Motorradfahren! Wir sind eine große Familie auf der Straße und jeder wird dem anderen Helfen, wenn man eine Panne hat oder ein anderes Problem. Ich mag dieses Gemeinschaftsgefühl.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Die größte Herausforderung war, ist und wird immer sein: Autofahrer! Viele bemerken uns nicht bzw. nehmen uns bewusst wahr. Wenn ich Motorrad fahre, muss ich für mich und für Sie mitdenken. Vielleicht bin ich übervorsichtig, aber so hatte ich für mich noch nie eine gefährliche Situation.

Was war dein schönstes Erlebnis?

Tatsächlich war mein schönstes Erlebnis der Tag meiner Motorradführerschein-Prüfung. Hier in Litauen fährst du bei der praktischen Prüfung ein Motorrad, das du noch nie zuvor gefahren bist. So hast du fünf Minuten Zeit, dich mit dem Bike vertraut zu machen und eine Runde zu fahren. Dann geht es los!

Und bei dieser Proberunde habe ich das Motorrad hingeworfen. Mein Prüfer sah mich mit großen Augen an und fragte, ob ich die Prüfung immer noch machen wollte? Natürlich ja, antwortete ich aus voller Überzeugung!

Das war für ihn schon sehr ungewöhnlich aber alles lief gut – Und jetzt weiß ich auch wie es sich anfühlt, wenn ein 225 kg Motorrad auf der Seite liegt und du es allein wieder auf die Räder stellen musst. So einen „Fehler“ mache ich nicht nochmal.

Jeder Tag auf dem Motorrad ist ein guter Tag. Mit der Kawasaki ist Erika in ganz Litauen unterwegs.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren?

Ich habe keine speziellen Ziele. Wenn der Tag anbricht und die Sonne scheint bin ich glücklich, wenn ich mich auf meine Kawasaki setzen und einfach losfahren kann. Das ist das Gefühl von Freiheit, das ich so liebe!

Was würdest du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?

  • Wenn ihr etwas erreichen wollt, dann hört niemals auf danach zu streben
  • Verschiebt nichts auf „Morgen“
  • Realisiert eure Träume – Ihr könnt alles erreichen!

Wenn ihr mehr über Erika und Ihre Kawasaki Ninja erfahren wollt, könnt ihr sie hier finden.

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