Nina – Die BMW 1250GS ist für mich wie gemacht

Offroad Motorradfahren - SHE is a RIDER
Wie fährst du als kleiner Mensch mit 161 eine 1250 GS? Ganz einfach! ... und ja, wir wissen, dass hier ist eine 750 GS.


Hallo, wie heißt du bitte? Nina
Und wie alt und wie groß bist du? Ich bin 44 Jahre alt und bin mit 1,61m ziemlich kurz.
Was ist dein Job? Damit es mir im Alltag nicht zu langweilig wird, leite ich als Zahntechnikermeisterin ein Dentallabor.

Wie und warum bist du zum Motorradfahren gekommen?

Angefangen hat alles irgendwann mit einer Fahrt in einem Beiwagen. Dadurch angefixt folgte mit 16 Jahren der (damals!) 1b Führerschein und eine RD80 LCII von Yamaha, mit der ich 2 Jahre die Motorradwelt erkundet und Erfahrungen gesammelt habe. Ein unverschuldeter Unfall mit einem LKW hat unsere Freundschaft für immer beendet.

Endurofahren bei der Bundeswehr
Endurofahren bei der Bundeswehr

Beruflich habe ich mir mal eine “8-jährige Auszeit“ bei der Bundeswehr genommen und bin, durch eine Qualifikation für einen Laufbahnlehrgang, mit dem Endurofahren in Berührung gekommen …
Meinen „großen Lappen“ hab ich mit 20 bekommen, aber das erste eigene Motorrad wurde erst 2012 Realität eine BMW G650 GS in tief, dieser Einzylinder hat mich dann restlos infiziert.

BMW G650GS
Das erste eigene Motorrad – Eine BMW G650GS

Es folgten noch eine BMW F700 GS und eine F750 GS. Mit der 750er habe ich dann die ersten Enduro Trainings in Hechlingen und Wesendorf gefahren. Die 750er war mein Moped und sollte es lange bleiben. Bis ich aus reiner Neugierde und Langeweile aus unserer Niederlassung eine tiefe BMW GS 1250 Probe gefahren habe…

Welches Motorrad fährst du?Warum hast du diese Maschine gewählt?

Seit 2021 fahre ich meinen Traum – Eine 1250GS (für Zwerge!).
Dieses Motorrad ist wie für mich (als kleine Frau) wie gemacht, weil…

  • Der Tiefe Schwerpunkt macht vieles soooo viel leichter.
  • Sobald sie rollt, wird sie leicht wie ein Fahrrad, trotz ihrer Größe und dem Gewicht!
  • Das 1.große Motorrad, das ich alleine aufheben kann! Und das obwohl sie 4x schwerer ist als ich.
  • Im unteren Drehzahlbereich ist sie souverän/tiefenentspannt (wenn man es braucht!), aber wenn es mal etwas sportlicher wird, ist sie sofort da.
  • Ich bin so kurz, ich kann mich komplett hinter der originalen Scheibe verstecken! 🙂
  • Der Sound! Sie kann leise. Das Boxersurren entspannt Fahrer und Anwohner.
  • Im Gelände unbeschreiblich! Als wenn sie sagen würde: „Kein Grund zur Aufregung, ich bin bei dir- ich bin dafür gemacht!“ Der Motorrad-Hammer!
  • Ich kann viel entspannter mit großen Motorrädern mitfahren. Mit den kleineren Maschinen musste ich wesentlich konzentrierter und „aggressiver“ fahren damit die „Lücken“ nicht zu groß werden.
Mit der 1250 GS durchs Gelände fräsen.
Mit der 1250 GS durchs Gelände fräsen.

Was bedeutet dir Motorradfahren heute?

Motorradfahren ist für mich: ein stetiger Lernprozess, Entspannung wenn’s sein muss, eine sportliche Aktivität und eine Kommunikations-Möglichkeit.

Was bewunderst du an anderen Motorradfahrern?

Ich bewundere Motorradfahrer/innen die sich stetig weiterentwickeln und immer daran arbeiten, ihren Fahrstil perfekter zu machen. Auch diejenigen die sich nicht an normen Halten. Z.B. wenn kleine Männer oder Frauen (völlig egal!) ein großes Motorrad mit einer Leichtigkeit bewegen und eine Symbiose eingehen … egal, ob das auf der Rennstrecke oder auf losem Untergrund ist.

Was war deine größte Herausforderung bisher?

Bei einer Person mit meiner Größe ist die Beinlänge das größte Manko! Da beißt die Maus keinen Faden ab! Da galt es für mich 2 Herausforderungen zu bewältigen.
Die 1. Herausforderung ist:

Muss Frau wirklich immer mit beiden Beinen auf die Erde kommen?

