Lernen durch Schmerzen oder Handeln nach Vorschrift – Sabines Motorradkolumne

Sabines Motorradkolumne - Alle 14 Tage neu

Motorradkolumne auf SHE is a RIDER
Schmerzhafter Lernprozess oder wer nicht hören will müss fühlen. Wieviel Schutzausrüstung ist sinnvoll?

Eine Diskussion unter einem Werbepost eines Distributors für Motorradbekleidung brachte mich auf die Idee zu meiner heutigen Motorradkolumne.

Der Anlass

In dem Werbespot wurden zwei Motorradfahrer gezeigt, die sich knieschleifend in die Kurven einer Landstraße legten.
Sofort ging die Diskussion los, dass diese Fahrweise auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen hätte und auf die Rennstrecke gehöre.

Ähnliches erlebe ich auch immer wieder bei der Diskussion, welche Kleidung auf dem Motorrad angemessen sei.
Genügt der gesetzlich vorgeschriebene Helm oder sollte es doch die komplette Schutzbekleidung auf freiwilliger Basis sein?

Braucht es Vorschriften?

Mich erinnert es immer an die Diskussion, die meine Eltern im Auto führten, als ich noch ein kleines Mädchen war. Mein Vater weigerte sich, einen Sicherheitsgurt anzulegen. Zu meiner Zeit gab es die zwar für Fahrer und Beifahrer, doch das Anlegen noch nicht Vorschrift. Wir Kinder turnten auf den Rücksitzen, denn dort gab es keine Gurte.

Als das Nichtanlegen des Gurtes dann mit einer Geldstrafe belegt wurde, nutzte auch mein Vater ihn – wenn auch murrend.

Regelkonform oder Freigeist?

Wir Menschen lieben es frei unsere Entscheidungen treffen zu können. Wir wollen selbst für unser Leben verantwortlich sein und niemand anderen darüber bestimmen lassen.
Natürlich spielen auch zu einem großen Maß die Rollenvorbilder unserer Kindheit eine große Rolle. Wurde Dir bereits früh beigebracht, dass es Regeln gibt, die strikt einzuhalten sind, dann wirst Du höchstwahrscheinlich auch im Erwachsenenalter eher regelkonform agieren.
Wurdest Du zum Freigeist erzogen, dann hinterfragst Du Vorschriften und zweifelst gerne auch mal deren Sinnhaftigkeit an.

So erklärt es sich, dass Einige von uns ganz selbstverständlich grundsätzlich mit kompletter Sicherheitskleidung unterwegs sind und andere es lockerer sehen.

Hinzu kommt, dass wir mit zunehmender Sicherheit, der Meinung sind, Gefahren besser einschätzen zu können. „Mir passiert schon nichts, ich bin eine sichere Fahrerin.“ Diese Aussage höre ich immer wieder von anderen Motorradfahrerinnen und auch ich selbst ertappe mich dabei, dann doch mal schnell mit normaler Jeans zu meinen Klienten fahren zu wollen. Bisher konnte ich dem Wunsch widerstehen – auch bei hochsommerlichen Temperaturen.

Bis in 14 Tagen zu meiner nächsten Motorradkolumne

Die Linke zum Gruß
Sabine


Sabine lebt in Prenzlauer Berg in Berlin. Zu ihrem 50. Geburtstag hat sie sich selbst den Motorradführerschein geschenkt und ist seitdem das ganze Jahr über auf zwei Rädern unterwegs. Sabine ist mit Life Coaching Berlin nicht nur lokal für ihre Kunden da, sondern führt auch online Coachingtermine durch. Gerne fährt sie auch mal mit ihrer Suzuki zu Terminen mit ihren Kunden. So kam sie auch auf die Idee, eine 14-tägliche Kolumne für SHE is a RIDER zu schreiben, in der Sabine die Erfahrungen aus ihren Coachings mit dem Motorradfahren verknüpft. Sabines Beiträge findest Du auf SHEisaRIDER.de unter Kolumne.

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1 Kommentar

  1. Natürlich hatte ich meine ersten, privaten Übungsstunden auf einer uralten Kawa noch in Jeans, normalen Straßenstiefeln, allerdings schon mit Protektorenlederjacke. Spätestens seit der Fahrschule aber, wo komplette Schutzausrüstung ja Vorschrift ist, kann ich es mir nicht mehr vorstellen ohne komplette Schutzausrüstung auch nur zur Eisdiele zu fahren, es gibt für jede Temperatur und jedes Wetter die passende, angenehme Schutzkleidung. Mir ist es egal wie andere fahren, aber Videos, die für andere Vorbildfunktion haben, sollten nicht grade ohne Handschuhe, in Jeans und T-Shirt auf Youtube hochgeladen werden.

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