Lisa – Zwei Frauen auf Motorradtour durch Südamerika

Lisa in Kolumbien - SHE is a RIDER
Lisa auf Motorradtour durch Südamerika.

Hallo, wie heißt du bitte? Lisa
Und wie alt bist du? 32 Jahre jung
Was ist dein Job? Ich arbeite als Sozialarbeiterin in einer Justizvollzugsanstalt
Seit wann fährst du Motorrad? Ich fahre seit 5 Jahren Motorrad

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Ich bin durch meine Eltern zum Motorrad fahren gekommen. Sowohl meine Mutter, als auch mein Stiefvater sind begeisterte Motorradfahrer*innen. Irgendwann wollte ich nicht mehr nur hinten ‚drauf sitzen und habe mich in der Fahrschule angemeldet.

BMW F 700 GS
Lisas Motorrad, eine BMW F700 GS

Welches Motorrad fährst du? Warum hast du diese Maschine gewählt?

Im Moment habe ich sogar zwei Motorräder, eine BMW F700 GS und eine Honda Dominator. Ich habe mich für beide entschieden, da man mit ihnen auch in Gelände und abseits von geteerten Straßen fahren kann.
Die Dominator wird vielleicht sogar das erste Sammlerstück

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Motorrad fahren bedeutet mir heute sehr viel. Es ist zu einem großen und wichtigen Teil meines Lebens geworden. Vor allem nach einer sechsmonatigen Motorradtour durch Südamerika 2019 mit meiner Freundin Katharina bin ich Feuer und Flamme fürs Fahren und sehr dankbar, dass ich dieses Hobby für mich entdeckt habe und diesen Kontinent auf zwei Rädern erleben durfte.

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrerinnen?

Ich bewundere an anderen Motorradfahrerinnen ihren Mut und die Abenteuerlust sich auch alleine aufs Motorrad zu schwingen und ohne Partner*in loszufahren. Auf der Reise haben wir mehrere Frauen kennengelernt, die solo mit einem Motorrad in Südamerika unterwegs waren. Da war ich einfach nur beeindruckt.

Motorrradtour durch Südamerika - Ruta 40 in Argentinien
Gute Straßen sind selten. Hier die Ruta 40 in Argentinien.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Ich denke, die größte Herausforderung für mich war bisher die Motorradtour durch Südamerika. Ich war zwar nicht alleine unterwegs, aber wir hatten oftmals schwierige Situationen, wie Stürze, durchgehend schlechtes Wetter, Nässe und Kälte auf den Maschinen. Da kam ich schon oft an meine Grenzen. Aber es hat sich ausgezahlt. Die Reise war die bisher beste Zeit meines Lebens und ich habe so viel über mich und das Leben gelernt.

Ich hab über mich selbst gelernt, dass ich auf jeden Fall deutlich mutiger bin als gedacht. Ich hielt mich eigentlich immer für einen ziemlichen Schisser aber das hab ich in Südamerika einfach abgestellt.
Außerdem habe ich mich selbst immer weiter gepusht (vor allem in Situationen in denen ich am liebsten das Moped irgendwo in die Ecke geschmissen hätte) und bin aus meiner Komfortzone raus. Das war nicht selbstverständlich für mich.

Gab es schon mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast du reagiert?

Eine richtig brenzlige Situation hatte ich noch nie, aber einige Stürze, bei denen ich mich auch schon ordentlich verletzt habe. Eine blöde Situation war zum Beispiel als ich in Kolumbien auf einer sehr schlechten Straße gestürzt bin und ich anschließend ins Krankenhaus musste, da sich meine Verletzung, die am Anfang nur ein riesiger blauer Fleck war, entzündet hatte. Da musste ich dann drei Tage im Krankenhaus bleiben. Darauf hätte ich natürlich gerne verzichtet. Die Verletzung sieht man auch heute noch, ca. 1,5 Jahre später, aber ich erinnere mich mittlerweile sogar gerne daran zurück.

Es war zwar eher eine unschöne Erfahrung mit diesem Sturz, aber nichtsdestotrotz erinnert mich die Verletzung an mein bisher größtes Abenteuer. Und wenn mich heute jemand auf die Wunde anspricht, hab ich immer ’ne coole Story zu erzählen!

Schotterpiste in Kolumbien
In Kolumbien sahen die Straßen noch anders aus. Aber wie immer gilt, Frau wächst mit ihren Herausforderungen.

Was war dein schönstes Erlebnis auf eurer Motorradtour durch Südamerika?

Es gab bisher so viele schöne Erlebnisse, da ist es schwer sich für eines zu entscheiden. Aber zu meinen Favoriten zählen definitiv die Vorfreude in Kolumbien mit dem Motorrad loszufahren und das Ankommen in Ushuaia, Argentinien, 6 Monate später. Da war ich so richtig stolz auf uns.

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren? Warum reizt dich das?

Ich würde gerne von Deutschland auf den afrikanischen Kontinent fahren. Am liebsten dann noch mehrere Tage mit nur wenig Gepäck so richtig durch die Sahara und den Sand heizen. Das wäre eine neue große Herausforderung. Katharina und ich sprechen auch schon über mögliche neue Pläne in der Zukunft.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?

Ich würde mir definitiv raten, mehr Kurvenfahren zu üben. Vor allem bei der Rechtskurve hatte ich lange meine Probleme. So langsam klappt es besser!

Außerdem würde ich mir raten, keinem/keiner anderen Verkehrsteilnehmer*in zu trauen. Man zieht auf dem Motorrad leider immer den Kürzeren.

Motorradtour Südamerika
Katharina und Lisa – Zwei Frauen, eine große Motorradreise … und die Tor geht weiter!

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Warum sollte Frau kein Motorrad fahren? Es ist eine tolle Erfahrung, das Selbstvertrauen wird gesteigert, frau spürt die Freiheit und es macht super viel Spaß!

Ist da noch etwas, das du den Leserinnen mitteilen möchtest?

Ich finde es wichtig, seine Träume nicht aufzuschieben. Wenn du Motorrad fahren möchtest, oder auch irgendetwas anderes, dann tu es einfach! Die beste Zeit ist jetzt!

Und hier geht es zu Katharinas Geschichte, die mit Lisa zusammen auf Motorradtour durch Südamerika war.

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