Depressionen unbekannt – Sabines Motorradkolumne

Spiegelblick - Die Motorradkolumne. Alle 14 Tage neu

Sabines Motorradkolumne auf SHE is a RIDER de
Motorradfahren gibt es zwar (noch) nicht auf Rezept, macht aber trotzdem gute Laune.

Die Texte unter einem Meme, das meine Kollegin Annika veröffentlicht hat, haben mir wieder einmal bewusst gemacht, wie wertvoll das Leben ist. Meine Gedanken hierzu findest du in meiner heutigen Motorradkolumne.

Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht. Wenn ich einen schlechten Tag habe, traurig bin oder mich mit einem Problem herumschlage, dann ziehe ich die Motorradklamotten an, steige auf mein Motorrad und düse raus aus Berlin in die Natur.

Motorradfahrer kennen keine Depressionen

Bereits nach wenigen Minuten sieht die Welt schon besser aus. Unter dem Helm trällere ich mein Lieblingslied – ein Glück, dass ich das Visier meist unten habe.
Spätestens bei der ersten Rast habe ich ein Dauerlächeln im Gesicht und das Gefühl, dass meine Batterien wieder aufgeladen sind. Oftmals finde ich bei diesen Ausritten auf der Maschine auch die Lösung für die Dinge, die mich belastet haben.

Lies selbst, wieviel mutige Kommentare unter unser Meme gepostet wurden.

Wenn ich mir so durchlese, was unter Annikas Meme an Kommentaren steht, dann bin ich mehr als beeindruckt. Was ist schon meine schlechte Laune im Vergleich zum Kampf gegen eine lebensbedrohliche Erkrankung oder der Flucht vor dem schwarzen Loch der Depression?

Motorradfahren ersetzt sicher keine nötige ärztliche Therapie. Ich bin jedoch überzeugt, dass sie diese positiv unterstützen kann. Dieses Gefühl von Freiheit, Wind der um den Helm saust; die direkte Verbindung zur Natur – das findet sich vielleicht noch auf dem Rücken eines Pferdes.

Manche feiert mit dem Erwerb des Motorradführerscheins, dass sie den Krebs besiegt hat; eine andere, dass sie sich aus den Fängen einer unglücklichen Beziehung befreit hat. Wieder eine andere erwirbt mit dem Führerschein ein Stück Freiheit; eine Möglichkeit, den dunklen Stunden zu entfliegen.

Wie schön wäre es, wenn man Motorradfahren auf Rezept verordnen könnte! Egal, was Dich dazu bewegt Motorrad zu fahren – es ist und bleibt für uns die beste Medizin!

Warte nicht!

Was alle gemeinsam haben – sie feiern das Leben. Und falls Du gerade noch überlegst, ob Du den Motorradführerschein machen oder Dir nach Jahren der Abstinenz wieder ein Motorrad zulegen sollst: Warte nicht, bis Du einen Grund brauchst, um Dein Leben zu feiern.

Dein Leben ist es wert, jetzt und in jedem Augenblick gefeiert zu werden! Deshalb schwing Dich auf den Bock, genieße das Gefühl von Freiheit und reite in die Welt…

Die Linke zum Gruß und bis in 14 Tagen

Sabine


Über die Autorin

Sabine lebt in Prenzlauer Berg in Berlin. Zu ihrem 50. Geburtstag hat sie sich selbst den Motorradführerschein geschenkt und ist seitdem das ganze Jahr über auf zwei Rädern unterwegs. Sabine ist mit Life Coaching Berlin nicht nur lokal für ihre Kunden da, sondern führt auch online Coachingtermine durch. Gerne fährt sie auch mal mit ihrer Suzuki zu Terminen mit ihren Kunden.
So kam sie auch auf die Idee, eine 14-tägliche Kolumne für SHE is a RIDER zu schreiben, in der Sabine die Erfahrungen aus ihren Coachings mit dem Motorradfahren verknüpft. Sabines Beiträge findest Du auf SHEisaRIDER.de unter Kolumne.

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5 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel. Das war genau das was ich gerade gebraucht habe. Du sprichst mir aus der Seele – der Vergleich dem Glücksgefühl nach dem reiten ist sehr passend! DLzG

    • Lieber Jürgen,

      danke, dass du diesen sehr persönlichen Beitrag mit uns teilst. Es ist unvorstellbar, was Betroffene einer echten Depression durchleiden müssen und wie schwierig es ist als Außenstehender zu verstehen was in den Betroffenen vor geht. Ich kenne das Gefühl der absoluten Einsamkeit, ein Gefühl das dich völlig einnimmt egal wie sehr du dagegen ankämpfst. Du weißt es geht dir gut, du bist körperlich völlig in Ordnung und auch die äußeren Umstände, Job, Wohnung und finanzielle Situation sind einwandfrei – Und trotzdem fällt einem jeder Tag schwer und man ist unter 100 Menschen so einsam wie noch nie.

      Ich bin beeindruckt von der Offenheit und Ehrlichkeit mit der du deine Situation zum damaligen Zeitpunkt beschreibst. Es gehört viel Mut dazu sich so zu öffnen, speziell wenn das Thema ein so schwieriges ist wie das der Depression.

      Danke für deinen Appell, dass eine Depression eben nichts mit Zusammenreißen zu tun hat und dich nicht weniger Mann oder Frau sein lässt.
      “(…)Eine Depression ist nichts, was sich mit “Zusammenreißen” wieder gerade biegen lässt, und jeder, wirklich JEDER kann davon betroffen sein.”
      Es ist eine Krankheit, eine, die man überwinden kann. Der Fokus auf deine Leidenschaft hat dir scheinbar viel Kraft gegeben, das ist wundervoll zu lesen.

      Vielen Dank für diesen Beitrag, ich wünsche dir nur das Beste für die Zukunft und weiterhin viel Freude am Motorradfahren.

      Ride on, Ride safe!

      Nika

  2. Noch 10 Tage (am Sonntag hat das Winterquartier meiner BMW geschlossen). Dann geht’s hoffentlich weiter. Wenn das Wetter mitmacht.
    Endlich wieder »raus«. Endlich wieder »unterwegs«. Endlich wieder »selbstbestimmt touren« – abgesehen von Staus, Schnee, Streckenverboten und sonstigen Widrigkeiten. Welche aber auch dazugehören. Wäre ja langweilig wenn alles immer völlig reibungslos laufen würde. Dann könnte man auch Pauschaltourismus buchen. 😉

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