Mariuxi – Wenn du Zeit und Mühe investierst, kannst du alles erreichen

Mariuxi und die Ducati Panigale
Happy 40.000km! Mariuxi und ihre Ducati Panigale sind unzertrennlich.

Hallo, wie heißt du bitte? Mariuxi
Und was ist dein Job? ImMoment suche ich gerade nach einer neuen Herausforderung im Motorradbusiness
Wie alt bist du? 41
Seit wann fährst du Motorrad? Mit 22 habe ich mir mein erstes Motorrad gekauft. Damals lebte ich in Kalifornien und es war eine 1981er Honda 750 Custom, die ich aber ein Jahr später schon wieder verkauft habe. In dem Jahr ist meine Tochter auf die Welt gekommen. Als ich 35 geworden bin, mittlerweile lebe ich in der Schweiz, habe ich mit dem Motorradfahren wieder angefangen.

Motorradfahren auf der Straße mit der Kawasaki Z H2
Ducati oder Kawasaki? Mariuxi ist da flexibel.

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Damals in Ecuador, ich war sieben Jahre alt, hatte meinen Schwester einen Freund, der Motorrad fuhr. Wir fuhren zu dritt durch die Stadt, der Freund, meine Schwester und ich hinten bei ihr drauf. Es war eine verrückte Zeit aber ich liebte es, mitzufahren. Das Gefühl von Geschwindigkeit und den Fahrtwind zu spüren machten mir klar, eines Tages werde ich mein eigenes Motorrad fahren.

Welches Motorrad fährst du?Warum hast du diese Maschine gewählt?

Ich habe sechs Motorräder:

  • Ducati Paniagle 1199s für die Straße
  • Suzuki GSX R1000 K7 für die Rennstrecke
  • Ohvale 160
  • Suzuki 450 RMZ für’s Flat Track Racing
  • Husqvarna FE 450 Enduro und mein Lieblingsbike
  • Jawa 500cc – Die habe ich von einem meiner Lieblingsfahrer gekauft: Peter Boast

Auf meinen Reisen hatte ich oft die Möglichkeit, andere Disziplinen auszuprobieren. Da ich fürs Motorradfahren an sich schnell zu begeistern bin, habe ich viel ausprobiert und einfach weitergemacht.

Motorradfahren mit der Ducati Panigale auf den Straßen Europas.
So kommen Straßenkilometer zusammen. Mariuxi ist in ganz Europa mit ihrem Motorrad unterwegs.

Wie denkst du heute über das Motorradfahren?

Heute gibt es auch für Frauen so viel Auswahl, wenn es ums Motorradfahren geht. Egal ob man einfach seinen Motorradführerschein machen will, oder Motorradrennen fahren möchte, alles ist möglich.

Es gibt viele Trainingcamps speziell für Frauen, durch SocialMedia können wir uns schnell und einfach vernetzen und andere Motorradfahrerinnen ansprechen, um Rat fragen, eine Reise organisieren und Unterstützung sowie Sponsorings bekommen.

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrern?

Ich bewundere die ersten professionellen Motorrad-Rennfahrerinnen aus den 60er Jahren und alle Rennfahrerinnen bis heute. Sie haben ihre Sache im Griff und zeigen uns allen, was möglich ist. Genau so wie die ersten Frauen, die mit dem Motorrad alleine um die Welt gefahren sind und alle anderen die sich getraut haben, anders zu sein und kulturelle sowie gesellschaftliche Hindernisse einfach überwunden haben.

Mariuxi Taranto auf der Rennstrecke. The Mountain, Cadwell Park, UK.
Nach etlichen Rennstreckentrainings sieht das jetzt sehr souverän aus. The Mountain, Cadwell Park.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Die größte Herausforderung war mein Job, der mich so auslaugte, dass ich nach Feierabend keine Kraft mehr hatte, aufs Motorrad zu steigen. An den Wochenenden wollte ich mich nur noch ausruhen und kam auch nicht zum fahren. Das habe ich zwei Jahre mitgemacht. Dann habe ich diesen Job gekündigt, mich um meine Work-Life-Balance gekümmert und habe mir die Zeit genommen, meine Leidenschaft zu leben: Motorradfahren.