Nein! Muss Frau nicht. Mit der richtigen Technik wird nicht nur das Motorrad beim Anhalten ruhiger und weniger „kippelig“, es reicht auch ein Fuß auf der Erde.

Der letzte Rutscher mit der BMW 650 GS
Der letzte Rutscher mit der BMW 650 GS

Und die 2. Herausforderung:

Wie kann ich mit einem tiefergelegten Motorrad, die gleiche Schräglage fahren (wie beim Bike mit original Fahrwerk), ohne dass ich mit den Fußrasten aufsetze oder mich aushebel?

Mit dem Einzylinder ist mir genau das 2x passiert. Die Folge: Mein Motorrad und ich sind „3x“ getrennte Wege gegangen! (2x auf der Straße und final beim Verkauf!)
Auch hier ist nur eine andere Fahrtechnik die Lösung. Diese konnte ich bei einem guten Schräglagentraining erlernen.

Gab es schon mal eine brenzlige Situation? Was war es und wie hast du reagiert?

Natürlich gab es in 10 Jahren aktiven Motorradfahren immer mal wieder Situationen, die brenzlig waren. Mal ging alles gut, mal musste ich danach mein Motorrad neu aufbauen oder ein neues kaufen. Ich denke diese Historie haben einige Motorradfahrer/innen.

Wichtig ist, diese Vorfälle „ehrlich“ zu analysieren, die gemachten Fehler zu erkennen und an diesen dann zu arbeiten. Das bedeutet, dass man die „Komfortzone“ verlassen muss um die Ängste zu besiegen!

Motorradhochzeit
Motorradhochzeit – Die Motorradcommnuity ist liebenswürdig-bekloppt

Was war dein schönstes Erlebnis?

Die Motorradcommnuity ist ja generell etwas liebenswürdig-bekloppt! Wir natürlich auch! 2018 haben mein Mann und ich unsere damaligen Motorräder und Helme geschmückt und sind mit sämtlichen Freunden (natürlich mit Motorrad!) zum Standesamt gefahren. Zur Feierlocation ging es dann in Formation! Das war ’ne Gaudi.

Keine Motorradhochzeit ohne Kolonne
Keine Motorradhochzeit ohne Kolonne

Wo oder welche Strecke würdest du gern einmal fahren? Warum reizt dich das?

Generell reizen mich alle Straßen-Offroad-Kombinationen in Europa. Der TET Europa wird Stück für Stück abgefrühstückt. Da werden beide Vorlieben bedient. Das konzentrierte Kurven räubern und die Sucht nach dem Adrenalin, wenn man den losen Untergrund besiegt.

Was würdest du dir selbst raten, wenn du jetzt mit dem Motorradfahren beginnen würdest?

Mit dem Wissen was ich heute habe, rate ich jedem Fahranfänger, mach 3 Dinge:

  • Fahre die ersten Jahre, jedes Jahr!, ein Fahrsicherheitstraining Straße zum Anfang der Saison. Nach 4-5 Monaten Winterpause fährst du nicht mehr so wie am Ende der letzten Saison!
  • Fahre ein Schräglagentraining mit einem Ausliegermotorrad, das eröffnet dir ganz neue Horizonte!
  • Mach aus Jux mal ein Einsteiger-Endurotraining. Was man da lernt, wird dich auch auf der Straße ungemein weiter bringen! Danach wirst du dein Motorrad ganz anders händeln können!
Motorradliebe zur BMW G650GS
Motorradliebe zur BMW G650GS

Warum sollte Frau Motorradfahren?

Warum Frau Motorrad fahren sollte?
Es gibt keinen vernünftigen Grund, es nicht zu tun 🙂

Ist da noch etwas, das du den Leserinnen mitteilen möchtest?

  • Mädels, fahrt das Motorrad was ihr wollt!
  • Lasst Euch von Männern nicht einreden was ihr könnt und was nicht.
  • Bleibt neugierig. Bildet Euch weiter, man nimmt von jedem Training was mit.
  • Um besser zu werden, muss man ab und zu die Komfortzone verlassen. Das Motorrad kann mehr als du denkst.
  • Ein Umfaller oder falsches Parkplatzmanagement ist kein Drama! Das passiert jedem mal.
  • Macht keine Kompromisse bei der Kleidung! Protektoren müssen im Fall des „Fallens“ sitzen – in jeder Körperhaltung!

Die BMW 1250GS ist ein absolutes Frauenmotorrad. Noch nicht überzeugt? Dann lest doch einfach, was Nicole, Tine, Kiki, Maike, Verena und Jocelin sagen!

Selbst mal GS fahren wollen? Hier kann man dir weiterhelfen.

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