Wie hast du Sie gemeistert und wie hat das dein weiteres (Biker)Leben beeinflusst?

Ich habe meine Leidenschaft an erste Stelle in meinem Leben gesetzt und das änderte alles. Drei Jahre lange war ich an den Wochenenden auf Rennstrecken-Trainings um mich selbst auf meine ersten Rennen vorzubereiten. Nebenbei bekam ich viel Routine im “normalen” Motorradfahren. Dann began ich, mit dem Motorrad durch die Welt zu reisen und besuchte Training-Camps in Italien, Spanien, Quatar, Frankreich, Slovenien, England, Marokko und natürlich in Ecuador.

Flat Track Racing mit Mariuxi
Auch auf dem Flat Track läufts bei Mariuxi rund.

Gab es schon Mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast du reagiert?

Es war in Belfast und das erste Mal, das ich im Links-Verkehr unterwegs war. Den ganzen Tag war ich konzentriert und habe das Motorradfahren sehr genossen. Abends wollte ich das Leih-Bike, um es zurückzugeben, noch schnell wieder volltanken. Als ich dann von der Tankstelle fuhr schaute ich in die gewohnte und somit falsche Richtung, rollte los und landete mitten im Verkehr.
Sofort lenkte ich Richtung Bürgersteig und konnte so einen Zusammenstoß verhindern, hab das Motorrad aber nicht mehr halten können und “hingeschmissen”.

Dann musste ich erst mal durchatmen und mich wieder beruhigen. Ich sagte zu mir selbst, dass das alles nur eine lehrreiche Erfahrung war und ich beim nächsten mal einfach mehr aufpassen muss. So stieg ich wieder auf und fuhr weiter.

Zurück im Hotel war dann alles vorbei und ich musste heulen.

Enduro Wüstentraining in Marokko. Motorradfahren im Sand.
Mit der Enduro durch Marokko. Man kann’s schlechter haben.

Was war dein schönstes Erlebnis?

Die schönsten Dinge haben mir die Motorradcommunity und das Allein-Reisen gezeigt und gelehrt. Ich habe erkannt, dass Motorradfahrer eine große Familie sind und egal wo ich hinfahre, ich niemals einsam sein werde. Es gibt überall gute Menschen und du must nur offen sein, ihnen zu begegnen, dein Herz zu öffnen und ihnen vertrauen zu schenken. Wenn du postiv denkst, wird dir Gutes widerfahren und wenn mal etwas nicht nach Plan läuft, ist das vielleicht die Gelegenheit, etwas neues im Leben zu probieren.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren? Warum reizt dich das?

Liebend gern würde ich ein Tour durch Ecuador fahren. Vom Pazifik, durch die Anden und zum Amazonas-Dschungel. Eine Tour durch viele verschiedene Klimazonen, Landschaften, vorbei an alten Ruinen, dabei die Natur beobachten und das Essen genießen.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?

Ich würde mir nicht gleich eine 1000er zulegen, klein anfangen und mit mehr Erfahrung dann auch größere Motorräder fahren.

Drei Tipps aus deiner persönlichen Erfahrung?

  • Hol dir die beste Schutzausrüstung, die du bekommen kannst
  • Check dein Motorrad und den Reifendruck vor jeder Fahrt
  • Fahr rücksichtsvoll
Motoradfahren kann auf der Rennstrecke auch mal so enden. Wohl dem, der eine gute Schutzausrüstung hat.
“Sliding into the Weekend”. Mariuxi nimmt’s mit Humor.

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Heute gibt es keine wirklichen Hindernisse mehr also ist es nur noch deine Entscheidung.

Ist da noch etwas, das du den Leserinnen mitteilen möchtest?

Egal wovon du träumst, lass dir gesagt sein: Es ist möglich!
Engagier dich, es wird vielleicht nicht immer einfach sein, du must dich vielleicht gewaltig anstrengen und auch ein Opfer bringen aber wenn du Zeit und Mühe investierst, kannst du alles erreichen.

Mehr von Mariuxi findest du hier.

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